Groß­pro­jekt nimmt For­men an

Ent­wurf für Ho­tel an der Kriegs­stra­ße beim Nym­phen­gar­ten über­zeugt Ju­ry

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Klaus Mül­ler

Am liebs­ten wür­de In­ves­tor Hans-Pe­ter Un­mü­ßig von der gleich­na­mi­gen Bau­trä­ger­ge­sell­schaft gleich los­le­gen. So schnell wird es nicht ge­hen – noch kann das „Mo­tel One“in der Kriegs­stra­ße nicht ge­baut wer­den. Läuft al­les gut, könn­te das Ho­tel mit über 300 Bet­ten im Herbst oder Win­ter 2020 er­öff­nen. Dass es sich da­bei um ei­ne der grö­ße­ren In­ves­ti­tio­nen in der Fä­cher­stadt han­delt, zeigt die In­ves­ti­ti­ons­sum­me. „Wir ge­hen von rund 40 Mil­lio­nen Eu­ro aus“, ließ der Frei­bur­ger In­ves­tor ges­tern beim Pres­se­ge­spräch wis­sen.

In je­dem Fall nimmt das Groß­pro­jekt kon­kre­te und deut­lich sicht­ba­re For­men an. Vor­ge­stellt wur­de ges­tern die Sie­ger­ar­beit ei­nes Ar­chi­tek­ten­wett­be­werbs zum The­ma „Mo­tel One Karls­ru­he“. Nach An­sicht der 13 Ju­ry­mit­glie­der, dar­un­ter Stadt­pla­nungs­amts­lei­te­rin An­ke Kar­mann-Woess­ner, prä­sen­tier­te der Stutt­gar­ter Ar­chi­tekt Jens Witt­foht die bes­te Ar­beit. Ein­stim­mig ha­be sich die Ju­ry dar­auf ver­stän­digt, teil­te sie mit. Ver­bun­den mit dem ers­ten Platz sind 25 000 Eu­ro Prä­mie so­wie die fast si­che­re Aus­sicht, das Vor­ha­ben als Ar­chi­tekt um­set­zen zu dür­fen.

Ent­ste­hen soll das Ho­tel der eu­ro­pa­weit tä­ti­gen Ho­tel­ket­te „Mo­tel One Gm­bH“in der Kriegs­stra­ße 23 bis 25. Zu­letzt war dort das De­zer­nat „Mensch und Ge­sell­schaft“des Land­rats­amts Karls­ru­he un­ter­ge­bracht. Die Ho­tel­ket­te hat Stand­or­te un­ter an­de­rem in München, Frank­furt, Ber­lin, Lon­don und Brüs­sel. Ne­ben dem Ho­tel soll das Ge­samt­bau­werk laut Un­mü­ßig auch ei­nen Bü­ro- und Wohn­be­reich um­fas­sen und, nicht zu ver­ges­sen, die „Sky-Bar“auf dem Dach der An­la­ge mit Blick in den Nym­phen­gar­ten und über den bis da­hin mög­li­cher­wei­se fer­tig­ge­stell­ten Bou­le­vard in der Kriegs­stra­ße – oder wie der Stra­ßen­zug bis da­hin hei­ßen mag.

Ins­be­son­de­re die Vor­ga­be der Stadt, das Ho­tel müs­se dem er­wünsch­ten Bou­le­vard-Cha­rak­ter Rech­nung tra­gen, war ei­nes der wich­ti­gen Kri­te­ri­en für die fünf Ar­chi­tek­ten, die sich am Wett­be­werb be­tei­lig­ten. An­ge­dacht sind im Erd­ge­schoss Ge­schäf­te und Gas­tro­no­mie. Ei­ne eben­so gro­ße Be­deu­tung fällt bei der Pla­nung und Um­set­zung der Lamm­stra­ße zu, ei­ner der Fä­cher­stra­ßen der Stadt. Von ei­ner „stim­mi­gen Sicht­li­nie Lamm­stra­ße zum Neu­bau“, von ei­ner „neu­en städ­te­bau­li­chen Kan­te“eben dort, wo der Blick hin­fällt, sprach Karls­ru­hes Bau­bür­ger­meis­ter Micha­el Obert. Auch die­se Vor­ga­be, so Kar­mann-Woess­ner, er­fül­le das Sie­ger­mo­del.

„Und na­tür­lich ha­ben wir uns an der be­ste­hen­den Be­bau­ung, am Ge­samt­bild der Kriegs­stra­ße, ori­en­tiert“, fügt Ar­chi­tekt Witt­foht an. Das künf­ti­ge Ge­bäu­de sol­le sich durch kla­re Li­ni­en, ei­ne durch­dach­te Struk­tur und viel Glas her­vor­he­ben. Sei­ne Gestal­tung soll „der pro­mi­nen­ten La­ge durch qua­li­täts­vol­le Ar­chi­tek­tur ge­recht wer­den und gleich­zei­tig ei­ne der Nut­zung ent­spre­chen­de, wirt­schaft­li­che Lö­sung an­bie­ten“, so ein Leit­ge­dan­ke im Kon­zept.

In et­wa 18 Mo­na­ten rech­net Obert mit ei­nem Sat­zungs­be­schluss des Ge­mein­de­ra­tes – dann darf ge­baut wer­den. Und der In­ves­tor? Der hofft auf ei­nen viel­leicht so­gar noch frü­he­ren Be­schluss. Oben­drein soll „in ab­seh­ba­rer Zeit“der Ab­riss des be­ste­hen­den Ge­bäu­des be­gin­nen.

DAS HOTELMODELL mit grü­nem Nym­phen­gar­ten und Hoch­haus­turm (vor­ne links) be­trach­ten In­ves­tor Un­mü­ßig, Chef-Stadt­pla­ne­rin Kar­mann-Woess­ner, Ar­chi­tekt Witt­foht und De­zer­nent Obert (von links). Fo­to: kdm

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