70 Old­ti­mer rol­len durch Bau­schlott

Er­in­ne­run­gen an die Au­to­re­pa­ra­tur von Ber­tha Benz vor 129 Jah­ren / Fahr­zeu­ge tra­fen frü­her ein als ge­plant

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Neu­lin­gen-Bau­schlott (pd). Ges­tern auf den Tag ge­nau vor 129 Jah­ren wur­de in Bau­schlott die ers­te Au­to­re­pa­ra­tur der Welt voll­zo­gen. Dies fiel zeit­lich ge­nau mit der Rück­fahrt der Old­ti­mer der dies­jäh­ri­gen Ber­tha-Benz-Fahrt zu­sam­men, die da­her bei ih­rer Rück­fahrt von Pforz­heim nach Mann­heim tra­di­ti­ons­ge­mäß auch wie­der Bau­schlott pas­sier­ten und kurz an­hiel­ten, um an die­ses be­son­de­re Er­eig­nis zu er­in­nern.

Aus ver­kehrs­recht­li­chen Grün­den konn­te al­ler­dings als Sta­ti­on nicht das An­we­sen Pforz­hei­mer Stra­ße 18 als Stopp ge­nom­men wer­den, wo der ers­te Au­to­re­pa­ra­teur, Schuh­ma­cher­meis­ter Karl Britsch, wohn­te. Da­her wur­de vor die Schloss­apo­the­ke aus­ge­wi­chen, wo 1888 noch die Bau­schlot­ter Zehnt­scheu­ne stand. Dies ist in nächs­ter Nä­he zum Land­gast­hof „Ad­ler“, wo der da­mals 34-jäh­ri­ge Karl Britsch der 39-jäh­ri­gen Ber­tha Benz ihr Ve­hi­kel re­pa­rier­te, in­dem er Le­der auf die durch die stän­di­ge Berg- und Tal­fahrt stark ab­ge­nutz­ten Brems­be­lä­ge auf­na­gel­te. Bei der ers­ten Au­to­fern­fahrt der Welt woll­te Ber­tha Benz den von ih­rem Mann Carl Benz ent­wi­ckel­ten „Neu­en Pa­tent-Wa­gen mit Gas­be­trieb durch Ben­zin“tes­ten, was ihr auch bes­tens ge­lang.

Rund 70 Old­ti­mer ab dem Bau­jahr 1893 bis 1930 pas­sier­ten ges­tern Vor­mit­tag in kur­zer Zeit den größ­ten Neu­lin­ger Orts­teil, der in der Ge­schich­te des Au­to­mo­bils ei­ne ganz be­son­de­re Rol­le ein­nimmt. Dar­un­ter wa­ren auch Au­tos, die das Lenk­rad auf der rech­ten Sei­te hat­ten.

Zu recht je­doch et­was ver­är­gert wa­ren ei­ni­ge Be­su­cher, die lei­der nicht mehr al­le Fahr­zeu­ge se­hen konn­ten, weil die Uhr­zeit vom All­ge­mei­nen Schnau­f­erl­Club mit 10.40 Uhr nicht kor­rekt an­ge­ge­ben war. Schließ­lich tra­fen die ers­ten Fahr­zeu­ge be­reits et­wa ei­ne hal­be Stun­de frü­her ein. Be­su­cher die aus Bret­ten ka­men, sind die­sen ent­ge­gen­ge­fah­ren. Ein Ehe­paar konn­te nur noch die zwei letz­ten, ver­spä­te­tet ein­tref­fen­den, Fahr­zeu­ge se­hen. Lei­der blieb aber auch für al­le an­de­ren Be­su­cher kei­ne Ge­le­gen­heit, die Old­ti­mer nä­her be­trach­ten zu kön­nen, da die Fah­rer nach dem Er­halt ei­ner Pla­ket­te im Eil­tem­po Bau­schlott wie­der ver­lie­ßen. Glück hat­ten le­dig­lich die­je­ni­gen, die an der Am­pel nach Bret­ten stan­den, wo man­che Fahr­zeu­ge not­ge­drun­gen an­hal­ten muss­ten. Als Rosenkavalier er­wies sich der Bei­fah­rer ei­nes of­fe­nen Fahr­zeu­ges, der an Frau­en am Stra­ßen­rand Ro­sen ver­teil­te. An­ge­sichts vie­ler of­fe­ner Au­tos hat­ten die Teil­neh­mer mit dem Wet­ter wie­der gro­ßes Glück, was vor zwölf Jah­ren nicht so war. Sei­te 21

DIE TEIL­NEH­MER der Ber­tha-Benz-Fahrt pas­sier­ten ges­tern bei der Rück­fahrt von Pforz­heim nach Mann­heim mit ih­ren Old­ti­mern auch Bau­schlott. Vie­le Be­su­cher be­staun­ten die rol­len­den Schön­hei­ten vom Stra­ßen­rand aus. Fo­to: Dietrich

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