Ret­ter ma­chen Front ge­gen Rom

Flücht­lings­or­ga­ni­sa­tio­nen sa­gen Nein zu Ko­dex

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Rom (AFP). Meh­re­re Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen sper­ren sich ge­gen ei­nen von Ita­li­en ver­lang­ten Ver­hal­tens­ko­dex zur Flücht­lings­ret­tung im Mit­tel­meer. Ärz­te oh­ne Gren­zen und die deut­sche Or­ga­ni­sa­ti­on Ju­gend Ret­tet kün­dig­ten an, den Ko­dex nicht zu un­ter­zeich­nen. Sie weh­ren sich un­ter an­de­rem ge­gen die For­de­rung, be­waff­ne­te Po­li­zis­ten an Bord ih­rer Boo­te zu las­sen. Ita­li­en zielt mit den neu­en Re­geln dar­auf ab, die Zahl der an­kom­men­den Flücht­lin­ge zu re­du­zie­ren. Die EU-Kom­mis­si­on for­der­ten die Flücht­lings­ret­ter zur Un­ter­zeich­nung des neu­en Ko­dex auf. Der Ein­satz der Ret­tungs­schif­fe im Mit­tel­meer ist ita­lie­ni­schen Po­li­ti­kern seit län­ge­rem ein Dorn im Au­ge. Kri­ti­ker mut­ma­ßen, die Prä­senz der Ret­tungs­schif­fe kön­ne zu­sätz­li­che Flücht­lin­ge zur Über­fahrt von Nord­afri­ka in Rich­tung Ita­li­en er­mun­tern.

Ita­li­ens In­nen­mi­nis­te­ri­um leg­te den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen des­halb ei­nen neu­en Ver­hal­tens­ko­dex vor, um ver­bind­li­che Re­geln für den Ein­satz auf See zu ver­ein­ba­ren. Die­se se­hen vor, dass be­waff­ne­te Po­li­zis­ten an Bord mit­ge­nom­men wer­den und die auf ho­her See ge­ret­te­ten Flücht­lin­ge nicht von ei­nem Schiff auf ein an­de­res trans­fe­riert wer­den dür­fen. Der Ge­schäfts­füh­rer von Ärz­te oh­ne Gren­zen Deutsch­land, Flo­ri­an West­phal, nann­te ges­tern meh­re­re Grün­de für die Ab­sa­ge sei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on an das ita­lie­ni­sche In­nen­mi­nis­te­ri­um. „In kei­nem un­se­rer Pro­jek­te welt­weit dul­den wir Waf­fen“, er­klär­te West­phal. „Die Prä­senz von be­waff­ne­ten Per­so­nen in ei­nem un­se­rer Pro­jek­te ge­fähr­det un­se­re Neu­tra­li­tät und un­se­re Ar­beit. Sie kann uns selbst zum Ziel ei­nes An­griffs wer­den las­sen.“

Zu­dem sei das Ver­bot der Über­ga­be von Flücht­lin­gen von ei­nem Schiff auf ein an­de­res nicht prak­ti­ka­bel. Dies wür­de zu ei­nem in­ef­fi­zi­en­ten Hin- und Her­pen­deln der Ret­tungs­schif­fe zwi­schen Meer und Küs­te füh­ren, so dass letzt­lich „mehr Flücht­lin­ge er­trin­ken wür­den“.

Ärz­te oh­ne Gren­zen leh­nen Ver­hal­tens­re­geln ab

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