Hin­ter­grün­de der di­gi­ta­len Ar­chi­tek­tur

Erst­mals gibt es Ein­füh­run­gen zu den künst­le­ri­schen Ar­bei­ten der Schloss­licht­spie­le

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE -

nin. In der som­mer­li­chen At­mo­sphä­re der Karl-Fried­rich-Bar, dem Pop-upZelt im Na­ja­den­wäld­chen öst­lich des Schloss­plat­zes, er­klärt die Kunst- und Kul­tur­wis­sen­schafts­stu­den­tin Na­ta­lie Wa­sil­jew die Ide­en hin­ter den Ar­bei­ten der Schloss­licht­spie­le und geht da­bei auch auf die Ent­ste­hung des Events ein. „Seit der Pre­mie­re 2015 ha­ben be­reits 750 000 Men­schen die Schloss­licht­spie­le ge­se­hen, al­lein am ers­ten Abend die­ses Jah­res wa­ren 12 000 Zu­schau­er da, das ist wirk­lich ei­ne Er­folgs­ge­schich­te“, sagt Wa­sil­jew am Sams­tag­abend vor Be­ginn der Pro­jek­tio­nen.

Das ZKM, das die Vor­füh­run­gen zu­sam­men mit der Event Gm­bH or­ga­ni­siert, neh­me da­mit sei­ne Auf­ga­be wahr, Kunst nicht nur zu prä­sen­tie­ren, son­dern auch zu eta­blie­ren. Denn die Idee zur Be­strah­lung des Karls­ru­her Wahr­zei­chens hat­te einst ZKM-Di­rek­tor Pe­ter Wei­bel. „Neu ist in die­sem Jahr, dass sich ein The­ma durch al­le Ar­bei­ten zieht, näm­lich die Ar­chi­tek­tur. Als Ku­ra­tor hat Pe­ter Wei­bel von An­fang an das Po­ten­zi­al ge­se­hen, das Ar­chi­tek­tur für Pro­jec­tion Map­pings mit sich bringt.“Dass in Karls­ru­he 2017 auch ei­ne Ar­beit des Bü­ros der ver­stor­be­nen Star-Ar­chi­tek­tin Za­ha Ha­did zu se­hen ist, fin­det die Wis­sen­schaft­le­rin be­mer­kens­wert: „Der Leit­ge­dan­ke bei der Krea­ti­on ih­res ‚Be­ha­viour Mor­phe’ war das Syn­the­ti­sie­ren von Ar­chi­tek­tur und mensch­li­chen Ver­hal­tens­wei­sen. Za­ha Ha­did Ar­chi­tects pfle­gen ei­ne an­thro­po­lo­gi­sche Sicht auf ih­re Ar­beit, ih­nen geht es im­mer um den Men­schen.“Bei Greg Lynn ste­he da­ge­gen ein Ro­bo­ter im Mit­tel­punkt, den un­ter an­de­rem der welt­be­rühm­te Ar­chi­tekt Frank Gehry durch ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en führt. „Die Spe­zia­li­tät die­ses so­ge­nann­ten Car­go Bots ist das ef­fi­zi­en­te Zu­rück­le­gen in­di­vi­du­el­ler Stre­cken, und er kann so­gar Ein­käu­fe trans­por­tie­ren“, er­klärt Na­ta­lie Wa­sil­jew. „Greg Lynns Bei­trag ist des­halb so be­son­ders, weil er als ein­zi­ger rea­le Bil­der ver­wen­det und kei­ne 3-D-Gra­fik-Soft­ware.“

In den nächs­ten Jah­ren – soll­ten die Schloss­licht­spie­le fort­be­ste­hen – wer­de es be­stimmt er­neut ei­nen ro­ten Fa­den ge­ben, glaubt Na­ta­lie Wa­sil­jew, die für ih­re Ein­füh­run­gen je­weils un­ter­schied­li­che Vor­trä­ge plant.

Für vie­le Zu­hö­rer ist auch die Tech­nik hin­ter den Schloss­licht­spie­len in­ter­es­sant, des­halb be­rich­tet Na­ta­lie Wa­sil­jew, dass für das Gro­ßevent vor dem Schloss ein Ki­lo­me­ter Glas­fa­ser­ka­bel ver­legt wur­den, da­zu 1,5 Ki­lo­me­ter nor­ma­les Strom­ka­bel. Um die be­weg­ten Bil­der auf die Schloss­fas­sa­de zu wer­fen, sei­en 24 Pro­jek­to­ren nö­tig, von de­nen al­lein ei­ner schon ei­ne Hel­lig­keit von 20 000 An­si-Lu­men be­sitzt. „Es ist al­so ei­ne enor­me Leis­tung, die hier zu­sam­men­kommt!“

i Ser­vice

Künst­le­ri­sche Ein­füh­run­gen in die Schloss­licht­spie­le gibt es noch am 12. Au­gust ab 20.30 Uhr, am 19. und 26. Au­gust ab 20 Uhr so­wie am 9. Sep­tem­ber ab 19.30 Uhr. Treff­punkt ist je­weils die Karl-Fried­rich-Bar im Na­ja­den­wäld­chen. Die Teil­nah­me­ge­bühr be­trägt acht Eu­ro.

Fo­to: Ar­tis

HINTERGRUNDINFORMATIONEN zu den Bei­trä­gen der Schloss­licht­spie­le gibt die Kun­stund Kul­tur­wis­sen­schafts­stu­den­tin Na­ta­lie Wa­sil­jew.

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