De­bat­te um Wul­ffs Eh­ren­sold

Ver­fas­sungs­recht­ler von Ar­nim für Kür­zung / In­nen­mi­nis­te­ri­um winkt ab

Pforzheimer Kurier - - ERSTE SEITE -

Berlin/Spey­er (dpa). Nach den Be­rich­ten über ei­ne Ne­ben­tä­tig­keit des Al­tBun­des­prä­si­den­ten Chris­ti­an Wul­ff für ei­ne Mo­de­fir­ma for­dern Ver­fas­sungs­recht­ler und Steu­er­zah­ler­bund ei­ne Kür­zung des Eh­ren­solds für Ex-Staats­ober­häup­ter. Der Staats­rechts­pro­fes­sor Hans Her­bert von Ar­nim nann­te es ein „über­hol­tes, nicht zu recht­fer­ti­gen­des Pri­vi­leg“, dass Bun­des­prä­si­den­ten im Ru­he­stand wei­ter 100 Pro­zent ih­rer Be­zü­ge er­hal­ten – so viel be­kom­me kein an­de­rer Amts­trä­ger hier­zu­lan­de. Ein Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um er­klär­te da­zu, in ei­ner Ne­ben­tä­tig­keit Wul­ffs kön­ne er im Mo­ment kei­nen Ver­stoß ge­gen ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen er­ken­nen. Wul­ff soll als Pro­ku­rist für ein tür­ki­sches Mo­de­la­bel ar­bei­ten. Da­zu sag­te ein Ver­tre­ter der An­walts­kanz­lei Wul­ff und Kol­le­gen in Ham­burg: „Herr Wul­ff ist nicht An­ge­stell­ter des Un­ter­neh­mens Yar­gi­ci, son­dern de­ren An­walt.“Wul­ff un­ter­lie­ge kei­ner Wei­sungs­be­fug­nis. Der Ex-Bun­des­prä­si­dent er­hält ei­nen jähr­li­chen Eh­ren­sold von mehr als 200 000 Eu­ro.

Der Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums, Jo­han­nes Dim­roth, ant­wor­te­te auf die Fra­ge, ob es dem Gr­und­ver­ständ­nis des Eh­ren­solds wi­der­spre­che, dass ein Alt-Bun­des­prä­si­dent ei­ne wei­sungs­ab­hän­gi­ge, be­zahl­te Tä­tig­keit aus­übe, er wol­le da­zu kei­ne ab­schlie­ßen­de Rechts­aus­kunft ge­ben. Für die Prü­fung, ob die gel­ten­den ge­setz­li­chen Vor­ga­ben noch zeit­ge­mäß sei­en, sei aus­schließ­lich der Bun­des­tag zu­stän­dig. Im ent­spre­chen­den Ge­setz von 1953 heißt es: „Schei­det der Bun­des­prä­si­dent mit Ablauf sei­ner Amts­zeit oder vor­her aus po­li­ti­schen oder ge­sund­heit­li­chen Grün­den aus sei­nem Amt aus, so er­hält er ei­nen Eh­ren­sold in Hö­he der Amts­be­zü­ge mit Aus­nah­me der Auf­wands­gel­der.“

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