Vor Pa­nik-Atta­cken wird ge­warnt

Sport­di­rek­tor Kreu­zer er­war­tet, dass der KSC sei­ne Wid­rig­kei­ten bald meis­tern wird

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Dan­kert

Karls­ru­he. Ges­tern früh um fünf Uhr klet­ter­ten die Be­rufs­fuß­bal­ler des Karls­ru­her SC da­heim aus dem Bus. Nach sie­ben­ein­halb­stün­di­ger Fahrt wa­ren sie froh dar­über, den Rest des Ta­ges zur Re­ge­ne­ra­ti­on zu ha­ben. Oli­ver Kreu­zer war die 600 Ki­lo­me­ter mit dem Wa­gen vor­ge­fah­ren, so­mit deut­lich frü­her dran und am Vor­mit­tag bald wie­der dar­in ge­fragt, sei­ne Ein­drü­cke von der We­ser zu sor­tie­ren. Mit Fans, die Schimpf und Schan­de über dem KSC ent­la­den hat­ten, hat­te er dort ei­ne Wei­le dis­ku­tiert. „Die von ei­nem Fehl­start re­den wol­len, sol­len das tun. Na­tür­lich ha­ben wir uns mehr vor­ge­stellt, als nach dem drit­ten Spiel­tag mit ei­nem Punkt da­zu­ste­hen“, sag­te der Sport­di­rek­tor und er­gänz­te: „Der Hy­pe um die Mann­schaft war vor der Sai­son groß, nach mei­nem Ge­schmack zu groß. Ich ha­be im­mer ge­sagt, wir müs­sen al­les erst mal auf den Platz brin­gen. Und wir ha­ben im Mo­ment das Pro­blem, es auf den Platz zu brin­gen.“

„Blöd“klän­gen nach der 0:2-Nie­der­la­ge un­wei­ger­lich die Ver­wei­se auf er­kann­te Fort­schrit­te, wuss­te Kreu­zer, doch ha­be es tat­säch­lich „pha­sen­wei­se wie­der wie Fuß­ball aus­ge­se­hen“, was die auf vier Po­si­tio­nen ver­än­der­te Elf auf „Platz 11“des We­ser­sta­di­ons auf­ge­führt hat­te. „Was uns killt, sind die­se bru­ta­len in­di­vi­du­el­len Feh­ler“, klag­te Kreu­zer und er­in­ner­te an Jo­nas Föh­ren­bachs zag­haf­ten Kopf­bal­l­ein­satz, der den Bre­mer Kon­ter vor dem 0:1 ins Rol­len ge­bracht hat­te. Auch Schluss­mann Ben­ja­min Uphoff, der da­nach mit star­ken Ta­ten zum bes­ten KSC-Spie­ler avan­cie­ren soll­te, sah nicht glück­lich aus, als er den Ball vor die Fü­ße von Le­on Jen­sen ab­wehr­te. Das 0:2 kurz vor Schluss – ge­schenkt, weil man da­vor ei­ge­ne Mög­lich­kei­ten lo­cker lie­gen ließ.

Da war man al­so: Sie­ben Ge­gen­to­re in drei Spie­len, ein ein­zi­ger Punkt nur, Platz 15 – und kei­ne Zeit zum Gr­ü­beln. Denn schon am mor­gi­gen Sams­tag (14 Uhr) kreuzt der mit drei Sie­gen und oh­ne Ge­gen­tor per­fekt ge­star­te­te SV We­hen Wies­ba­den im Wild­park­sta­di­on auf. Der für die Par­tie in Bre­men ge­op­fer­te Sech­ser Andre­as Hof­mann muss da­mit rech­nen, wie­der zu feh­len. „In Bre­men war das der Tak­tik ge­schul­det. Durch den Aus­fall von Mat­thi­as Ba­der gab es aber kei­ne an­de­re Mög­lich­keit, da wir nun ein­mal laut Re­gel­werk vier U-23-Ak­teu­re auf dem Bo­gen brau­chen“, be­grün­de­te Kreu­zer, dem nicht neu ist, dass sich Marc-Patrick Meis­ters beim Auf­stiegs-Top-Fa­vo­ri­ten ein­ge­schla­ge­nen tak­ti­schen We­ge längst nicht je­dem Be­ob­ach­ter er­schlie­ßen. Auch Ge­dan­ken, dass es Spie­lern so er­ge­hen könn­te, wer­den im Um­feld in­zwi­schen lau­ter. Ist das Spiel ge­gen We­hen Wies­ba­den für den Chef­trai­ner et­wa ei­nes, das er ge­win­nen muss? Kreu­zer wehr­te ges­tern ab: „Ich wer­de die­ser Denk­wei­se kom­plett den Rie­gel vor­schie­ben. Wir ha­ben ei­nen neu­en Ka­der, das ist ver­gleich­bar mit Würz­burg. Schon wie­der ei­ne Trai­ner­de­bat­te zu füh­ren, nach dem drit­ten Spiel­tag, das macht null­kom­ma­null Sinn.“Mit ei­ni­gen Spie­lern ha­be er schon auf dem Platz in Bre­men ge­spro­chen: „Wir müs­sen jetzt stark blei­ben, dür­fen nicht in Pa­nik ver­fal­len. Das ist ei­ne schwie­ri­ge Si­tua­ti­on, wir müs­sen da aber ge­mein­sam durch.“

Die ge­won­ne­nen Vor­be­rei­tungs­spie­le ge­gen Fleet­wood Town und Ein­tracht Braun­schweig wi­der­leg­ten laut Kreu­zer je­den Zwei­fel an der Stim­mig­keit der ein­ge­schla­ge­nen Li­nie.

TREFF­PUNKT AM ZAUN: Nach dem Ab­pfiff in Bre­men such­te Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer das Ge­spräch mit den mit­ge­reis­ten KSC-Fans. Fo­to: GES

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