Tan­zen im Mu­se­um

Im­pres­sio­nen an den Ka­mu­na-Sta­tio­nen in Dur­lach

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHER MUSEUMSNACHT -

Schnell müs­sen noch ein paar Wä­sche­klam­mern her. Se­re­na­den sind abend­li­che Kon­zer­te im Frei­en. Das Wet­ter ist al­so im­mer ein zu­sätz­li­cher Mit­spie­ler – und in Dur­lach zeig­te sich die­ser Mit­spie­ler von sei­ner win­di­gen Lau­ne, so dass die No­ten­blät­ter für die Se­re­na­de im Gar­ten des Max-Re­ger-In­sti­tuts ei­ner be­son­de­ren Be­fes­ti­gung be­durf­ten. Das Trio „Mi­ka­do“führ­te zwei mehr­tei­li­ge Wer­ke auf: Mo­zarts Di­ver­ti­men­to in B-Dur KV 439b Nr. 3 und Max Re­gers Se­re­na­de in G-Dur Op. 141a in ei­ner Be­ar­bei­tung von Pe­tar Hris­tov. Durch die Spiel­kunst von Ye­lu Qiao (Flö­te), Yu­ria Ota­ki (Kla­ri­net­te) und An­ge­la Bul­le­jos (Fa­gott) ent­stand ei­ne hei­te­re Mu­sik, die ganz im Sinn ei­ner Se­re­na­de geist­rei­che Zer­streu­ung bot.

Nach der Auf­mun­te­rung des Geis­tes konn­te man auch dem Leib Ansporn bie­ten: Un­ter dem Dach des Pfinz­gau­mu­se­ums, in den obers­ten Räu­men der Karls­burg, spiel­te „Cher­ry’s Band“. „Es ist das ers­te Mal, dass ich in ei­nem Mu­se­um tan­zen kann“, freu­te sich ei­ne Be­su­che­rin aus der Pfalz. Sie und ihr Mann kä­men im­mer wie­der ger­ne zur Ka­mu­na: „Da ist’s nicht so tro­cken im Mu­se­um, wie sonst.“Nein, tro­cken war der Gig von Cher­ry’s Band nicht. Mit ih­ren Folk­rock-In­ter­pre­ta­tio­nen von Klas­si­kern wie „Light My Fi­re“oder „Stand By Me“brach­ten Pia, Hüh­ner-Ot­to und So­cke, wie sich die Mu­si­ker nen­nen, Schwung ins Dach­ge­schoss, das sich sehr rasch füll­te.

War der Kör­per aus­rei­chend durch­ge­rüt­telt, konn­te man sich in der Son­der­aus­stel­lung „Karls­ru­her Hei­ma­ten“der Be­trach­tung wid­men. Die Ge­schich­te der bis 1938 un­ab­hän­gi­gen Stadt Dur­lach wur­de von Mu­se­ums­lei­te­rin Alex­an­dra Kai­ser er­läu­tert. His­to­ri­sche Land­kar­ten und Ex­po­na­te lu­den zum Nach­den­ken über den Hei­mat­be­griff ein – und nach gut ei­ner hal­ben Stun­de rie­fen sat­te Sounds und kna­cki­ge Beats zu­rück in den Mu­sik­saal. Mit ei­ge­nen Tex­ten brach­te der Rap­per Ei­ran sein Pu­bli­kum zum Groo­ven. Da­bei half die Mu­sik von DJ Sir Knat­ter­ton, die ker­ni­gen Hip-Hop mit ent­spann­tem Reg­gae-Beat ver­ei­nig­te. Schnell war der Raum ge­füllt und die Gäs­te al­ler Al­ters­grup­pen ent­spann­ten beim Tan­zen. Tan­zen im Mu­se­um? Na klar! Jens Wehn

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