Ka­e­ser geht in die Ver­län­ge­rung

Sie­mens-Chef sieht wei­te­re Her­aus­for­de­run­gen

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Chris­ti­ne Schult­ze

Mün­chen. Ver­län­ge­rung für Sie­men­sChef Joe Ka­e­ser: Der Top-Ma­na­ger soll den Elek­tro­kon­zern wei­te­re zwei­ein­halb Jah­re auf die Zu­kunft vor­be­rei­ten. Der Auf­sichts­rat ver­län­ger­te sein Man­dat vor­zei­tig bis zur Haupt­ver­samm­lung im Jahr 2021, wie Sie­mens ges­tern in Mün­chen mit­teil­te. „Herr Ka­e­ser hat die Neu­aus­rich­tung von Sie­mens in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mit gro­ßem En­ga­ge­ment und Un­ter­neh­mer­geist vor­an­ge­trie­ben“, er­klär­te Chef­auf­se­her Ger­hard Crom­me. „Er ist nicht nur Ga­rant des Er­fol­ges, son­dern auch der Sta­bi­li­tät in zu­neh­mend un­ru­hi­gen Zei­ten.“

Ka­e­ser steht seit vier Jah­ren an der Spit­ze des Elek­tro­kon­zerns. Die vor­zei­ti­ge Ver­län­ge­rung kommt nicht über­ra­schend, denn der 60-Jäh­ri­ge hat viel in Be­we­gung ge­setzt und den Kon­zern­um­bau bis 2020 aus­ge­legt. Als er den Chef­pos­ten Mit­te 2013 von Pe­ter Lö­scher über­nahm, herrsch­te nach meh­re­ren Ge­winn­war­nun­gen in Fol­ge tie­fe Ve­r­un­si­che­rung. Ka­e­ser rich­tet das Un­ter­neh­men auf die wachs­tums­träch­ti­gen Ge­schäfts­fel­der Di­gi­ta­li­sie­rung, Au­to­ma­ti­sie­rung und Elek­tri­fi­zie­rung aus. Hier ge­be es auch noch viel zu tun, er­klär­te der Sie­mens-Chef ges­tern. Da­zu ge­hö­ren auch die Bör­sen­plä­ne für die be­reits selbst­stän­di­ge Me­di­zin­tech­nik na­mens „He­alt­hineers“. Im ers­ten Halb­jahr 2018 soll der Gang aufs Par­kett er­fol­gen – ob in den USA oder in Deutsch­land, das ließ Fi­nanz­vor­stand Ralf Tho­mas of­fen. „Wir ge­hen an die Bör­se, weil wir da­mit die nö­ti­gen Mit­tel für Wachs­tum und Ak­qui­si­ti­on zur Ver­fü­gung stel­len kön­nen“, sag­te der zu­stän­di­ge Vor­stand Michael Sen.

Die USA gel­ten we­gen ho­her Bör­sen­be­wer­tun­gen für Me­di­zin­tech­nik-Un­ter­neh­men als at­trak­tiv. Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter hat­ten sich aber ge­gen ei­nen US-Bör­sen­gang ge­stellt, weil sie ei­ne Aus­höh­lung der Mit­be­stim­mung fürch­ten.

Ge­schäft­lich lief es im drit­ten Quar­tal des lau­fen­den Ge­schäfts­jah­res (30. Sep­tem­ber) eher durch­wach­sen. Der Auf­trags­ein­gang gab um sechs Pro­zent auf 19,8 Mil­li­ar­den Eu­ro nach. Vor al­lem in der Strom­er­zeu­gungs­spar­te „Po­wer and Gas“so­wie im Wind­kraft­ge­schäft la­gen die Be­stel­lun­gen un­ter dem Vor­jahr. Der Kon­zern­um­satz leg­te hin­ge­gen um acht Pro­zent auf 21,4 Mil­li­ar­den Eu­ro zu. Auch beim Ge­winn schnitt Sie­mens mit knapp 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro et­was bes­ser ab als vor Jah­res­frist (rund 1,4 Mil­li­ar­den Eu­ro). Im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr peilt Sie­mens un­ter dem Strich wei­ter bis zu 6,55 Mil­li­ar­den Eu­ro Ge­winn an. Die Del­le beim Or­der­ein­gang soll im Schluss­quar­tal wett­ge­macht wer­den. Kei­ne Neu­ig­kei­ten gab es mit Blick auf ein mög­li­ches Bünd­nis von Sie­mens und Bom­bar­dier im Zug­ge­schäft. Ka­e­ser ver­wies er­neut auf den Kon­so­li­die­rungs­druck.

Zwei­ein­halb Jah­re drauf­ge­sat­telt

BLEIBT: Sie­mens-Chef Joe Ka­e­ser ist noch nicht am Ziel. Di­gi­ta­li­sie­rung und In­dus­trie 4.0 sind die Schlag­wor­te für die Neu­aus­rich­tung des Elek­tro­kon­zerns. Fo­to: dpa

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