Cam­ping-Boom treibt die Prei­se

Ge­brauch­te Wohn­mo­bi­le

Pforzheimer Kurier - - MOTOR UND VERKEHR -

Cam­ping-Ur­laub ist be­liebt wie nie, die Nach­fra­ge nach Rei­se­mo­bi­len und Ca­ra­vans steigt je­den Mo­nat auf neue Re­kord­hö­hen. Weil die An­schaf­fungs­kos­ten für Neu­fahr­zeu­ge hoch sind, set­zen vie­le Kun­den vor al­lem zum Ein­stieg auf Ge­brauch­te – doch auch da kom­men sie nicht un­be­dingt bil­lig weg. „Ak­tu­ell se­hen wir, dass die Prei­se auf dem Ge­braucht­wa­gen­markt recht hoch sind“, sag­te Da­ni­el Rätz vom Ca­ra­va­ning In­dus­trie Ver­ban­des (CIVD). So müss­ten Käu­fer für et­wa acht Jah­re al­te Mo­del­le noch bis zu 70 Pro­zent des Neu­prei­ses ein­kal­ku­lie­ren. Pkws hin­ge­gen ver­lie­ren bin­nen acht Jah­ren deut­lich mehr als die Hälf­te ih­res ur­sprüng­li­chen Wer­tes.

Das hat meh­re­re Grün­de: Schon im­mer zeig­ten sich die auf Nutz­fahr­zeu­gBa­sis auf­ge­bau­ten Rei­se­mo­bi­le ver­gleichs­wei­se wert­sta­bil, weil sie auf hö­he­re Ki­lo­me­ter­leis­tun­gen und ei­ne län­ge­re Le­bens­dau­er aus­ge­legt sind, wie Rätz er­klärt. Au­ßer­dem ent­fal­le ein hö­he­rer Teil des Fahr­zeug­werts auf die In­nen­aus­stat­tung mit Bet­ten und Schrän­ken, Elek­tro- und Sa­ni­tär­in­stal­la­tio­nen – und die wer­de von den Be­sit­zern oft sehr pfleg­lich be­han­delt, be­tont Oli- ver Wai­de­lich, Ge­schäfts­füh­rer des Ca­ra­va­ning Han­dels-Ver­ban­des. Des­halb müss­ten sie kaum grö­ße­ren Ver­schleiß und da­mit Wert­ver­lust be­fürch­ten.

Hin­zu kom­me das ak­tu­ell en­ge An­ge­bot: „Leu­te, die ein Fahr­zeug ha­ben, wol­len es wei­ter­hin be­nut­zen und ver­kau­fen es nicht“, be­rich­tet Rätz. „Der Ge­braucht­wa­gen­markt ist leer, je­des Fahr­zeug, das auf den Markt kommt, ist so­fort weg.“Das be­stä­tigt auch Wai­de­lich: „Selbst die Händ­ler su­chen hän­de­rin­gend Ge­braucht­fahr­zeu­ge.“Weil aber auch das Neu­wa­gen­ge­schäft boomt, könn­ten die Händ­ler das man­geln­de An­ge­bot an Ge­brauch­ten „auf je­den Fall kom­pen­sie­ren.“

Von der Dis­kus­si­on um Die­sel-Fahr­ver­bo­te in Städ­ten spürt die Bran­che bis­her noch we­nig. „Was ich aus den Ge­sprä­chen mit den Händ­lern hö­re, ent­schei­det das nicht über den Kauf oder Nicht-Kauf der Fahr­zeu­ge“, be­rich­tet Wai­de­lich. Zu­mal et­wai­ge Fahr­ver­bo­te eher nur zeit­lich oder ört­lich be­grenzt ver­hängt wer­den dürf­ten. Und In­nen­städ­te wür­den mit den gro­ßen Fahr­zeu­gen oh­ne­hin sel­ten an­ge­steu­ert. Rätz ver­weist zu­dem dar­auf, dass Rei­se­mo­bi­le ab et­wa Bau­jahr 2012 viel­fach die Eu­ro-6-Norm er­füll­ten, bei der Ver­bo­te kein The­ma wer­den dürf­ten.

Der ADAC weist In­ter­es­sen­ten für Ge­braucht­ca­ra­vans al­ler­dings dar­auf hin, dass Bau­jahr und Erst­zu­las­sung bei Rei­se­mo­bi­len stark von­ein­an­der ab­wei­chen könn­ten, da sie vor dem ers­ten Ver­kauf even­tu­ell län­ger beim Händ­ler oder Her­stel­ler ge­stan­den hät­ten. Das be­zieht sich je­doch vor al­lem auf Mo­del­le aus den Kri­sen­jah­ren um 2009, denn in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit gab es eben kei­ne nen­nens­wer­ten Stand­zei­ten mehr. dpa / sob

Archivfoto: Scholz

GLÄN­ZEN­DE GE­SCHÄF­TE: Neue und ge­brauch­te Rei­se­mo­bi­le glei­cher­ma­ßen sind ge­fragt wie nie.

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