Sü­ßes aus den Bie­nen­wa­ben

Viel zu Ler­nen gibt es beim Ho­nig­schleu­dern für Kin­der im Wild­park

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin Ul­la Donn von Yrsch

Die Kur­bel gibt Vin­cent nicht mehr aus der Hand. Der Vier­jäh­ri­ge war mit sei­ner Schwes­ter Oli­via und den El­tern am Sams­tag gleich um 11 Uhr schon am Ewald-St­ein­le Haus im Wild­park und ge­hör­te zu den Ers­ten, die am Wo­che­n­en­de bei der Som­mer­ak­ti­on „Flei­ßi­ges Bi­en­chen trifft Wild­park“teil­neh­men durf­ten.

Seit Jah­ren wird vom Im­ker­ver­ein Pforz­heim an drei Wo­che­n­en­den im Ju­ni, Ju­li und Au­gust ge­zeigt, wie Ho­nig ent­steht. „Mei­ne Kin­der es­sen ger­ne Ho­nig, da sol­len sie auch mal se­hen, wo er her­kommt“, sag­te Mut­ter Jas­min Schä­fer. Pas­cal Ober­mei­er ge­hört im Ver­ein zu der jun­gen Ge­ne­ra­ti­on von Im­kern, hat aber nach sechs Jah­ren Im­ke­rei viel Sach­ver­stand. Der 25-Jäh­ri­ge hat knapp 20 Bie­nen­völ­ker und brach­te am Sams­tag 50 Wa­ben mit. Be­vor sie in die Ho­nig­schleu­der kom­men, müs­sen sie „ent­de­ckelt“wer­den, da die Bie­nen um den Ho­nig zu schüt­zen, die Wa­ben ver­schlie­ßen. Die­se wach­s­ähn­li­che Schicht ist üb­ri­gens ess­bar. Freu­de kommt auf, wenn die Wa­ben in die Schleu­der ge­setzt wer­den, die Kur­bel ge­dreht und der Ho­nig aus den Wa­ben an die In­nen­wand der Schleu­der spritzt, um dann in ein Be­hält­nis ab­zu­flie­ßen. Hier durf­te je­des Kind mal kur­beln und weil vie­le noch zu klein wa­ren, half ei­ne klei­ne Lei­ter, um an die Kur­bel zu ge­lan­gen. „Den Ho­nig neh­men wir mit“, be­stimm­te Vin­cent. Ein Wunsch, den ihm sei­ne Mut­ter ger­ne er­füll­te. Denn Ober­mei­er hat­te ei­nen Ver­kaufs­stand er­rich­tet, an dem es nicht nur die ver­schie­de­nen Ho­nigspe­zia­li­tä­ten sei­ner klei­nen Pri­va­tim­ke­rei zu kau­fen gab, son­dern auch Leer­glä­ser, in die der selbst­ge­schleu­der­te Ho­nig ab­ge­füllt und nach Hau­se ge­bracht wer­den konn­te. Wäh­rend Vin­cent ar­bei­te­te, dreh­ten an­de­re Kin­der am Ne­ben­tisch ech­te Bie­nen­wachs­ker­zen. Er­wach­se­ne pro­bier­ten der­weil Köst­lich­kei­ten, wie den fruch­ti­gen Sand­dorn­ho­nig oder Ho­ni­gGum­mi­bär­chen. „Wir sind ech­te Wild­park-Fans“, ge­steht la­chend Jas­min Schä­fer. „Schon die Tie­re loh­nen im­mer wie­der den Be­such, aber dann auch noch sol­che Ak­tio­nen, das ist echt toll.“

Ober­mei­er freu­te sich über das In­ter­es­se und nutz­te die Ge­le­gen­heit, über sei­ne Bie­nen zu spre­chen: Die Pro­ble­me mit dem Mil­ben­be­fall ha­be er im Griff, „aber im­mer wie­der ster­ben ihm vie­le Bie­nen durch Ver­gif­tun­gen, ver­ur­sacht durch die Land­wirt­schaft“. Das schmerzt Ober­mei­er, denn er ver­bringt viel Zeit mit sei­nen Bie­nen.

„Wir sind ech­te Wild­park-Fans“

Fo­to: Eh­mann

SELBST ZUR KUR­BEL GREI­FEN konn­ten die klei­nen und gro­ßen Be­su­cher ges­tern beim Ho­nig­schleu­dern im Pforz­hei­mer Wild­park.

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