KIT und Zoo ma­chen nicht mit

Künst­ler leh­nen Lü­pertz-Kunst für U-Strab ab

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ru­pert Huste­de

Das von An­ton Goll an­ge­trie­be­ne Groß­pro­jekt „Lü­pertz-U-Strab-Ma­jo­li­ka“hat mit neu­er Kri­tik zu kämp­fen. Aus­ge­rech­net der Ver­such ei­ner PR-Of­fen­si­ve des Karls­ru­her Pro­mo­ters löst hef­ti­ge Ge­gen­re­ak­tio­nen aus. Der Ge­mein­de­rat stimm­te vo­ri­ge Wo­che für die Ka­chel­kunst – als Ge­schenk oder als Leih­ga­be von ei­nem noch nicht ge­bil­de­ten Ver­ein und oh­ne Emp­feh­lung der städ­ti­schen Kunst­kom­mis­si­on. In­zwi­schen ge­hen die drei von Goll bei­spiel­haft als Un­ter­stüt­zer ge­nann­ten In­sti­tu­tio­nen auf Dis­tanz. KIT, Zoo und Toll­haus er­klä­ren ge­gen­über den BNN, dass sie Goll kei­ner­lei Zu­sa­gen ge­macht ha­ben. Das Toll­haus ver­wahrt sich auch in­halt­lich ge­gen ei­ne Ver­ein­nah­mung.

Goll räumt ge­gen­über den BNN ein: „Das war ein Feh­ler.“Er hät­te die Na­men nicht als Un­ter­stüt­zer nen­nen dür­fen. Er ha­be bei ih­nen le­dig­lich Be­geis­te­rung be­zie­hungs­wei­se kei­ne Ein­wän­de ge­gen die von ihm und Lü­pertz in­sze­nier­te Karls­ru­her „Schöp­fungs­ge­schich­te“un­ter der Er­de ge­ern­tet. Der Lü­pertz-Pro­mo­ter Goll gibt wei­ter an, dass ihm von Spon­so­r­en­sei­te bis­lang 600 000 Eu­ro zu­ge­si­chert sei­en. „Ver­bucht ist aber noch nichts“, er­klärt Goll. Die not­wen­di­ge Mil­li­on will er bis Jah­res­en­de ge­sam­melt ha­ben, da­mit Lü­pertz mit sei­nem 14-tei­li­gen Werk zur „Ge­ne­sis“los­le­gen kann.

„Es trifft nicht zu, dass das KIT Spon­sor bei die­sem Pro­jekt ist. Von et­wai­gen ent­spre­chen­den Aus­sa­gen von an­de­rer Sei­te möch­ten wir uns aus­drück­lich dis­tan­zie­ren“, heißt es in der Stel­lung­nah­me. „Das KIT fi­nan­ziert sich aus Steu­er­gel­dern – da­mit kann und darf es von vorn­her­ein pri­va­te Initia­ti­ven die­ser Art nicht als Spon­sor mit­fi­nan­zie­ren“, er­läu­tert Pres­se­spre­che­rin Mar­ga­re­te Leh­né. In­halt­lich wol­le sich das KIT über­haupt nicht zu Golls Mar­ke­ting und der Lü­pertz­schen Schöp­fungs­ge­schich­te po­si­tio­nie­ren, er­gänzt sie.

„Ich ha­be mich be­geis­tert ge­zeigt, dass Tie­re in der Sta­ti­on der Schöp­fungs­ge­schich­te in Zoo­nä­he von Lü­pertz dar­ge­stellt wer­den“, be­stä­tigt Zoo­di­rek­tor Mat­thi­as Rein­schmidt. „Ich ha­be aber gleich ge­sagt, dass wir uns fi­nan­zi­ell in kei­ner Wei­se be­tei­li­gen.“Über­haupt ha­be er „kei­ne Un­ter­stüt­zung“zu­ge­si­chert. Das Toll­haus hat­te be­reits vor zwei Ta­gen energisch Goll wi­der­spro­chen: Es wol­le in kei­ner Form mit­ma­chen und leh­ne das U-Strab-Kunst­pro­jekt aus meh­re­ren Grün­den ge­ne­rell ab.

Al­le vier künst­le­ri­schen Bei­rä­te ha­ben in der au­ßer­dem mit sechs Po­li­ti­kern be­setz­ten Kunst­kom­mis­si­on der Stadt das Lü­pertz-Pro­jekt als in­ak­zep­ta­bel scharf kri­ti­siert. Dies be­legt ih­re den BNN vor­lie­gen­den Stel­lung­nah­me. Auch meh­re­re Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen leh­nen die Lü­pertz-In­stal­la­ti­on oh­ne Wett­be­werb ab. Bis­lang hat nur ZKM-Chef Pe­ter Wei­bel das Pro­jekt und die Stadt­po­li­tik in die­ser Sa­che öf­fent­lich an­ge­grif­fen. Ent­schie­den bleibt da­ge­gen Goll bei sei­ner Ein­schät­zung: „Wen ich auch an­sprach, al­le wa­ren da­für.“Hät­te er ei­ne Ab­leh­nungs­front in den Kul­tur­krei­sen ge­spürt, dann hät­te er doch das Pro­jekt gar nicht mit gro­ßem Elan wei­ter­ver­folgt, meint Goll.

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