„Un­ge­schla­gen, un­auf­halt­bar – das wür­de mir ge­fal­len“

Bolt strebt noch­mals WM-Gold über 100 Me­ter an / Speer­wer­fer und Mehr­kämp­fer deut­sche Me­dail­len­kan­di­da­ten

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Lon­don (sid). Usain Bolt will mit ei­ner letz­ten gro­ßen Show und Dop­pel-Gold in Ren­te ge­hen, den deut­schen Leicht­ath­le­ten bleibt beim fi­na­len Auf­tritt des Su­per­stars nur ei­ne Ne­ben­rol­le. Auch wenn die deut­schen Speer­wer­fer um Olym­pia­sie­ger Tho­mas Röh­ler und den deut­schen Re­kord­ler Jo­han­nes Vet­ter selbst His­to­ri­sches schaf­fen kön­nen – der Hy­pe um den Ab­schied des Ja­mai­ka­ners wird die heu­te star­ten­de Leicht­ath­le­tik-WM in Lon­don (4. bis 13. Au­gust) fast voll­stän­dig über­la­gern.

Vor dem Schluss­akt sei­ner sa­gen­haf­ten Kar­rie­re ist „King Usain“die Ru­he selbst. „Wel­che Schlag­zei­le ich nach der WM le­sen möch­te?“, frag­te er und ant­wor­te­te selbst: „Usain Bolt ist un­ge­schla­gen auf ei­ner Ein­zel­stre­cke in den Ru­he­stand ge­gan­gen. Un­ge­schla­gen, un­auf­halt­bar – das wür­de mir ge­fal­len.“Dann wä­re am En­de der WM zu sei­nen acht Olym­pia­sie­gen und elf WM-Ti­teln ein wei­te­rer gro­ßer Tri­umph über 100 Me­ter hin­zu­ge­kom­men. Zu­dem steht noch der Staf­fel-Auf­tritt über 4x100 Me­ter auf sei­nem Ab­schieds­pro­gramm. Doch Bolt ist längst nicht mehr der un­um­schränk­te Herr­scher wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Die Ge­fahr, dass sich der 30-Jäh­ri­ge mit ei­ner Nie­der­la­ge ver­ab­schie­det, be­steht, ob­wohl An­dré De Gras­se aus Ka­na­da als ei­ner sei­ner ärgs­ten Kon­kur­ren­ten ver­let­zungs­be­dingt nicht star­ten kann. Auf sei­ne Lieb­lings­stre­cke 200 Me­ter ver­zich­tet Bolt.

Auf den gro­ßen Wurf hof­fen die deut­schen Män­ner mit dem Speer in der kom­men­den Wo­che. Tho­mas Röh­ler, Jo­han­nes Vet­ter und Andre­as Hof­mann ge­hen als Num­mer eins, zwei und drei der Welt in den Wett­streit um Gold: Ein kom­plett deut­sches Po­di­um ist im Be­reich des Mög­li­chen. An­sons­ten sind aus deut­scher Sicht die gro­ßen Me­dail­len­hoff­nun­gen rar ge­sät. Acht Me­dail­len wie 2015 in Pe­king wä­ren ei­ne rie­si­ge Über­ra­schung. Die in­ter­na­tio­na­le Kon­kur­renz ist wie­der ex­trem stark, Vet­ter und Zehn­kämp­fer Ri­co Frei­muth (8 663 Punk­te) füh­ren als ein­zi­ge DLV-As­se die Jah­res-Welt­bes­ten­lis­te an. Aus­sichts­reich star­tet Sie­ben­kämp­fe­rin Ca­ro­lin Schä­fer. Dis­kus-Star Ro­bert Har­ting ist dies­mal eher Jä­ger. Rio-Olym­pia­sie­ger Chris­toph Har­ting und Da­ni­el Jas­in­ski, der in Bra­si­li­en Bron­ze ge­wann, schaff­ten die Qua­li nicht.

Der bei Olym­pia 2016 fast kom­plett feh­len­de und im­mer noch sus­pen­dier­te rus­si­sche Ver­band ist wie­der mit da­bei. Zu­min­dest 19 Sport­ler mit Son­der­ge­neh­mi­gung. Mit Span­nung wird der Auf­tritt des 400-Me­ter-Welt­re­kord­lers Way­de van Nie­kerk er­war­tet. Der Süd­afri­ka­ner peilt das ers­te Gold-Dou­ble aus hal­ber und gan­zer Sta­di­on­run­de seit Michael John­son 1995 an.

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