„Wa­cken“ist Kon­junk­tur­pro­gramm

Freund­li­cher Aus­nah­me­zu­stand in der nörd­li­chen Pro­vinz

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT -

Wa­cken (dpa). Klin­ker­häu­ser, man­che da­von mit Reet­dach: Wa­cken ist ein ty­pi­sches nord­deut­sches Dorf. Auf den Fel­dern rund um die 1 800-See­len-Ge­mein­de gra­sen Hol­stein-Rin­der. Wer die Re­gi­on durch­fährt, er­hält schnell den Ein­druck, dass sie ge­gen­über Men­schen in der Über­zahl sind. Doch für ein paar sehr lau­te Ta­ge im Au­gust ist al­les an­ders. Zum Wa­cken Open Air, das heu­te of­fi­zi­ell be­ginnt, pil­gern wie­der Zehn­tau­sen­de Me­tal-Fans in die Re­gi­on.

Die Fes­ti­val­zeit lie­ße sich als Aus­nah­me­zu­stand be­schrei­ben. Doch an­ders als im Ka­ta­stro­phen­fall ha­ben sich die Ein­hei­mi­schen dar­auf ein­ge­stellt. Denn der An­sturm be­deu­tet auch ein Kon­junk­tur­pro­gramm. Wer im Kreis St­ein­burg wäh­rend des Fes­ti­vals Bet­ten an­bie­tet, kann sich vor Bu­chungs­an­fra­gen kaum ret­ten. Und auf dem über­schau­ba­ren Stra­ßen­netz des Or­tes ent­steht ein um­welt­freund­li­cher Ta­xi- und Trans­port­ser­vice: Schü­ler trans­por­tie­ren Me­tal-Fans oder de­ren Ge­päck mit Kett­cars ge­gen ei­ne klei­ne Spen­de von A nach B. Auch Jan (13) und Paul (10) ha­ben ih­re Ni­sche ge­fun­den. Mit ei­nem klei­nen Hand­wa­gen sam­meln sie Pfand ein. Die Ge­las­sen­heit der An­woh­ner zeigt sich auch bei der An­kunft des Me­tal-Train in It­ze­hoe, ei­nem Son­der­zug mit et­wa 500 Me­tal-Fans an Bord. Zu­sam­men mit Zwerg­spitz­da­me Ja­na be­ob­ach­tet Rent­ner Horst Wülf­ken das Trei­ben vor sei­ner Haus­tür. „Die sind fried­lich und ma­chen Platz wenn Ja­na muss“, sagt er – und fin­det, dass da­mit al­les zum „Wa­cken“ge­sagt ist.

SCHON MAL WARMTANZEN: Be­reits am Tag vor der of­fi­zi­el­len Er­öff­nung schwan­gen ges­tern die Me­tal-Fans vor der „Wackin­ger Sta­ge“das Tanz­bein. Fo­to: dpa

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