Ju­gend­stra­fe für Ta­xi­räu­ber

19-Jäh­ri­ger aus Ess­lin­gen muss für zwei­ein­halb Jah­re ins Ge­fäng­nis

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE -

bei­den Karls­ru­her Ta­xi-Über­fäl­le ju­ris­tisch ge­klärt und ver­ur­teilt wor­den. Ein wei­te­rer Über­fall auf ei­nen Ta­xi­fah­rer vom 16. April die­ses Jah­res, bei dem ein Tä­ter in der In­nen­stadt das Op­fer mit ei­nem Mes­ser an­griff, ist noch un­ge­klärt.

Der jetzt ver­ur­teil­te 19-jäh­ri­ge Mann aus Ess­lin­gen gab vor der Straf­kam­mer zu, in je­ner Nacht zum 30. März we­gen ent­täusch­ter Lie­be nach Karls­ru­he ge­fah­ren zu sein, um sei­ne An­ge­be­te­ne noch ein­mal zu se­hen. Doch die Ex-Freun­din ließ ihn ab­blit­zen. Aus Wut dar­über, so die Fest­stel­lun­gen des Ge­richts, ging der 19-Jäh­ri­ge in der Kuss­maul­stra­ße mas­kiert zu dem dort war­ten­den Ta­xi und be­droh­te den Fah­rer mit ei­ner mit Gas ge­la­de­nen Schreck­schuss­pis­to­le. Das Ge­richt stellt in dem Ur­teil auch fest, dass der 19-Jäh­ri­ge die Ab­sicht hat­te, den Ta­xi­fah­rer um die Ta­ges­ein­nah­men zu be­rau­ben, was aber dar­an schei­ter­te, weil das Op­fer sich trotz der Waf­fen­dro­hung wehr­te. Im Ger­an­gel mit dem Op­fer drück­te der An­ge­klag­te dann den Ab­schuss­hahn und ver­letz­te den 45-Jäh­ri­gen an der Wan­ge. An­schlie­ßend flüch­te­te er oh­ne Beu­te.

Ei­ne Beu­te ha­be er gar nicht im Sinn ge­habt, be­teu­er­te der Be­schul­dig­te vor Ge­richt. Er ha­be nur aus Ver­zweif­lung, weil ihn die Freun­din ins Ab­seits stell­te, ir­gend­et­was ge­tan, um bei ihr Schuld­ge­füh­le zu ver­ur­sa­chen. Zu­vor hat­te er ihr ei­ne Text­nach­richt ge­schickt: „Ent­we­der ich tot, oder im Knast…“und es wer­de et­was Schreck­li­ches pas­sie­ren. Den­noch blieb die Freun­din un­be­ein­druckt. Der „Knast“wur­de für den 19-Jäh­ri­gen Wirk­lich­keit.

Ent­ge­gen der Mei­nung sei­nes Ver­tei­di­gers, dass es sich dann gar nicht um ei­nen Raub­über­fall han­del­te, son­dern nur um ei­ne Kör­per­ver­let­zung, sa­hen es die Rich­ter an­ders: Der 19-Jäh­ri­ge ha­be ge­plant ge­han­delt, um an Geld zu kom­men. Er ha­be die Waf­fe ge­plant mit Reiz­gas ge­la­den, sich mas­kiert und dann eben­falls nach sei­ner Pla­nung ge­han­delt. Dass der Raub nicht voll­endet wur­de, ha­be nur an der Ge­gen­wehr des Ta­xi­fah­rers ge­le­gen, der aber den­noch im Ge­sicht ver­letzt wur­de.

Ge­mäß dem An­trag des Staats­an­walts muss der 19-Jäh­ri­ge nun ei­ne Ju­gend­stra­fe von zwei­ein­halb Jah­ren ver­bü­ßen. Sein Ver­tei­di­ger hat­te ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe ge­for­dert und will ge­gen das Ur­teil Re­vi­si­on ein­le­gen.

Der An­ge­klag­te ha­be ge­plant ge­han­delt

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