Von der Büh­ne di­rekt ins Herz

Chris­ti­na Stür­mer er­obert das Pu­bli­kum beim Klos­ter­som­mer in Hir­sau

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS / WETTER -

Auf der Büh­ne singt Chris­ti­na Stür­mer ei­nen ih­rer ers­ten Hits „Ich le­be“aus dem Jah­re 2003. Das Pu­bli­kum klatscht und singt. Bis an die Ab­sper­rung, rund zwei Me­ter vor der Büh­ne ste­hen sie dicht an dicht und auf den Ge­sich­tern er­kennt man Spaß, Be­geis­te­rung und un­bän­di­ge Freu­de dar­über an die­sem Kon­zert in­mit­ten des Klos­ters Hir­sau teil­ha­ben zu dür­fen. Der Bass dröhnt bis in die letz­te Rei­he, der im hin­te­ren Be­reich des Ho­fes auf­ge­bau­ten Tri­bü­ne. Auf ihr wip­pen und hüp­fen zahl­rei­che Be­su­cher, so dass sie im Takt der Mu­sik mit­schwingt. Kaum zu glau­ben, dass be­reits 14 Jah­re ver­gan­gen sind, seit die sym­pa­thi­sche Ös­ter­rei­che­rin bei der ORF Cas­ting­show „St­ar­ma­nia“den zwei­ten Platz be­leg­te und den deutsch­spra­chi­gen Raum mit ih­ren Lie­dern er­ober­te. Noch im­mer wirkt sie wie frisch von ei­nem nor­ma­len Job, aus der Mit­te der Ge­sell­schaft, weg­ge­holt und auf die Büh­ne ge­stellt. Egal ob sie ein Mäd­chen er­kennt, das schon frü­her ein­mal auf ei­nem ih­rer Kon­zer­te war und sich dar­über wie ein Schnee­kö­nig freut, stolz ein von ei­nem Fan selbst­ge­mal­tes Pla­kat, auf dem „Ein Teil von mir“steht, hoch­hält, oder dem ver­sam­mel­ten Pu­bli­kum er­zählt: „Ich glaub ich schwitz’ auf den Un­ter­schen­keln“. Die emo­tio­na­le Dis­tanz zum Pu­bli­kum ist kaum vor­han­den. Chris­ti­na winkt ver­schie­de­nen Be­su­chern zu und in ih­rem Ge­sicht steht ech­te Freu­de. Sie ist ei­ne von ih­nen. Volks­nah, fröh­lich, freund­lich und kei­ner­lei Star­al­lü­ren. Ih­re Lie­der wir­ken au­then­tisch. Egal ob Lie­bes­kum­mer, Ver­lust, Glück oder Part­ner­schaft, fröh­lich oder trau­rig. Chris­ti­na Stür­mer be­singt vie­le The­men. Hier­bei trans­por­tiert sie eben je­ne Ge­füh­le und Emo­tio­nen di­rekt von der Büh­ne bis ins Herz. Beim Lied über den Ver­lust ei­nes ge­lieb­ten Men­schen „Du fehlst hier“, spürt man die Trau­er, den Schmerz, aber auch gleich­zei­tig ei­ne Ver­bun­den­heit. Es wirkt nicht auf­ge­setzt, son­dern trifft punkt­ge­nau die Ge­fühls­welt ei­nes Men­schen, der ei­nen ech­ten Ver­lust er­lit­ten hat. Je­doch hel­fen ih­re Lie­der nicht nur da­bei, Trau­er zu lin­dern, son­dern ge­ben auch neu­en Mut und ma­chen vor al­lem Spaß. Als Chris­ti­na Stür­mer ih­ren gro­ßen Hit „Wir le­ben den Mo­ment“per­formt, sind nicht nur die Zu­schau­er wie ent­fes­selt. Oli­ver Var­ga und Ma­thi­as Si­moner an den E-Gi­tar­ren so­wie Rue Kos­tron am Bass, stel­len sich im Kreis auf und spie­len ei­nen fu­rio­sen Akus­tik­part. Zu­sam­men mit Stür­mer, Schlag­zeu­ger Klaus Pé­rez-Sa­la­do, dem wo­gen­den Pu­bli­kum und der epi­schen Licht­cho­reo­gra­fie ent­wi­ckelt sich ein Lied, das Le­bens­freu­de in je­de Fa­ser des Kör­pers sen­det. Nach 13 Lie­dern, drei Zu­ga­ben und ei­nem ge­fühlt viel zu kur­zen Abend, ist der Zeit­punkt für das letz­te Lied ge­kom­men. Mit ei­nem Meer aus wei­ßem Licht und win­ken­den Hän­den be­en­det „En­gel flie­gen ein­sam“spek­ta­ku­lär und ge­fühl­voll die­sen au­ßer­ge­wöhn­li­chen Abend beim Cal­wer Klos­ter­som­mer 2017. Ron Tee­ger

LE­BENS­FREU­DE PUR ver­strömt Chris­ti­na Stür­mer bei ih­rem Auf­tritt beim Cal­wer Klos­ter­som­mer. Die Ös­ter­rei­che­rin gab sich beim Kon­zert volks­nah und fröh­lich – und ganz oh­ne Star­al­lü­ren. Fo­to: Tee­ger

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