Haus­halts­hil­fe ver­haf­tet

Fahn­dungs­er­folg nach dem ge­walt­sa­men Tod ei­ner 66-Jäh­ri­gen beim Kol­ping­platz

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Su­san­ne Jock

Die Er­leich­te­rung der An­woh­ner und Ge­schäfts­leu­te rund um den Kol­ping­platz ist groß: Die Blut­tat in ih­rer Nach­bar­schaft in der be­schau­li­chen Süd­west­stadt scheint auf­ge­klärt zu sein. Für den ge­walt­sa­men Tod der 66-jäh­ri­gen Ve­re­na Löb­nitz in ih­rer Woh­nung in der Alb­tal­stra­ße ist nach den Er­kennt­nis­sen der Er­mitt­ler die 61-jäh­ri­ge Haus­halts­hil­fe des Op­fers ver­ant­wort­lich.

Wie Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft ges­tern mit­teil­ten, wur­de am Mitt­woch­mor­gen die Tat­ver­däch­ti­ge durch Be­am­te der Son­der­kom­mis­si­on „Kol­ping“fest­ge­nom­men und dem Haft­rich­ter des Amts­ge­richts Karls­ru­he vor­ge­führt. Die­ser setz­te den von der Staats­an­walt­schaft Karls­ru­he be­reits zu­vor er­wirk­ten Haft­be­fehl in Voll­zug. An­schlie­ßend wur­de die Frau in ei­ne Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt ge­bracht. Der Be­schul­dig­ten wird vor­ge­wor­fen, Ve­re­na Löb­nitz in ih­rer Woh­nung in der Alb­tal­stra­ße ge­tö­tet und an­schlie­ßend ei­nen Brand zur Ver­de­ckung der Tat ge­legt zu ha­ben.

Wie be­rich­tet, wur­de am 18. Mai bei Lösch­ar­bei­ten ei­nes Woh­nungs­bran­des im ers­ten Ober­ge­schoss in der Alb­tal­stra­ße 4 die 66-Jäh­ri­ge tot in ih­rer Woh­nung ge­fun­den. Die Er­mitt­lun­gen der Kri­mi­nal­po­li­zei er­ga­ben schnell, dass sie Op­fer ei­nes Tö­tungs­de­lik­tes ge­wor­den war. Nach der Ob­duk­ti­on ga­ben die Er­mitt­ler be­kannt, dass Ve­re­na Löb­nitz vie­le Ver­let­zun­gen im Kopf- und Hals­be­reich so­wie am Ober­kör­per hat­te. Als ge­si­chert kön­ne an­ge­se­hen wer­den, dass sie be­reits vor Aus­bruch des Bran­des tot war.

Die nun be­schul­dig­te Haus­halts­hil­fe sei schon in ei­nem frü­hen Sta­di­um der Er­mitt­lun­gen ins Vi­sier der So­ko ge­ra­ten, tei­len Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft nun mit. Im wei­te­ren Ver­lauf hät­ten sich Ver­dachts­mo­men­te ge­gen die 61-Jäh­ri­ge er­här­tet, wes­halb die Staats­an­walt­schaft Karls­ru­he ei­nen Haft­be­fehl er­wirk­te. Die Be­schul­dig­te hat sich bis­lang nicht zu den Vor­wür­fen ge­äu­ßert. Die Er­mitt­lun­gen zu den Hin­ter­grün­den der Tat dau­ern der­zeit noch an. Die 40-köp­fi­ge So­ko „Kol­ping“– be­nannt nach dem Kol­ping­platz in un­mit­tel­ba­rer Nä­he des Tat­or­tes – hat in den ver­gan­ge­nen Wo­chen über 1 300 Per­so­nen be­fragt und über­prüft. Die­se stamm­ten aus dem Um­feld der Ge­tö­te­ten be­zie­hungs­wei­se ha­ben ei­nen Be­zug zum An­we­sen Alb­tal­stra­ße 4. Die von der Kri­mi­nal­tech­nik in der Woh­nung des Op­fers akri­bisch ge­si­cher­ten Spu­ren wa­ren teil­wei­se durch den Brand stark in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen und muss­ten beim Lan­des­kri­mi­nal­amt in Stuttgart zeit­in­ten­siv ana­ly­siert und aus­ge­wer­tet wer­den, heißt es in der Er­klä­rung von Po­li­zei und Staats­an­walt­schaft.

Auf der Su­che nach Be­weis­mit­teln durch­kämm­ten Be­reit­schafts­po­li­zis­ten auch die um­lie­gen­den Stra­ßen mit ih­ren Grün­strei­fen so­wie das an­gren­zen­de Bei­ert­hei­mer Wäld­chen. Eben­falls zur Spu­ren­su­che wur­de die Ab­fuhr des Sperr­mülls rund im den Kol­ping­platz am Tag nach der Tat ge­stoppt. Auch ei­ne Be­loh­nung von 3 000 Eu­ro hat­te die Staats­an­walt­schaft für Hin­wei­se zur Auf­klä­rung der Blut­tat aus­ge­lobt.

Die Men­schen im Stadt­teil hat­te der ge­walt­sa­me Tod der 66-jäh­ri­gen ent­setzt. Ve­re­na Löb­nitz hat­te zwar al­lei­ne und zu­rück­ge­zo­gen ge­lebt, fre­quen­tier­te aber die Ge­schäf­te und sons­ti­gen Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen rund um den Kol­ping­platz und war vie­len Men­schen be­kannt.

Früh im Vi­sier der Er­mitt­ler

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