Ver­fah­ren blo­ckiert Amts­ein­füh­rung

Nach der Bür­ger­meis­ter­wahl klagt sich ein Ep­pel­hei­mer durch al­le In­stan­zen

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Wolf H. Gold­sch­mitt

Ep­pel­heim. Patri­cia Reb­mann hät­te ei­gent­lich be­reits vor über vor sie­ben Mo­na­ten den Job als neue Bür­ger­meis­te­rin des Städt­chens Ep­pel­heim über­neh­men sol­len. Sie hät­te, kann aber nicht, denn Amts­vor­gän­ger Die­ter Mör­lein rückt die Rat­haus­schlüs­sel nicht her­aus. Ein lau­fen­des Ge­richts­ver­fah­ren steht der fei­er­li­chen Ein­set­zung der 39-Jäh­ri­gen im Weg, ob­wohl sie sich im Ok­to­ber ver­gan­ge­nen Jah­res ge­gen fünf männ­li­che Mit­be­wer­ber durch­ge­setzt hat­te.

Der Grund für die Blo­cka­de der Amts­stu­be: Ein Ep­pel­hei­mer Bür­ger sträubt sich ve­he­ment ge­gen die jun­ge Frau, die kürz­lich den Mann­hei­mer SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ste­fan Reb­mann ge­hei­ra­tet hat. Der Mann klagt sich durch die In­stan­zen, weil an­geb­lich ein Wahl­pla­kat von der Kan­di­da­tin zu na­he an ei­nem Wahl­lo­kal ge­stan­den ha­be. Und das sei Wahl­be­ein­flus­sung ge­we­sen, mut­maßt der Klä­ger. Das Hei­del­ber­ger Land­rats­amt hat sei­nen Ein­spruch längst ab­ge­lehnt. Auch das Ver­wal­tungs­ge­richt Karls­ru­he sieht sei­ne Kla­ge als un­be­grün­det an. Doch der Klä­ger bleibt stur. Zwar ist ge­gen die­ses Ur­teil kei­ne Be­ru­fung zu­ge­las­sen, doch der Ep­pel­hei­mer hat beim Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Mann­heim sein wohl letz­tes Rechts­mit­tel aus­ge­schöpft: er will die Zu­las­sung der Be­ru­fung durch­set­zen.

Der An­trag sei mitt­ler­wei­le be­grün­det wor­den, so VGH-Spre­cher Mat­thi­as Het­tich. Land­rats­amt, Ge­mein­de­ver­wal­tung und Be­klag­te kön­nen jetzt Stel­lung neh­men. Von der Län­ge die­ses Schrift­ver­kehrs hängt das wei­te­re Vor­ge­hen des Se­nats ab. Soll­te ei­ne Be­ru­fung zu­ge­las­sen wer­den, geht es oh­ne Zeit­li­mit in die nächs­te Run­de. Leh­nen die Mann­hei­mer Rich­ter ab, wird er sich mit ei­ner Be­schwer­de an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt Karls­ru­he wen­den. Bis das ver­han­delt wird, kann es wei­te­re Mo­na­te dau­ern. Bis die Wahl für gül­tig er­klärt wird, ste­hen Klä­ger und der 68-jäh­ri­ge Amts­in­ha­ber al­lein auf wei­ter Flur. Die meis­ten der rund 15 000 Bür­ger der Stadt ha­ben in­zwi­schen ge­nug von der Rat­haus­pos­se. Sie for­der­ten den Bür­ger­meis­ter mehr­fach öf­fent­lich zum Auf­hö­ren auf – bis­lang ver­geb­lich.

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