Paul Ka­ga­me

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Paul Ka­ga­me spal­tet. Für vie­le in­ter­na­tio­na­le Part­ner ist er ein afri­ka­ni­scher Staats­mann, mit dem man re­den kann. In sei­nem Ruan­da ist Kor­rup­ti­on un­ter­sagt. Er för­dert Wirt­schafts­wachs­tum und Mo­der­ni­sie­rung. Er ist prag­ma­tisch, ziel­ori­en­tiert. Für sei­ne Geg­ner ist er aber ein au­to­ri­tä­rer Lang­zeit­prä­si­dent, der den klei­nen ost­afri­ka­ni­schen Staat mit ei­ser­ner Faust re­giert. Kri­tik to­le­riert der 59 Jah­re al­te Staats­chef, der auch bei der gest­ri­gen Wahl als si­che­rer Sie­ger galt, nicht.

An der Spit­ze der Pa­trio­ti­schen Front Ruan­das (RPF) be­en­de­te Ka­ga­me (Fo­to: dpa), ein Tut­si, 1994 den ver­hee­ren­den Völ­ker­mord, bei dem rund 800 000 Tut­si und ge­mä­ßig­te Hu­tu ge­tö­tet wur­den. Seit­dem ist der Va­ter von vier Kin­dern Teil der po­li­ti­schen Füh­rung, seit 2000 Prä­si­dent. Vor al­lem Ka­ga­me ist zu ver­dan­ken, dass in Ruan­da nun Sta­bi­li­tät herrscht, die Wirt­schaft um durch­schnitt­lich acht Pro­zent pro Jahr wächst, die Ar­mut sinkt und Tou­ris­ten die Na­tur­schutz­ge­bie­te des Lan­des be­su­chen. Men­schen­recht­ler kri­ti­sie­ren aber scharf die Ein­schrän­kun­gen der Mei­nungs­frei­heit, Pres­se und Op­po­si­ti­ons­ar­beit un­ter Ka­ga­me. Gioia Fors­ter

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