Stern­stun­den

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Seit 2005 spielt Gri­go­ry So­ko­l­ov kei­ne Kon­zer­te mit Orches­ter mehr. Nun sind zwei her­vor­ra­gen­de Kon­zert-Mit­schnit­te mit Wolf­gang Ama­de­us Mo­zarts Kla­vier­kon­zert in A-Dur KV 488 mit dem Mah­ler Cham­ber Orches­tra un­ter Tre­vor Pin­nock (2005) und das 3. Kla­vier­kon­zert von Ser­gej Rach­ma­ni­now aus dem Jahr 1995 von den Lon­do­ner Proms er­schie­nen. Hier sind So­ko­l­ov die BBC Phil­har­mo­nic un­ter Yan Pas­cal Tor­te­lier gleich ge­stimm­te Part­ner.

So­ko­l­ovs Mo­zart-Spiel ist in den Eck­sät­zen per­lend, aber nie zu leicht­ge­wich­tig, aus­drucks­stark und far­ben­reich oh­ne Über­trei­bun­gen im Ad­a­gio. Über­wäl­ti­gend ist der Lon­do­ner Mit­schnitt des d-Moll-Kon­zerts von Rach­ma­ni­now. Hier zeigt sich der Aus­nah­me­pia­nist in vir­tuo­ser Höchst­form, reizt die Tem­po­ge­gen­sät­ze zwi­schen den sehr schnell ge­nom­me­nen bril­lan­ten Pas­sa­gen und der ly­ri­schen In­ten­si­tät der breit ge­spiel­ten Mo­men­te wie des In­ter­mez­zo aus. Ge­mein­sam mit dem Orches­ter ent­steht hier ein Sog, dem man sich nicht ent­zie­hen kann. Ver­gleich­bar ist die­ses Spiel höchs­tens mit den frü­hen Ein­spie­lun­gen von Vla­di­mir Ho­ro­witz aus den 1930er und 50er Jah­ren oder des Spiels von Mar­tha Ar­ge­rich. Als „Zu­ga­be“gibt es ei­ne DVD, die, da So­ko­l­ov kei­ne In­ter­views gibt, sich auf Ge­sprä­che mit Freun­den und Be­kann­ten des rät­sel­haf­ten Künst­lers stützt. sws

So­ko­low spielt Mo­zart und Rach­ma­ni­now, DG, CD und DVD 4797015, 71,43 Mi­nu­ten CD-Spiel­dau­er, 21,99 Eu­ro.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.