„Hol­län­der und Dä­nen ma­chen uns das vor“

Si­byl­le Schüs­s­ler im Pro­jekt­bü­ro „Kurs In­nen­stadt“/ Bau­de­zer­nen­tin wünscht sich mehr Fle­xi­bi­li­tät

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Bir­git Metz­baur

Wel­chen Kurs nimmt die In­nen­stadt, was plant die Stadt­ver­wal­tung und wel­che Vor­stel­lun­gen ha­ben die Bür­ger? Mit den neu­en Rä­um­lich­kei­ten von „Kurs In­nen­stadt – Pro­jekt­bü­ro Stadt­ent­wick­lung“in der Öst­li­chen 9 hat die Stadt­ver­wal­tung ei­nen Raum ge­schaf­fen, „um den be­gon­ne­nen Dia­log zur Ent­wick­lung der In­nen­stadt fort­zu­füh­ren“. Pro­jek­te, wie die Pla­nun­gen zur Neu­ge­stal­tung der Fuß­gän­ger­zo­ne 2018, das „Leit­bild & Nut­zungs­kon­zept In­nen­stadt“wie auch die Mo­del­le und Plä­ne aus dem wett­be­werb­li­chen Dia­log­ver­fah­ren zum öst­li­chen Teil der In­nen­stadt zwi­schen Schloss­berg und Stadt­bi­blio­thek sind dort aus­ge­stellt.

Am Sams­tag­vor­mit­tag stand Bür­ger­meis­te­rin Si­byl­le Schüs­s­ler im Pro­jekt­bü­ro für Aus­künf­te aus ers­ter Hand be­reit. Sie hör­te sich al­le Ide­en und Wün­sche der Be­su­cher an und er­klär­te die bis­he­ri­gen Pla­nun­gen. Es wa­ren nicht die Mas­sen, die am Sams­tag ge­strömt sind, aber den gan­zen Vor­mit­tag über ka­men im­mer wie­der in­ter­es­sier­te Bür­ger. Die Mei­nun­gen gin­gen auch mal aus­ein­an­der: Den Schloss­berg für Au­tos schlie­ßen oder nicht? Mehr Rad­we­ge oder we­ni­ger? „Weil ab 60 auf­wärts in Pforz­heim so­wie­so kei­ner mehr Rad fährt“, wie ei­ne Be­su­che­rin zu wis­sen glaub­te.

Ge­dul­dig er­klär­te die Bau­de­zer­nen­tin, dass es Auf­ga­be der Stadt sei, „den be­grenz­ten Stra­ßen­raum so zu ge­stal­ten, dass er für al­le Ver­kehrs­teil­neh­mer nutz­bar ist“und dass al­le Ver­kehrs­teil­neh­mer mit Nach­sicht und Ver­ständ­nis mit­ein­an­der um­ge­hen soll­ten. Zu­dem plä­dier­te sie für mehr Fle­xi­bi­li­tät: Im Be­reich Pla­nung und Ent­wick­lung müs­se auch mal was aus­pro­biert wer­den kön­nen. „Hol­län­der und Dä­nen ma­chen uns das vor. Sie sind viel fle­xi­bler.“Der Ver­kehr sei im­mer ein gro­ßes The­ma und „da­zu gibt es dif­fe­ren­zier­te Mei­nun­gen“, weiß Schüs­s­ler und auch, dass es im städ­ti­schen Bau­de­zer­nat „vie­le Auf­ga­ben, aber nicht viel Geld“gibt.

Ei­ni­ge Be­su­cher ka­men mit ih­ren ganz ei­ge­nen The­men, die sie seit lan­gem be­we­gen. Sei es das Em­ma-Jä­ger Bad, das „nicht ver­schwin­den darf“, zu vie­le ro­te Am­peln, feh­len­de Park­plät­ze, re­pa­ra­tur­be­dürf­ti­ge Stra­ßen­be­lä­ge, die Gestal­tung der Fluss­ufer oder Blu­men­kü­bel, die ge­fal­len oder nicht.

Doch die al­ler­meis­ten Be­su­cher sind tat­säch­lich ge­kom­men, um sich ein ei­gens Bild von den Pla­nun­gen für die In­nen­stadt zu ma­chen, er­klär­te Micha­el Schun­ke, Amt für Stadt­pla­nung, Lie­gen­schaf­ten und Ver­mes­sung, der am Sams­tag ne­ben der Bau­de­zer­nen­tin wie auch schon die Ta­ge da­vor vor Ort war. Er ha­be die Er­fah­rung ge­macht, dass „die aus­ge­stell­ten Mo­del­le al­lei­ne nicht so viel aus­sa­gen“, aber wenn das da­hin­ter­ste­hen­de Kon­zept er­klärt wer­de. Zum Bei­spiel dass am Schloss­berg ein neu­es Wohn­quar­tier ent­wi­ckelt wer­den soll, viel Zu­stim­mung von den Be­su­chern kom­me.

Bür­ger­meis­te­rin Si­byl­le Schüs­s­ler wird er­neut am Sams­tag, 26. Au­gust, von 10 bis 12 Uhr in den Rä­um­lich­kei­ten von „Kurs In­nen­stadt“vor Ort sein. Per­spek­ti­visch kann Schüs­s­ler sich vor­stel­len, dass der Raum wäh­rend des Um­baus der Fuß­gän­ger­zo­ne auch als Bau­bü­ro fun­giert, wo sich An­lie­ger und In­ter­es­sier­te in­for­mie­ren kön­nen.

Fo­to: Eh

WIE SICH DIE IN­NEN­STADT ENT­WI­CKELT er­klär­ten Si­byl­le Schüs­s­ler und Micha­el Schun­ke am Wo­che­n­en­de un­ter an­de­rem An­net­te und Klaus Hüb­ner (von links).

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