Gü­te­vor­schlag bringt Ver­di und SVP nicht zu­sam­men

Die Kos­ten für den Er­satz­ver­kehr bei den gro­ßen Bus­streiks im ver­gan­ge­nen Jahr sind The­ma im Ar­beits­ge­richt

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Chris­tia­ne Vieh­weg

Ei­nen Vor­schlag zur Gü­te beim Gü­te­ter­min un­ter­brei­te­te ges­tern Rich­te­rin am Ar­beits­ge­richt Pe­tra Se­lig den Ver­tre­tern der Stadt­ver­kehr Pforz­heim (SVP) und der Ge­werk­schaft Ver­di. Al­ler­dings schien die­ser bei bei­den Sei­ten auf we­nig Ge­gen­lie­be zu sto­ßen.

Es ging um Fol­gen­des: Die SVP be­trieb bis En­de 2016 den Bus­ver­kehr in Pforz­heim. Dann wur­de die­ser vom pri­va­ten, zur Deut­schen Bahn ge­hö­ri­gen Re­gio­nal­ver­kehr Südwest (RVS) über­nom­men. Da­her kam es im ver­gan­ge­nen Jahr zu meh­re­ren Streiks, zu de­nen ver­di auf­ge­ru­fen hat­te. Die SVP be­auf­trag­te Fremd­fir­men als Er­satz, um Schü­ler, Be­rufs­pend­ler und an­de­re be­för­dern zu kön­nen. Die Kos­ten hier­für be­lau­fen sich laut SVP auf 1,6 Mil­lio­nen Eu­ro. Sie macht vor dem Ar­beits­ge­richt 995 000 Eu­ro gel­tend.

Die Streik­for­de­run­gen von Ver­di, wie die Rich­te­rin be­merk­te, rich­te­ten sich nicht an die SVP, son­dern an die Stadt Pforz­heim, die aber gar nicht Ta­rif­par­tei sei. In­so­fern sei der Streik rechts­wid­rig ge­we­sen. Die Ta­rif­ver­trä­ge der Jah­re 2014 und 2015 aber wa­ren mit von der Stadt Pforz­heim un­ter­zeich­net, hielt dem Pro­fes­sor Hen­ner Wol­ter, Fach­an­walt für Ar­beits­recht aus Ber­lin, ent­ge­gen. Und auch im Vor­jahr ha­be sich die Stadt be­müht, die Pro­ble­me ge­mein­sam zu lö­sen, wie ei­ne Un­ter­schrift be­wei­se. Es sei Ver­di um mehr Geld für die Be­trof­fe­nen ge­gan­gen, die Auf­sto­ckung des Ar­beits­lo­sen­gel­des, Ein­mal­zah­lun­gen und Prä­mi­en. Wor­über auch mit Ver­tre­tern der Stadt ge­spro­chen wor­den sei.

„Der Part­ner des Ta­rif­ver­tra­ges war trotz­dem nicht die Stadt“, er­klär­te Ral­fDietrich Ties­ler, Fach­an­walt für Ar­beits­recht für die SVP. „Wie ein ro­ter Fa­den“ha­be es sich durch die Ver­hand­lun­gen ge­zo­gen, die Stadt mö­ge Be­schäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten schaf­fen, um die be­trof­fe­nen Mit­ar­bei­ter un­ter­zu­brin­gen, hielt Wol­ter da­ge­gen. Die Stadt al­so zu be­tei­li­gen, die auch bin­den­de Ver­pflich­tun­gen ein­ge­gan­gen sei. Un­ter an­de­rem sei ein So­zi­al­plan für die Bus­fah­rer auch in ei­ner Ge­mein­de­rats­sit­zungs­vor­la­ge ent­hal­ten ge­we­sen.

Rich­te­rin Se­lig schlug vor, Ver­di mö­ge sich mit 500 000 Eu­ro am Er­satz­ver­kehr be­tei­li­gen. Wol­ter lehn­te ab. Der Er­satz­ver­kehr sei Streik­bruch ge­we­sen. Bis 15. Au­gust sol­len bei­de Par­tei­en dar­le­gen, ob der Rechts­streit güt­lich bei­ge­legt wer­den kann. An­sons­ten sol­len bei­de Par­tei­en de­tail­liert dar­le­gen, wie ih­re Rechts­auf­fas­sung ist.

Die Rol­le der Stadt bleibt strit­tig

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