Oh­ne die El­tern geht’s nicht

Nach­wuchs­gol­fer Ma­xi­mi­li­an May­ridl träumt von USA

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Thors­ten Esch­mann

Wims­heim. Im Le­ben muss man manch­mal zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort sein. Zu­fäl­le und das nö­ti­ge Quänt­chen Glück be­stim­men häu­fig, wel­chen Weg wir ein­schla­gen.

So war es auch bei Ma­xi­mi­li­an May­ridl. Im Al­ter von sechs Jah­ren wur­de er durch ein Schul­pro­jekt auf die Sport­art Golf auf­merk­sam. Wäh­rend die meis­ten sei­ner Klas­sen­ka­me­ra­den auf dem grü­nen Ra­sen die Stol­len­schu­he schnür­ten und auf To­re­jagd gin­gen, zog es den da­mals Sechs­jäh­ri­gen auf die na­he ge­le­ge­ne Golf­an­la­ge. „Ich ha­be ein­fach beim Golf­club nach­ge­fragt, ob ich am Schul­pro­jekt noch teil­neh­men kann und hat­te Glück. Es war noch ein Platz frei.“

Es war der Be­ginn ei­ner stei­len Kar­rie­re. Schnell schaff­te es der Nach­wuchs­gol­fer, sich in der Re­gi­on ei­nen Na­men zu ma­chen. 2015 und 2016 wur­de er ba­den-würt­tem­ber­gi­scher Ein­zel­meis­ter in sei­ner Al­ters­klas­se, ver­gan­ge­ne Wo­che ge­wann er die In­ter­na­tio­nal Match­play-Tro­phy (IMT) in Sins­heim. Für die­se Er­fol­ge trai­niert Ma­xi­mi­li­an hart. „In den Fe­ri­en bin ich ei­gent­lich je­den Tag auf dem Golf­platz.“In der Schul­zeit ver­sucht er, min­des­tens an fünf Ta­gen die Wo­che zu trai­nie­ren. Dies sei nicht im­mer ein­fach, ge­ra­de wenn Klas­sen­ar­bei­ten an­stün­den. Der Acht­kläss­ler, der auch Klas­sen­spre­cher ist, be­sucht das Pforz­hei­mer Reuch­lin-Gym­na­si­um und ist froh dar­über, dass ihn die Schu­le für Tur­nie­re, die un­ter der Wo­che statt­fin­den, auch mal vom Un­ter­richt frei­stellt.

Un­ter­stüt­zung be­kommt Ma­xi­mi­li­an auch von sei­nen El­tern. „Ich fin­de es sen­sa­tio­nell, wie er die­se Grat­wan­de­rung zwi­schen Schu­le und Sport schafft“, lobt Mut­ter Ma­ri­na May­ridl, die bei Tur­nie­ren oft­mals auf­ge­reg­ter ist als ihr Sohn. „Der Spit­zen­sport hat Ma­xi­mi­li­an in sei­ner Ent­wick­lung sehr ge­prägt. Er war schon im­mer bei den grö­ße­ren Jun­gen da­bei und hat sich da durch­ge­bis­sen.“Oh­ne die Hil­fe aus dem El­tern­haus wä­re es für den Schü­ler oh­ne­hin nicht mög­lich, Golf auf die­sem Ni­veau zu spie­len. Die Aus­rüs­tung muss je­der Sport­ler selbst be­zah­len und das geht ins Geld. Bis zu 500 Eu­ro müs­se man manch­mal für ei­nen ein­zi­gen Schlä­ger über die La­den­the­ke rei­chen, wie Ma­xi­mi­lan er­klärt – und vier da­von braucht er min­des­tens. „Die Schlä­ger sind ei­gent­lich je­des Jahr ab­ge­spielt. Da ich durch das Trai­ning im­mer stär­ker wer­de, sind die Schäf­te dann zu weich.“Dass das Ta­schen­geld für die­sen Sport nicht aus­reicht, ist klar. „Mein Va­ter be­zahlt mir die Aus­rüs­tung.“

Über sei­ne be­ruf­li­che Zu­kunft hat sich das Nach­wuchs­ta­lent bis­her noch kei­ne gro­ßen Ge­dan­ken ge­macht. „Am liebs­ten möch­te ich Golf­pro­fi wer­den. Mein Ziel ist es aber zu­nächst ein­mal, mei­ne Schu­le er­folg­reich zu be­en­den und dann auf ein Col­le­ge in den USA zu ge­hen.“Dort wol­le er sei­nem gro­ßen Vor­bild Ti­ger Woods nach­ei­fern. „Ich ver­su­che ein­fach im­mer, mein bes­tes zu ge­ben“, be­tont der Spie­ler, der für den Stutt­gar­ter GC So­li­tu­de an den Start geht.

Der­zeit kämpft Ma­xi­mi­li­an May­ridl bei den ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Mann­schafts­meis­ter­schaf­ten um die Qua­li­fi­ka­ti­on zu den deut­schen Meis­ter­schaf­ten. Ak­tu­ell se­he es ganz gut aus – erst recht für sei­ne sport­li­che Zu­kunft.

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