Trump: Kon­gress ver­ant­wort­lich

Kri­tik an Sank­ti­ons­kurs der USA / Schulz ruft zu Wi­der­stand der EU auf

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Washington (dpa). US-Prä­si­dent Do­nald Trump macht den US-Kon­gress für ei­ne dras­ti­sche Ver­schlech­te­rung des Ver­hält­nis­ses zu Russ­land ver­ant­wort­lich. Die Be­zie­hun­gen be­fän­den sich in ei­nem „bis­her un­er­reich­ten Tief“, das „sehr ge­fähr­lich“sei, be­klag­te Trump auf Twit­ter. Da­für sei dem Kon­gress zu dan­ken, füg­te er sar­kas­tisch hin­zu.

Der Prä­si­dent be­zog sich da­mit auf ein vom Kon­gress be­schlos­se­nes Ge­setz über neue Sank­tio­nen ge­gen Russ­land, das Trump wi­der­wil­lig mit sei­ner Un­ter­schrift in Kraft ge­setzt hat­te. Trump kri­ti­siert das Ge­setz un­ter an­de­rem des­halb, weil es sei­ne Voll­mach­ten zu ei­ner mög­li­chen spä­te­ren Ab­mil­de­rung der Straf­maß­nah­men ein­schränkt. Dass der Prä­si­dent es trotz sei­ner Be­den­ken ab­zeich­ne­te, be­grün­de­te er da­mit, dass es ihm um die „na­tio­na­le Ein­heit“in der Po­si­ti­on ge­gen­über Mos­kau ge­he. Die neu­en Sank­tio­nen wur­den we­gen der mut­maß­li­chen rus­si­schen Cy­ber­in­ter­ven­tio­nen im US-Wahl­kampf und der Anne­xi­on der Krim-Halb­in­sel im Jahr 2014 ver­hängt.

Der rus­si­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Dmi­tri Med­we­dew brand­mark­te die neu­en Straf­maß­nah­men als „Han­dels­krieg“ und warf Trump „völ­li­ge Schwä­che“vor. Mehr als die Hälf­te der Deut­schen sind un­ter­des­sen ge­gen wei­te­re ver­schärf­te Sank­tio­nen der USA ge­gen Russ­land. Nach ei­ner Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts YouGov sind 55 Pro­zent der Be­frag­ten der An­sicht, dass der­ar­ti­ge Sank­tio­nen „auf kei­nen Fall“oder „eher nicht“an­ge­mes­sen sind. SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz rief zum Wi­der­stand der EU ge­gen den Sank­ti­ons­kurs der USA auf. „Eu­ro­pa muss sich ge­gen die rück­sichts­lo­se ame­ri­ka­ni­sche Han­dels­po­li­tik weh­ren“, sag­te Schulz.

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