Ge­richt lehnt Fiecht­ners Eil­an­trag ab

Der in der AfD-Land­tags­frak­ti­on un­ge­lieb­te Po­li­ti­ker kämpft um sein Re­de­recht

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO -

Stutt­gart (dpa/lsw). Das von der AfDLand­tags­frak­ti­on ge­gen ih­ren Ab­ge­ord­ne­ten Hein­rich Fiecht­ner ver­häng­te Re­de­ver­bot bleibt zu­nächst be­ste­hen. Der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof in Stutt­gart lehn­te laut Mit­tei­lung ei­nen Eil­an­trag Fiecht­ners ab. Der Po­li­ti­ker wand­te sich mit dem An­trag ge­gen das von der Frak­ti­on ver­häng­te Re­de­ver­bot im Land­tag. Zu­dem hat­te die Frak­ti­on ihn als Mit­glied aus dem In­nen­aus­schuss und dem NSU-Un­ter­su­chungs­aus­schuss ab­be­ru­fen. In der Haupt­sa­che steht die Ent­schei­dung des Ge­richts aber noch aus.

Die Rich­ter er­klär­ten, das The­ma am 13. Ok­to­ber münd­lich ver­han­deln zu wol­len. Bis da­hin ent­stün­den Fiecht­ner kei­ne schwe­ren Nach­tei­le. Im Land­tag ge­be es zwi­schen dem 21. Ju­li und dem 11. Sep­tem­ber we­der Ple­nar- noch Aus­schuss­sit­zun­gen. Da­her sei der Eil­an­trag man­gels Dring­lich­keit ab­ge­lehnt wor­den. Fiecht­ner sieht im Agie­ren sei­ner Frak­ti­on ei­nen ver­fas­sungs­wid­ri­gen Vor­gang und ver­langt von dem Ge­richt den Schutz sei­ner Rech­te als Ab­ge­ord­ne­ter. Der Po­li­ti­ker sag­te, er wer­de die Eil­ent­schei­dung des Ge­richts nicht an­fech­ten, son­dern den Aus­gang des Haupt­sa­che­ver­fah­rens ab­war­ten, für das er nach wie vor op­ti­mis­tisch sei: „Ich wer­de auf kei­nen Fall die Se­gel strei­chen.“Vi­ze-Frak­ti­ons­chef Rü­di­ger Klos teil­te mit, sei­ne Frak­ti­on se­he der Ent­schei­dung im Haupt­sa­che­ver­fah­ren ge­las­sen ent­ge­gen. Von ei­nem Re­de­ver­bot für Fiecht­ner kön­ne al­ler­dings nicht die Re­de sein. „Wir ha­ben le­dig­lich da­für Sor­ge ge­tra­gen, dass, wenn je­mand für die AfD-Frak­ti­on im Plenum oder im Aus­schuss spricht, si­cher­ge­stellt ist, dass die Auf­fas­sung der Frak­ti­on wi­der­ge­ge­ben wird.“Zu­vor hat­te Fiecht­ner be­reits mehr­fach er­klärt, dass er Mit­glied der Frak­ti­on blei­ben wol­le.

Die AfD selbst will den Aus­gang des Ge­richts­ver­fah­rens ab­war­ten und da­nach über den wei­te­ren Um­gang mit dem in den ei­ge­nen Rei­hen um­strit­te­nen Ab­ge­ord­ne­ten be­ra­ten. Ur­sprüng­lich soll­te die Frak­ti­on vor der Som­mer­pau­se über sei­nen Aus­schluss ent­schei­den. Al­ler­dings hät­ten die Ab­ge­ord­ne­ten ei­ne Ab­stim­mung dar­über mit Rück­sicht auf das lau­fen­de Ge­richts­ver­fah­ren ver­scho­ben, sag­te ein AfD-Pres­se­spre­cher. Vie­le AfD-Ab­ge­ord­ne­te wol­len Fiecht­ner los­wer­den, weil sie sei­ne Po­si­tio­nen nicht mehr im Ein­klang mit der Par­tei se­hen. Der 56 Jah­re al­te Arzt hin­ge­gen be­klagt ei­nen Rechts­ruck in der AfD. Er will da­für ein­tre­ten, dass die Par­tei sich als bür­ger­li­che Kraft eta­bliert.

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