Schwe­re Kri­se in Han­no­ver Über­tritt von Grü­ner ver­än­dert Mehr­heits­ver­hält­nis­se im Land­tag

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Han­no­ver (dpa/AFP/BNN). Der über­ra­schen­de Wech­sel ei­ner Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­ten zur CDU hat in Nie­der­sach­sen die Re­gie­rung von Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) in ei­ne schwe­re Kri­se ge­stürzt. Fünf Mo­na­te vor der Land­tags­wahl ver­lor die rot-grü­ne Ko­ali­ti­on in Han­no­ver ih­re knap­pe Ein-Stim­men­Mehr­heit im Land­tag an die Op­po­si­ti­on aus CDU und FDP.

Weil sprach von ei­ner „In­tri­ge“, plä­dier­te für ei­ne ra­sche Selbst­auf­lö­sung des Par­la­ments, lehn­te ei­nen Rück­tritt je­doch ab. Die Grü­nen for­der­ten ih­re bis­he­ri­ge Ab­ge­ord­ne­te El­ke Twes­ten auf, ihr Man­dat zu­rück­zu­ge­ben. Re­gu­lär wird am 14. Ja­nu­ar kom­men­den Jah­res ein neu­er Land­tag ge­wählt.

Twes­ten be­grün­de­te ih­ren Schritt da­mit, dass die Grü­nen sie nicht für die Wahl 2018 in ih­rem Wahl­kreis in Ro­ten­burg (Wüm­me) no­mi­niert ha­ben. „Ich se­he mei­ne po­li­ti­sche Zu­kunft in der CDU“, er­klär­te sie. CDU-Lan­des­chef Bernd Al­t­hus­mann ver­si­cher­te, sei­ne Par­tei ha­be der 54-Jäh­ri­gen kei­ne An­ge­bo­te ge­macht.

Mi­nis­ter­prä­si­dent Weil er­klär­te: „Ich stel­le mich je­der­zeit sehr ger­ne dem Wäh­ler­wil­len, aber ich wer­de ei­ner In­tri­ge nicht wei­chen.“Die Wäh­ler sei­en die ein­zi­gen, die über Mehr­hei­ten be­stim­men dürf­ten. CDU-Frak­ti­ons­chef Björn Thüm­ler will sei­ner Frak­ti­on emp­feh­len, die Ex-Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­te auf­zu­neh­men. Dann hät­ten CDU und FDP zu­sam­men 69 Sit­ze, SPD und Grü­ne 68 Sit­ze. Bis­lang war das Ver­hält­nis um­ge­kehrt. Der stell­ver­tre­ten­de SPDBun­des­vor­sit­zen­de Ralf Steg­ner nann­te den Über­tritt der Grü­nen-Po­li­ti­ke­rin zur CDU „po­li­tisch un­an­stän­dig“. CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber sag­te, Rot-Grün kön­ne nicht ver­läss­lich re­gie­ren.

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