We­ni­ger Bo­den­see im Was­ser­hahn

Bau­ar­bei­ten im Was­ser­werk Fried­richs­berg im Zeit­plan / Roh­bau des Ge­bäu­des steht

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Thors­ten Esch­mann

Der Bau ei­ner mo­der­nen Fil­ter­an­la­ge im Was­ser­werk Fried­richs­berg am Ran­de des Enzau­en­parks schrei­tet wei­ter vor­an. „Seit der Grund­stein­le­gung am 22. März hat es ei­nen enor­men Bau­fort­schritt ge­ge­ben“, sagt Dirk Bü­scher, Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der Stadt­wer­ke Pforz­heim bei ei­ner Bau­stel­len­be­ge­hung. Der Roh­bau des zwei­stö­cki­gen und schluss­end­lich mit Cor­ten­stahl ver­klei­de­ten Ge­bäu­des, in dem die Auf­be­rei­tungs­an­la­ge ih­ren Platz fin­det, steht be­reits. En­de Au­gust soll das Dach auf­ge­setzt wer­den. Bis da­hin wol­le man die gro­ßen Ma­schi­nen mit Hil­fe ei­nes Krans von oben ins Ge­bäu­de he­ben. Bis Ju­ni des kom­men­den Jah­res sol­len die Ar­bei­ten ab­ge­schlos­sen sein. Der ers­te Trop­fen wer­de im Sep­tem­ber 2018 durch die An­la­ge flie­ßen.

Die Ver­ant­wort­li­chen zei­gen sich zu­ver­sicht­lich, dass der Zeit­plan ein­ge­hal­ten wird. Al­le Ge­wer­ke sei­en ver­ge­ben und die Kos­ten der­zeit ge­rin­ger, als zu­nächst ge­plant. 5,9 Mil­lio­nen Eu­ro wa­ren ur­sprüng­lich ver­an­schlagt. Ak­tu­el­le Be­rech­nun­gen zei­gen laut den Stadt­wer­ken, dass am En­de des Bau­pro­jek­tes nur rund 5,3 Mil­lio­nen Eu­ro auf der Ge­samt­rech­nung ste­hen wer­den. Der­zeit läuft die Dicht­heits­prü­fung der Was­ser­be­häl­ter. Der Schlos­ser neh­me kom­men­de Wo­che sei­ne Ar­beit auf.

Der Bau der neu­en Trink­was­ser­auf­be­rei­tungs­an­la­ge war durch den Aus­bau der Au­to­bahn 8 und des Rück­baus der Rast­an­la­ge nö­tig ge­wor­den (der Pforz­hei­mer Ku­ri­er be­rich­te­te). Da die er­gie­bigs­ten Brun­nen der Pforz­hei­mer Was­ser­ver­sor­gung di­rekt ent­lang der Au­to­bahn lä­gen, sei durch die dor­ti­gen Ein­grif­fe in den Un­ter­grund mit Tr­übun­gen des Was­sers zu rech­nen. Das Ziel der Stadt­wer­ke sei es, die­se Brun­nen auch dann zu be­trei­ben, wenn die neue Enz­tal­que­rung ge­baut wird. Die neue An­la­ge, die ne­ben der Ul­tra­fil­tra­ti­on auch mit Um­keh­ro­s­mo­se als Fil­ter­tech­nik ar­bei­tet, sei in der La­ge, Al­gen, Bak­te­ri­en und so­gar Vi­ren aus dem Was­ser her­aus­zu­fil­tern. „Da­durch sind wir für die Zu­kunft ge­rüs­tet“, sagt Alex­an­der Frey­gang, Lei­ter der Was­ser­ver­sor­gung bei den SWP mit Blick auf an­de­re Städ­te und Ge­mein­den im Um­kreis. PFC-Ve­r­un­rei­ni­gun­gen, mit de­nen bei­spiels­wei­se der Land­kreis Ras­tatt zu kämp­fen ha­be, sei­en so für Pforz­heim wei­test­ge­hend aus­ge­schlos­sen.

480 Ku­bik­me­ter Was­ser könn­ten die Stadt­wer­ke ab Herbst 2018 pro St­un­de durch die Was­ser­lei­tun­gen schi­cken. Auch Chlor müs­se durch die In­be­trieb­nah­me der neu­en Fil­ter­an­la­ge zu­künf­tig nicht zu­ge­setzt wer­den, be­tont Frey­gang und Dirk Bü­scher er­gänzt: „Wir wol­len den Pforz­hei­mer Bür­gern Trink­was­ser bes­ter Qua­li­tät an­bie­ten.“

Auf die Zu­füh­rung von Bo­den­see­was­ser kön­ne man dank der neu­en An­la­ge zu­min­dest im kom­plet­ten In­nen­stadt­be­reich ver­zich­ten. In Rand­ge­bie­ten sei dies je­doch nicht mög­lich. Ins­ge­samt soll der Ei­gen­was­ser­an­teil von bis­her 40 auf 60 Pro­zent er­höht wer­den.

Ei­gen­was­ser­an­teil soll auf 60 Pro­zent stei­gen

GROS­SE PLÄ­NE FÜR DIE WAS­SER­VER­SOR­GUNG: Ei­ne mo­der­ne Fil­ter­an­la­ge im Was­ser­werk Fried­richs­berg soll im Sep­tem­ber 2018 ans Netz ge­hen. Alex­an­der Frey­gang, Lei­ter der Was­ser­ver­sor­gung bei den Stadt­wer­ken Pforz­heim, stell­te den ak­tu­el­len Stand der Bau­ar­bei­ten vor. Fo­to: Wa­cker

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