Mehr Si­cher­heit

MARTIN FER­BER

Pforzheimer Kurier - - POLITIK -

Ihr Ruf ist le­gen­där, ihr An­se­hen welt­weit hoch. Seit­dem die „Grenz­schutz­grup­pe 9“, wie sie im schöns­ten Be­hör­den­deutsch hieß, in der Nacht zum 18. Ok­to­ber 1977 auf dem Flug­platz der so­ma­li­schen Haupt­stadt Mo­ga­di­schu die von pa­läs­ti­nen­si­schen Ter­ro­ris­ten ent­führ­te Luft­han­sa-Ma­schi­ne „Lands­hut“stürm­te und al­le Gei­seln be­frei­te, hat sie im­mer wie­der ih­ren Ruf als er­folg­rei­che Eli­te­ein­heit des Bun­des im Kampf ge­gen Schwerst­kri­mi­nel­le und Ter­ro­ris­ten un­ter Be­weis ge­stellt.

Den Grenz­schutz gibt es schon lan­ge nicht mehr, wohl aber die GSG 9, die mitt­ler­wei­le als Teil der Bun­des­po­li­zei zu­sam­men mit an­de­ren Spe­zi­al­kräf­ten des Bun­des für den Kampf ge­gen den Ter­ror in all sei­nen Au­s­prä­gun­gen, für die Be­frei­ung von Gei­seln und die Ent­schär­fung von Bom­ben zu­stän­dig ist.

Seit ih­rer Grün­dung im Jahr 1972 nach dem An­schlag auf die Olym­pi­schen Spie­le in Mün­chen und der ge­schei­ter­ten Gei­sel­be­frei­ung auf dem Flug­ha­fen Fürs­ten­feld­bruck hat sich we­der an der Not­wen­dig­keit noch an der Be­deu­tung der GSG 9 et­was ge­än­dert, war es da­mals der Ter­ror der Pa­läs­ti­nen­ser und der RAF, der die Bun­des­re­pu­blik im Mark er­schüt­ter­te, ist es heu­te der glo­ba­le is­la­mis­tisch mo­ti­vier­te Ter­ror, der die ge­sam­te west­li­che Welt be­droht. Die Bun­des­re­gie­rung

hat auf die­se Her­aus­for­de­rung re­agiert und al­le Spe­zi­al­kräf­te der Bun­des­po­li­zei un­ter dem Dach ei­ner neu­en Di­rek­ti­on ge­bün­delt, die ges­tern of­fi­zi­ell von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re in Di­enst ge­stellt wur­de. Rund um die GSG 9 grup­piert sich ein gan­zer Strauß an Ein­satz­kräf­ten, die bis­lang ver­schie­de­nen Be­rei­chen an­ge­hör­ten.

Der Bund hat da­mit ein ein­ma­li­ges Kom­pe­tenz-, Aus­bil­dungs-, Füh­rungs­und Ana­ly­se­zen­trum ge­schaf­fen, das zu je­der Zeit und an je­dem Ort bei kom­ple­xen Be­dro­hungs­la­gen die Ein­satz­kräf­te der Län­der un­ter­stüt­zen kann und auch im Aus­land zum Schutz der Bot­schaf­ten ein­ge­setzt wird. Der mo­dul­haf­te Auf­bau der neu­en Di­rek­ti­on bie­tet zu­dem die Ge­währ, dass die Po­li­zei in die La­ge ver­setzt wird, auch auf neu­ar­ti­ge An­schlags­sze­na­ri­en zu re­agie­ren und bei Be­darf wei­te­re Spe­zi­al­kräf­te an­zu­do­cken.

Mehr Per­so­nal für die Bun­des­po­li­zei, ei­ne bes­se­re Aus­stat­tung in al­len Be­rei­chen, so­wie ei­ne Bün­de­lung der Spe­zi­al­kräf­te – der Bund hat sei­ne Haus­auf­ga­ben im Kampf ge­gen den Ter­ror ge­macht und die Kon­se­quen­zen aus der an­ge­spann­ten Si­cher­heits­la­ge ge­zo­gen. Deutsch­land ist da­mit ein Stück weit si­che­rer ge­wor­den.

Der Bund hat sei­ne Haus­auf­ga­ben ge­macht

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