Bolt-Show mit Stot­ter­start

Ja­mai­ka­ner hat noch Luft nach oben / Fa­rah nicht zu schla­gen

Pforzheimer Kurier - - SPORT -

Lon­don (sid). Als Su­per­star Usain Bolt zum Start sei­ner Ab­schieds­vor­stel­lung lo­cker und leicht ins Halb­fi­na­le jogg­te, hat­te Ro­bert Har­ting sei­ne Pflicht­auf­ga­be schon längst eben­so sou­ve­rän ge­löst. Wäh­rend der Ja­mai­ka­ner am ers­ten Tag der Leicht­ath­le­tik-WM in Lon­don sei­nen 100-Me­ter-Vor­lauf wie ge­wohnt in ei­ne Bolt-Show ver­wan­del­te und in 10,07 Se­kun­den ge­wann, hak­te Har­ting sein Qua­li-Dra­ma von Rio end­gül­tig ab. Der Dis­kus-Olym­pia­sie­ger von Lon­don kam im ers­ten Ver­such auf 65,32 Me­ter und zog oh­ne Pro­ble­me ins Fi­na­le ein. „Durch im ers­ten Wurf, so hat­te ich mir das vor­ge­stellt. Das war der Plan. Es war nicht ein­fach, aber es ist ei­ne schö­ne At­mo­sphä­re und ein tol­les Pu­bli­kum“, sag­te Har­ting: „Ich füh­le mich gut, mein Kör­per fühlt sich gut.“

Mo Fa­rah hat über 10 000 Me­ter sei­nen sechs­ten WM-Ti­tel ge­won­nen. Der Bri­te si­cher­te sich in der Welt­jah­res­best­zeit von 26:49,51 Mi­nu­ten die ers­te Gold­me­dail­le der Ti­tel­kämp­fe. Zwei­ter wur­de Jos­hua Ki­prui For­te aus Ugan­da (26:49,94) vor dem ke­nia­ni­schen Olym­pia-Zwei­ten Paul Ta­nui (26:50,60).

Har­ting hat an Lon­don gu­te Er­in­ne­run­gen: 2012 war der Ber­li­ner an glei­cher Stel­le Olym­pia­sie­ger ge­wor­den. In Rio im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te der 32-Jäh­ri­ge we­gen ei­nes He­xen­schus­ses, den er sich beim Licht­aus­ma­chen zu­ge­zo­gen hat­te, den Vor­kampf nicht über­stan­den. Heu­te wird es für Bolt und Har­ting dann so rich­tig ernst: So­wohl über die 100 Me­ter (22.45 Uhr) als auch im Dis­kus­wurf (20.25 Uhr) wer­den dann die Me­dail­len ver­teilt. Es wird das letz­te Ein­zel­ren­nen in Bolts Kar­rie­re sein – nach der WM ist Schluss. „Der Start war der Hor­ror, da lief gar nichts, aber es ist im­mer schön, den ers­ten Lauf rum zu ha­ben“, sag­te Bolt und mo­ser­te über den Start­block. Der deut­sche Meis­ter und Re­kord­ler Ju­li­an Reus (Wat­ten­scheid) schied in 10,25 Se­kun­den um ei­ne Hun­derts­tel­se­kun­de im Vor­lauf aus.

Für Lauf-Hoff­nung Kon­stan­ze Klos­ter­hal­fen (Le­ver­ku­sen) ver­lief das WMDe­büt er­folg­reich: Über 1500 Me­ter zog die 20-Jäh­ri­ge ins Halb­fi­na­le am heu­ti­gen Sams­tag (20.35 Uhr) ein. Die U-23-Eu­ro­pa­meis­te­rin kam in 4:03,60 Mi­nu­ten ins Ziel und er­reich­te eben­so wie Han­na Klein (Schorn­dorf/4:09,32) die nächs­te Run­de. „Ich war zu un­ge­dul­dig und ha­be nicht ge­war­tet“, sag­te Klos­ter­hal­fen, die früh die Tem­po­ar­beit über­nom­men hat­te und am En­de noch von ei­ni­gen Kon­kur­ren­tin­nen über­holt wur­de: „Das Halb­fi­na­le wird hart.“Zu­dem er­klär­te sie, bei der WM nicht über die 5 000 Me­ter an den Start zu ge­hen. Die Kon­kur­renz für Klos­ter­hal­fen und Klein ist stark: 800-Me­ter-Olym­pia­sie­ge­rin Cas­ter Se­me­nya (Süd­afri­ka/4:02,84), Welt­re­kord­le­rin und Ti­tel­ver­tei­di­ge­rin Gen­ze­be Di­ba­ba (Äthio­pi­en/4:02,67) und 1500-Me­ter -Olym­pia­sie­ge­rin Faith Ki­py­e­gon (Ke­nia/4:03,09) schaff­ten die ers­te Hür­de eben­falls oh­ne Pro­ble­me.

Vi­ze-Eu­ro­pa­meis­te­rin Li­sa Ry­zih (Lud­wigs­ha­fen) hat der­weil als ein­zi­ge deut­sche Star­te­rin das St­ab­hoch­sprung-Fi­na­le am Sonn­tag (20 Uhr) er­reicht. Die 28-Jäh­ri­ge über­sprang im ers­ten Ver­such 4,55 Me­ter. Sil­ke Spie­gel­burg (Le­ver­ku­sen) schied mit über­sprun­ge­nen 4,35 Me­ter eben­so aus wie die erst 21 Jah­re al­te WM-De­bü­tan­tin Frie­de­li­ne Pe­ters­ho­fen (Potsdam/4,20).

Ro­bert Har­ting nach ers­tem Ver­such durch

ENT­SPANNT INS HALB­FI­NA­LE: Usain Bolt hat sei­nen Vor­lauf bei der WM in Lon­don in 10,07 Se­kun­den ge­won­nen.

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