Rei­cher Bei­fall für christ­li­che Mu­si­ker

Zwölf­köp­fi­ges Blech­blä­ser-En­sem­ble „Eu­ro­brass“in der Berg­hal­le Spiel­berg zu Gast

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Auf 60 Jah­re sei­nes Be­ste­hens kann der Spiel­ber­ger Po­sau­nen­chor zu­rück­bli­cken – Grund ge­nug, das vir­tuo­se Blech­blä­ser-En­sem­ble „Eu­ro­brass“zu ei­nem Gast­kon­zert zu ver­pflich­ten, wa­ren die „Eu­ro­brass“-Mu­si­ker doch schon beim Ju­bi­lä­um zum 50-jäh­ri­gen Be­ste­hen des Po­sau­nen­chors als Gasten­sem­ble ein­ge­la­den. Wie es bei vie­len Po­sau­nen­chö­ren und man­chen ge­misch­ten Blech­blä­ser­en­sem­bles der Fall ist, mu­si­ziert „Eu­ro­brass“aus der christ­li­chen Tra­di­ti­on her­aus und in­te­griert bi­bli­sche Aus­sa­gen in Wort und Mu­sik in sei­ne Kon­zer­te.

Das mag viel­leicht nicht je­der­manns Ge­schmack sein, zu­mal das Konzert nicht in der Spiel­ber­ger Kir­che, son­dern in der gut be­such­ten Berg­hal­le statt­fand, aber mit Blick auf die Ge­schich­te des Klang­kör­pers Blech­blä­ser­en­sem­ble an sich ist ein kirch­lich-re­li­giö­ser Be­zug in der Re­gel meist selbst­ver­ständ­lich.

Im ers­ten Teil des Abends bot das trotz sei­nes Na­mens aus fast aus­schließ­lich US-ame­ri­ka­ni­schen Blä­se­rin­nen und Blä­sern be­ste­hen­de, zwölf­köp­fi­ge En­sem­ble ei­ne Mi­schung aus klas­sisch-kon­zer­tan­ten und jaz­zi­gen Stü­cken. Un­ter der Lei­tung der mit­mu­si­zie­ren­den und mo­de­rie­ren­den An­gie Hun­ter und der Ein­stu­die­rung von Chris Woods wur­den et­wa ei­ne er­öff­nen­de Fan­fa­re, aber auch ein tän­ze­risch-ra­sches In­ter­mez­zo aus Gus­tav Holsts „Sui­te for band“oder das jaz­zig-laut­ma­le­ri­sche „New York 1927“dar­ge­bo­ten. Das En­sem­ble be­stach mit ho­mo­ge­nem und sau­ber in­to­nier­tem Spiel, das zu­gleich weich und strah­lend war.

Ne­ben den Tut­tiStü­cken zeig­ten et­wa in ei­nem Satz aus An­ton Reichas Horn­trio op. 82 die Hor­nis­tin­nen ihr Kön­nen, im Stück „Song For Ho­pe“, wel­ches bei ei­ner Be­ne­fiz­ak­ti­on in den USA ent­stand, bo­ten da­ge­gen die Trom­pe­ten­so­lis­ten von „Eu­ro­brass“schön an­zu­hö­ren­de Me­lo­die­li­ni­en. Hö­he­punkt des ers­ten Teils war je­doch das sin­fo­nisch ge­stal­te­te An­dan­te aus Fe­lix Men­dels­sohn-Bar­thol­dys Re­for­ma­ti­ons-Sin­fo­nie.

Im zwei­ten Teil des Abends stand ein­deu­tig christ­lich Ge­präg­tes im Fo­kus: So et­wa zwei be­kann­te Gos­pels, in de­nen Da­vid Por­ter mit ei­nem raum­fül­lend­ge­schmei­di­gen Tu­ba-So­lo glänz­te. Sau­be­re Po­ly­pho­nie wur­de im Fu­gen-Ab­schnitt ei­nes Sat­zes aus Johann Se­bas­ti­an Bachs Kan­ta­te BWV 21 ge­bo­ten, wo­hin­ge­gen das Konzert mit ei­nem sehr rhyth­mi­schen Aus­schnitt aus dem „Glo­ria“des be­kann­ten mo­der­nen Sa­kral­kom­po­nis­ten John Rut­ter stim­mig aus­klang. Mit rei­chem Bei­fall in­klu­si­ve Ova­tio­nen im Ste­hen be­dach­te das Pu­bli­kum die Mu­si­ker. -hd.

Mu­si­ker in­to­nie­ren schön an­zu­hö­ren­de Me­lo­die­li­ni­en

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