Ta­li­ban grei­fen Na­to-Kon­voi an

Meh­re­re To­te bei Selbst­mord­at­ten­tat / Deut­sche Sol­da­ten sind nicht be­trof­fen

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Kan­da­har (AFP). Bei ei­nem Selbst­mord­an­schlag der Ta­li­ban auf ei­nen Na­to-Kon­voi in Af­gha­nis­tan hat es ges­tern nach An­ga­ben der Mi­li­tär­al­li­anz Op­fer ge­ge­ben. Ein Au­gen­zeu­ge be­rich­te­te von drei To­ten bei dem An­griff in der süd­li­chen Pro­vinz Kan­da­har. In der Stadt He­rat im Wes­ten des Lan­des pro­tes­tier­ten 6 000 Schii­ten ge­gen den An­schlag auf ih­re Mo­schee, bei dem tags zu­vor mehr als 30 Men­schen ge­tö­tet wor­den wa­ren. Beim jüngs­ten An­schlag im Da­man-Di­strikt von Kan­da­har fuhr ein mit Spreng­stoff be­la­de­nes Fahr­zeug in den Kon­voi aus­län­di­scher Sol­da­ten, wie die Po­li­zei mit­teil­te. Ein Au­gen­zeu­ge sag­te, drei To­te sei­en aus ei­nem der drei ge­pan­zer­ten Na­to-Fahr­zeu­ge ge­bor­gen wor­den. Hub­schrau­ber hät­ten die Op­fer weg­ge­bracht. Das Pen­ta­gon be­stä­tig­te am Abend den Tod von zwei US-Sol­da­ten. Zu dem An­schlag be­kann­ten sich die is­la­mis­ti­schen Ta­li­ban, die auch den Mohn­an­bau in der Re­gi­on an der Gren­ze zu Pa­kis­tan kon­trol­lie­ren. Der Na­to-Ein­satz in Kan­da­har wird von den USA ge­lei­tet. Deut­sche Sol­da­ten sind dort nicht sta­tio­niert.

Die Si­cher­heits­la­ge am Hin­du­kusch ist der­zeit höchst an­ge­spannt. Am Di­ens­tag hat­ten zwei At­ten­tä­ter in der Groß­stadt He­rat ei­ne schii­ti­sche Mo­schee an­ge­grif­fen. Nach jüngs­ten An­ga­ben des Gou­ver­neurs der Pro­vinz He­rat wur­den da­bei 33 Gläu­bi­ge ge­tö­tet und 66 wei­te­re ver­letzt, dar­un­ter meh­re­re Kin­der. Zu dem An­schlag be­kann­te sich die IS-Ter­ror­mi­liz. Ihr Pro­pa­gan­dasprach­rohr Amaq mel­de­te „et­wa 50 to­te Schii­ten“und 80 Ver­letz­te. Auch zu ei­nem At­ten­tat auf die ira­ki­sche Bot­schaft in Kabul am Mon­tag hat­te sich der IS be­kannt.

Die Trau­ern­den an der Dscha­wa­di­jaMo­schee in He­rat rie­fen in Sprech­chö­ren „Tod dem Is­la­mi­schen Stadt!“und „Nie­der mit dem Fun­da­men­ta­lis­mus!“ Vor der Be­er­di­gung auf dem Fried­hof wur­den die Sär­ge mit den An­ge­hö­ri­gen und Freun­den nach­ein­an­der in ei­nem Kühl­last­wa­gen un­ter­ge­bracht. Die Wut der Schii­ten, die mit rund drei Mil­lio­nen An­ge­hö­ri­gen im mehr­heit­lich sun­ni­ti­schen Af­gha­nis­tan ei­ne Min­der­heit stel­len, rich­tet sich auch ge­gen die Be­hör­den. An­ge­hö­ri­ge war­fen der Po­li­zei vor, die An­grei­fer nicht ge­stoppt zu ha­ben.

FAH­REN­DE FE­S­TUN­GEN der Na­to-Trup­pen si­chern den An­schlags­ort in Af­gha­nis­tan. Dort hat­te sich ein Selbst­mord­at­ten­tä­ter in die Luft ge­sprengt. Fo­to: AFP

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