Luft­ge­trock­ne­te

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Der Volks­mund ätzt, bei­zei­ten. Lässt Sprü­che raus wie: „Wer nichts wird, wird Wirt. Und wem auch dies nicht ge­lun­gen, der macht in Ver­si­che­run­gen.“Oder, ganz neu: Der Nichts­wer­der macht in Wind-Wirt, macht win­di­ge Ge­schäf­te. Ver­kauft nicht et­wa fri­schen Wind in Do­sen, auch kei­ne Wind­ho­sen oder Wind­ei­er. Er hängt ge­wa­sche­ne Wä­sche wie zu Omas Zei­ten in die kräf­ti­ge Land­luft. Die Kund­schaft ist ur­ban, lebt in en­gen Wa­ben, muss in sti­cki­gen Ba­de­zim­mern und auf Heiz­kör­pern die Wä­sche trock­nen. Doch was für ein tie­ri­scher Ge­ruchs­un­ter­schied zur Wä­sche, die drau­ßen im Länd­li­chen an der Lei­ne tro­cken we­hen durf­te: zwi­schen Gülle­fel­dern, Die­sel­t­rak­to­ren, Schwei­ne­mast, all­er­gie­ver­brei­ten­den Gras­wie­sen, Baum­rei­hen und wo­gen­den Korn­fel­dern.

Im Ber­li­ner Speck­gür­tel ist der ers­te Wind­aus­schen­ker für Me­tro­po­len­wä­sche, Fir­men­lo­go „Frisch und Luft“, am Start. Holt die Dreck­wä­sche vom bio­wahn­sin­ni­gen Prenz­lau­er Berg ab, karrt sie mit ei­nem al­ten Daim­ler-Die­sel

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