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Der Me­di­zi­ner Fer­di­nand Sau­er­bruch war ein ge­fürch­te­ter, un­er­bitt­li­cher Ex­ami­na­tor. Ein Stu­dent, der bei ihm durch­ge­fal­len war, droh­te, er wer­de die­sem Ekel von Pro­fes­sor ei­nen Dolch ins Herz sto­ßen. Sau­er­bruch, dem dies hin­ter­tra­gen wur­de, ant­wor­te­te ge­las­sen: „Kei­ne Angst! Der weiß über­haupt nicht, wo das Herz sitzt.“

Franz Liszt war ein lei­den­schaft­li­cher Rau­cher und ließ es hin­sicht­lich die­ses Las­ters oft an je­der Rück­sicht feh­len. So rauch­te er an­läss­lich ei­ner Bahn­fahrt im Zug­ab­teil ei­ne di­cke Bra­sil­zi­gar­re und blies den Rauch der ge­gen­über­sit­zen­den rei­fe­ren Da­me ins Ge­sicht. Die Da­me pro­tes­tier­te: „In mei­ner Ju­gend war es nicht üb­lich, dass die Ka­va­lie­re in An­we­sen­heit von Da­men rauch­ten.“Dar­auf er­wi­der­te Liszt un­ga­lant: „Das will ich gern glau­ben, gnä­di­ge Frau. Denn in Ih­rer Ju­gend war we­der die Ei­sen­bahn er­fun­den, noch gab es Bra­sil­zi­gar­ren.“

Frau von Staél, die ein per­sön­li­ches Tref­fen mit Na­po­le­on er­zwin­gen woll­te, ließ sich von dem Of­fi­zier, der stren­ge Wei­sung hat­te, al­le Be­su­cher ab­zu­wei­sen, nicht von ih­rem Vor­ha­ben ab­brin­gen. Als Na­po­le­on mit Be­dau­ern ver­mel­den ließ, dass er sich zur Zeit ge­ra­de im Ba­de be­fin­de, ließ Frau von Staél aus­rich­ten, dass dies kei­ne Rol­le spie­le und füg­te hin­zu: „Das Ge­nie hat kein Ge­schlecht!“

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