„Wan­naC­ry“-Ret­ter im Fo­kus der Er­mitt­ler

Ha­cker soll Schad­soft­ware ent­wi­ckelt ha­ben

Pforzheimer Kurier - - POLITIK - MAR­CUS HUT­CHINS wur­de fest­ge­nom­men. Fo­to: dpa

Washington (dpa). Der IT-Ex­per­te, der im Mai den ver­hee­ren­den Tro­ja­ner „Wan­naC­ry“stopp­te, ist in den USA fest­ge­nom­men wor­den. Das FBI wirft dem Bri­ten Mar­cus Hut­chins vor, er sei vor über drei Jah­ren an Ent­wick­lung und Ver­brei­tung der Schad­soft­ware „Kro­nos“be­tei­ligt ge­we­sen. Sie war da­zu ge­dacht, Lo­gin-Da­ten im On­line-Ban­king ab­zu­grei­fen.

Hut­chins wur­de auf der Rück­rei­se von den IT-Si­cher­heits­kon­fe­ren­zen Def­con und Black Hat in Las Ve­gas fest­ge­nom­men, die von vie­len Ha­ckern be­sucht wer­den. Die letz­ten Tweets setz­te er vom Flug­ha­fen ab, da­nach war Funk­stil­le. Hut­chins ar­bei­tet in Groß­bri­tan­ni­en für die IT-Si­cher­heits­fir­ma Kryptos Lo­gic. Bei der ex­plo­si­ven glo­ba­len Aus­brei­tung des Er­pres­sungs­tro­ja­ners „Wan­naC­ry“Mit­te Mai ent­deck­te Hut­chins als ers­ter ei­ne Art Aus­schalt­knopf in der Soft­ware. Es war ein glück­li­cher Zu­fall, wie er spä­ter selbst ein­räum­te. Der Tro­ja­ner hat­te im Mai 300 000 Com­pu­ter in 150 Län­dern be­fal­len, ver­schlüs­sel­te Da­ten auf den Rech­nern und for­der­te Lö­se­geld. Hut­chins hat­te nach sei­nem Coup zu­nächst ver­sucht, an­onym zu blei­ben, aber sein Na­me wur­de schnell öf­fent­lich. „Wan­naC­ry“hat­te un­ter an­de­rem die Ar­beit meh­re­rer Kran­ken­häu­ser in Groß­bri­tan­ni­en, Fahr­plan-An­zei­gen bei der Deut­schen Bahn und die Pro­duk­ti­on in meh­re­ren Re­nault-Wer­ken ge­stört.

Der Tro­ja­ner „Kro­nos“tauch­te im Som­mer 2014 auf. Die US-Er­mitt­ler wer­fen Hut­chins vor, er ha­be die Schad­soft­ware ge­schrie­ben. Ein Kom­pli­ze ha­be sie für 3 000 Dol­lar im Netz an­ge­bo­ten.

HU­MOR IN ZEI­TEN VON FI­PRO­NIL Ka­ri­ka­tur: Plaß­mann

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