See­ho­fer will ra­sche Ef­fek­te se­hen

De­bat­te über staat­li­che Um­welt­prä­mie für al­te Die­sel

Pforzheimer Kurier - - WIRTSCHAFT -

Mün­chen/Berlin/Stuttgart (dpa). CSU-Chef Horst See­ho­fer bringt kurz nach dem Die­selgip­fel mög­li­che zu­sätz­li­che Kauf­an­rei­ze des Staa­tes für sau­be­re­re Au­tos ins Spiel. „Ich ge­be dem ge­fun­de­nen Pro­gramm ma­xi­mal drei Mo­na­te“, sag­te der baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent in Mün­chen. Soll­ten die Gip­felBe­schlüs­se bis Mit­te Ok­to­ber nicht zu nach­weis­ba­ren Ver­bes­se­run­gen der Luft füh­ren, müs­se der Bund zu­sätz­li­che Maß­nah­men er­grei­fen.

Um Fahr­ver­bo­te in Städ­ten zu ver­mei­den, blei­ben auch wei­ter Um­bau­ten an Mo­to­ren im Ge­spräch, die über die von der Bran­che zu­ge­sag­ten Soft­ware-Up­dates hin­aus­ge­hen. Ent­schei­dend sei, wie die von der In­dus­trie an­ge­bo­te­nen Maß­nah­men von den Au­to­be­sit­zern an­ge­nom­men wür­den, sag­te See­ho­fer. Soll­te sich kei­ne Wir­kung ent­fal­ten, stei­ge die Ge­fahr von Fahr­ver­bo­ten. Dann müs­se der Bund ei­ne „Um­welt­prä­mie“für al­te Die­sel an­stre­ben.

Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD) hat­te öf­fent­lich fi­nan­zier­ten Kauf­prä­mi­en be­reits nach dem Die­selgip­fel ei­ne kla­re Ab­sa­ge er­teilt. Bei dem Tref­fen von Bund, Län­dern und der Bran­che hat­ten die deut­schen Her­stel­ler zu­ge­sagt, selbst „Um­stiegs­prä­mi­en“für Be­sit­zer al­ter Die­sel zu fi­nan­zie­ren, die sich ein sau­be­re­res, neu­es Au­to kau­fen. BMW will bis zu 2 000 Eu­ro Prä­mie zah­len, Daim­ler je nach Fahr­zeug ei­nen „vier­stel­li­gen Be­trag“. Volks­wa­gen be­kräf­tig­te ges­tern, ei­ne Prä­mie für Die­sel der Ab­gas­nor­men Eu­ro 1 bis Eu­ro 4 an­zu­bie­ten, nann­te aber wei­ter­hin kei­ne Ein­zel­hei­ten.

See­ho­fer mach­te sich un­ab­hän­gig da­von da­für stark, auch über ei­ne Re­form der Kfz-Steu­er nach­zu­den­ken. „Wir kön­nen nicht die al­ten Stin­ker steu­er­lich ge­nau­so be­han­deln wie die neu­en Die­sel“, sag­te er.

Für die saar­län­di­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU) sind Hard­ware-Um­rüs­tun­gen noch nicht vom Tisch. „Da ist für mich das letz­te Wort noch nicht ge­spro­chen“, sag­te sie. Es wer­de durch­aus dis­ku­tiert, ob rei­ne Soft­ware-Um­stel­lun­gen aus­reich­ten. Ba­den-Würt­tem­bergs Mi­nis­ter­prä­si­dent Winfried Kret­sch­mann (Grü­ne) ver­langt der­weil von der Bun­des­re­gie­rung ei­ne ra­sche Um­set­zung der Er­geb­nis­se des Die­sel­gip­fels. „Ich bin kei­ner, der Äp­fel mit Bir­nen ver­gleicht, aber zur Ehr­lich­keit in der Fe­in­staub­de­bat­te ge­hört auch: Ei­ne Zi­ga­ret­te setzt mehr Fe­in­staub frei als ein Die­sel­be­trieb oh­ne Ka­ta­ly­sa­tor bei ei­ner St­un­de Lauf­zeit.“Der ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Ge­sund­heits­mi­nis­ter Man­fred Lu­cha (Grü­ne).

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