Stars auf Samt­pfo­ten

Heute ist Welt­kat­zen­tag / Be­geis­te­rung für die Tie­re reicht zu­rück bis ins Al­ter­tum

Pforzheimer Kurier - - BLICK IN DIE WELT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Brit­ta Bai­er Bas­tet-Sta­tue

Karls­ru­he. Ihr Fell ist wei­cher als der schöns­te Flo­ka­ti, sie schlüp­fen ele­gant duch en­ge Gas­sen und wenn man sie krault, er­hebt sich in ih­rer Keh­le ein Ge­räusch wie lei­ses Don­ner­grol­len. Heute ist Welt­kat­zen­tag – und da­mit Ge­le­gen­heit, der Deut­schen liebs­tes Haus­tier ein­mal ge­nau­er un­ter die Lu­pe zu neh­men.

Die Be­geis­te­rung der Men­schen für die ma­jes­tä­ti­schen Vier­bei­ner reicht zu­rück bis zu den al­ten Ägyp­tern: Zu Zei­ten der Pha­rao­nen wur­den Katzen ver­ehrt und gal­ten als hei­lig. So tritt auch Bas­tet, Toch­ter des Son­nen­got­tes Re, in der ägyp­ti­schen My­tho­lo­gie oft als klei­ne Kat­ze (Fo­to: im­a­go) mit Lö­wen­kopf oder weib­li­che Gestalt mit Kat­zen­kopf in Er­schei­nung. Die Hoch­ach­tung vor den ge­schick­ten klei­nen Jä­gern hat­te aber auch ei­nen hand­fes­ten Grund: Ge­trei­de war in Ägyp­ten sehr kost­bar. Vor al­lem Katzen bo­ten ei­nen wirk­sa­men Schutz vor den Un­men­gen von Mäu­sen und Rat­ten, die sich an den Vor­rä­ten er­freu­ten.

Heut­zu­ta­ge wird die weit ver­brei­te­te Ver­eh­rung der Samt­pfo­ten, ne­ben ei­ner zu­neh­men­den Zahl von Kat­zen­ca­fés, vor al­lem im In­ter­net greif­bar: Un­ter tie­ri­schen Vi­deo-Stars be­set­zen Katzen noch im­mer die vor­de­ren Plät­ze im Kampf um die meis­ten Klicks. Wenn die ge­zähm­ten Jä­ger ei­nen Licht­punkt ja­gen, in ei­nen Papp­kar­ton klet­tern oder in gol­di­ger Ein­tracht mit ei­nem Hund ein Schläf­chen hal­ten, formt sich auch der Mund des größ­ten Zy­ni­kers ganz un­will­kür­lich zu ei­nem ent­zück­ten „Ohhh...“. Da­bei gä­be es wahr­lich ge­nug an­de­re Spe­zi­es, die es in punc­to Nied­lich­keit mit den Stu­ben­ti­gern auf­neh­men könn­ten.

Bei­spiels­wei­se die schmu­se­wü­ti­gen, tap­si­gen Faul­tie­re, auf eng­lisch „sloths“, bei de­nen ein Blick in die Augen eben­so ent­spannt wie ein wo­chen­lan­ges Me­di­ta­ti­ons-Re­tre­at. Oder der Wombat, op­tisch ei­ne knud­de­li­ge Mi­schung aus Rie­senMeer­schwein­chen und Bär. Über ei­ne Mil­li­on Mal wur­de au­ßer­dem ein Mix aus ver­schie­de­nen Schwein­chen-Vi­de­os auf Youtube ge­klickt. Doch all den at­trak­ti­ven Al­ter­na­ti­ven zum Trotz – für ech­te Katzen-Fans wird wohl im­mer das Zi­tat des bri­ti­schen Dich­ters und Na­tur­wis­sen­schaft­lers Eras­mus Dar­win (Groß­va­ter von Charles Dar­win) gel­ten: „Re­spekt vor Katzen ist der An­fang jeg­li­chen Sin­nes für Äs­t­he­tik.“Dem lässt sich schwer­lich wi­der­spre­chen.

VER­SPIELT ODER IM KAMPFMODUS? Auch wenn man als Kat­zen­be­sit­zer ge­le­gent­lich den ein oder an­de­ren Krat­zer ris­kiert, ist der flau­schi­ge Vier­bei­ner noch im­mer das Lieb­lings­haus­tier der Deut­schen. Vi­de­os von lus­ti­gen, tap­si­gen und ver­schmus­ten Mie­zen wer­den auf Youtube mil­lio­nen­fach ge­klickt. Fo­to: dpa

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