Tra­gö­die lässt sich nicht voll­stän­dig klä­ren

Bu­s­un­glück auf der A 9: Er­mitt­ler se­hen Schuld beim Fah­rer / „Ver­ket­tung tra­gi­scher Um­stän­de“

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Kath­rin Zeil­mann

Hof. Die ver­kohl­ten Bäu­me, die an den ver­hee­ren­den Bus­brand auf der Au­to­bahn 9 er­in­ner­ten, sind in­zwi­schen ge­fällt. Nur noch die kah­le Stel­le an der Bö­schung zeugt von dem Auf­fahr­un­fall, bei dem 18 Men­schen ums Le­ben ka­men. In­zwi­schen sind sich die Er­mitt­ler si­cher, was das In­fer­no na­he Münch­berg in Ober­fran­ken aus­ge­löst hat: Der 55 Jah­re al­te Mann am Steu­er des Rei­se­bus­ses war am 3. Ju­li um 7.11 Uhr un­auf­merk­sam ge­we­sen. Er be­merk­te zu spät, dass ein Sat­tel­zug vor ihm we­gen ei­nes Staus lang­sam ab­brems­te. Mit 60 bis 70 St­un­den­ki­lo­me­tern prall­te der Bus auf.

Und dann? Staats­an­walt Jo­chen Götz spricht von ei­ner „Ver­ket­tung tra­gi­scher Um­stän­de“: We­gen des Auf­pralls kam es zu Kurz­schlüs­sen bei Bat­te­rie und Elek­trik, bei­des war im Vor­der­be­reich des Bus­ses un­ter­ge­bracht. Ein Kraft­stoff­tank dort wur­de zu­sam­men­ge­staucht und platz­te. Der Kraft­stoff ent­zün­de­te sich so­fort, be­feu­ert von aus­tre­ten­der Druck­luft. Rauch und Feu­er brei­te­ten sich ra­send schnell im Bus aus. 18 Men­schen konn­ten sich nicht mehr ret­ten. Wie Horst Thiemt, der Chef der Ver­kehrs­po­li­zei Hof sagt, hat­te der Bus kei­ne tech­ni­schen Män­gel. Er war mit ABS und ESP aus­ge­stat­tet, hat­te aber kein au­to­ma­ti­sches Brems­sys­tem.

War­um in dem Bus­mo­dell Bat­te­rie, ein Kraft­stoff- und ein Druck­luft­tank so eng im Vor­der­teil ne­ben­ein­an­der ver­baut wur­den, kön­nen die Er­mitt­ler nicht be­ant­wor­ten. Un­ge­klärt wird wohl auch blei­ben, war­um der Fah­rer un­auf­merk­sam war und den brem­sen­den Sat­tel­zug nicht recht­zei­tig be­merk­te.

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