Ent­spannt und fle­xi­bel durch die Fe­ri­en

Über 100 Kin­der kön­nen sich bei Dia­ko­nie-Stadt­rand­er­ho­lung in der Son­nen­hof­schu­le ent­span­nen

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Susanne Roth

Die­sen Satz er­wähnt die Lei­te­rin der Stadt­rand­er­ho­lung für die Dia­ko­nie Pforz­heim mehr­mals: „Die Kin­der sol­len sich ent­span­nen. Das sind ja ih­re Fe­ri­en“, sagt Ni­na Bay­er. Des­halb gilt für das drei­wö­chi­ge Kin­der­fe­ri­en­an­ge­bot – in das man auch wo­chen­wei­se ein­stei­gen kann –, das sich in und um die Son­nen­hof­schu­le aus­brei­tet: Al­les kann, nichts muss. „Wer vi­el­leicht schlecht ge­schla­fen hat und sich lie­ber mit ei­ner De­cke auf die Wie­se zum Chil­len le­gen will, der kann auch das tun.“

Zu­sam­men mit Tan­ja Kön­ne so­wie wei­te­ren 18 Mit­ar­bei­tern – Prak­ti­kan­ten und Eh­ren­amt­li­che, die teil­wei­se auch ih­ren Ur­laub da­für ein­set­zen – ver­sam­melt Ni­na Bay­er in den ers­ten drei Som­mer­fe­ri­en-Wo­chen je­den Mor­gen um 9 Uhr die Kin­der zu ei­nem „Mor­gen­kreis“auf dem Schul­hof. Bei die­ser Ge­le­gen­heit wer­den die An­ge­bo­te vor­ge­stellt und je­des Kind kann sich frei ent­schei­den, zu was es Lust hat.

Am gest­ri­gen Mitt­woch zum Bei­spiel ist ei­ne klei­ne Grup­pe der ins­ge­samt 115 sechs- bis zwölf­jäh­ri­gen Jun­gen und Mäd­chen da­bei, Traum­fän­ger zu bas­teln. Spiel­zeu­ge, die man um die Fin­ger krei­sen las­sen kann, so­wie selbst ge­mal­te Mensch-är­ge­re-dichnicht-Spiel­bret­ter trock­nen der­weil in der Son­ne.

„Wenn El­tern nach ei­nem Über­sichts­plan fra­gen, den kön­nen wir lei­der nicht ge­ben. Wir ma­chen kei­nen Plan. Ges­tern zum Bei­spiel war es so heiß, da ha­ben wir spon­tan ei­ne Was­ser­schlacht ge­macht“, er­klärt Ni­na Bay­er das Kon­zept.

Wäh­rend­des­sen geht es in der Turn­hal­le rund und das im wahrs­ten Sinn des Wor­tes: Ein Fuß­ball­tur­nier fin­det statt. Ein Teil der Kin­der, die laut Ni­na Bay­er auch aus dem an­gren­zen­den Hort kom­men und mit dem „Stadt­rand­er­ho­lungs-Bus“mor­gens an ver­schie­de­nen Stel­len in der Stadt ab­ge­holt wer­den, be­fin­det sich der­weil auf ei­nem Aus­flug zum Pan­ora­ma­spiel­platz in Bü­chen­bronn.

„Zwei, drei­mal in der Wo­che ma­chen wir Aus­flü­ge, zum Bei­spiel in den Wild­park.“Wenn sich zu vie­le Kin­der da­für mel­den, dann wird ein­fach am nächs­ten Tag der Aus­flug wie­der­holt. Auch dies­be­züg­lich zeigt man Fle­xi­bi­li­tät.

Sie­ben der Kin­der, so er­klärt die Lei­te­rin, kom­men aus dem Paul-Lö­be-Heim, wo Flücht­lin­ge un­ter­ge­bracht sind. Die ak­ti­ve Wer­bung, die dort mit Hil­fe von So­zi­al­ar­bei­tern für die Stadt­rand­er­ho­lung ge­macht wur­de, freue sie be­son­ders.

Das The­ma In­te­gra­ti­on ist na­tür­lich groß ge­schrie­ben bei der Fe­ri­en­frei­zeit der Dia­ko­nie. Es sind ei­ni­ge Na­tio­nen ver­tre­ten. Deutsch­un­ter­richt im klas­si­schen Sinn wird nicht ge­macht, „aber wo lernt man ei­ne Spra­che bes­ser als beim ge­mein­sa­men Bas­teln?“, fin­det Ni­na Bay­er.

Früh­stück gibt es kei­nes, aber ein reich­hal­ti­ges Mit­tag­es­sen, das aus dem Paul-Ger­hardt-Se­nio­ren­heim kommt. Kai­ser­schmarrn steht auf dem Spei­se­plan – „das muss man erst mal hin­krie­gen, fri­schen Kai­ser­schmarrn für 130 Per­so­nen zu ma­chen“.

Es wird nichts ge­musst auf dem Son­nen­hof

EI­NE RUN­DE SA­CHE: Bei der Stadt­rand­er­ho­lung – hier in der Turn­hal­le der Son­nen­hof­schu­le – dür­fen die Kin­der to­ben, so viel sie wol­len. Und na­tür­lich gibt nach dem Fuß­ball­tur­nier auch ei­nen Po­kal. Fo­to: Roth

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