„SPD trägt Eu­len ins Rat­haus“

CDU ant­wor­tet auf Brief von Stadt­rä­tin Roos zu Man­gel an Be­treu­ungs­plät­zen

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

PK – In ei­nem „of­fe­nen Brief“bit­tet SPD-Stadt­rä­tin Jac­que­line Roos OB Pe­ter Boch, sich für den Aus­bau von Ki­ta­plät­zen so­wie für wei­te­re Plät­ze in der Schul­kind­be­treu­ung ein­zu­set­zen. Bis­lang fehl­ten rund 650 Ki­ta- und Krip­pen­plät­ze, bei stei­gen­der Ten­denz. „Als Mit­glied im Ju­gend­hil­fe­aus­schuss weiß ich, wel­che An­stren­gun­gen die Ver­wal­tung un­ter­nimmt, um den Man­gel mit Neu­bau­ten und An­mie­tun­gen zu be­he­ben. Das er­for­der­li­che und bis­lang schon feh­len­de Per­so­nal ist al­ler­dings ei­ne wei­te­re Her­aus­for­de­rung, die von Ih­nen als Per­so­nal­de­zer­nent ver­stärkt auf­ge­grif­fen wer­den soll­te“, so Roos in dem Brief, der auch dem Pforz­hei­mer Ku­ri­er vor­liegt.

Vie­le be­rufs­tä­ti­ge El­tern, die für ihr Kind ei­nen Ganz­ta­ges­platz in ei­ner Ki­ta ha­ben, stün­den auch nach er­folg­rei­chem Aus­bau der Ki­ta­plät­ze spä­tes­tens dann vor ei­nem Rie­sen­pro­blem, wenn die Schul­zeit be­gin­ne. Längst nicht al­le Pforz­hei­mer Schu­len könn­ten ei­ne er­gän­zen­de Schul­kind­be­treu­ung oder Ganz­tags­schul­plät­ze an­bie­ten, schreibt die SPD-Stadt­rä­tin wei­ter. Der Be­darf an zu­sätz­li­chen An­ge­bo­ten sei groß, er­k­lört Roos. Da aber das Land Ba­denWürt­tem­berg noch im­mer kei­ne neu­en Hort­plät­ze be­zu­schus­se, wä­re es nur rein städ­tisch fi­nan­ziert mög­lich, wei­te­re Plät­ze ein­zu­rich­ten. Auch der vom Land an­ge­sto­ße­ne Aus­bau der Ganz­tags­schu­len ge­he nur schlep­pend vor­an. Die Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Beruf sei nur ge­währ­leis­tet, wenn die Kin­der­be­treu­ung von der Ki­ta bis zum En­de der Grund­schul­zeit durch­ge­hend ge­si­chert ist, schreibt Roos wei­ter.

Die SPD tra­ge Eu­len ins Rat­haus, ent­geg­nen dar­auf CDU-Kreis- und Stadt­ver­band. Kreis­vor­sit­zen­der Gun­ther Krich­baum und Stadt­ver­bands­vor­sit­zen­der Tho­mas Dörf­lin­ger er­klä­ren in ei­ner ge­mein­sa­men Mit­tei­lung, Kin­der­be­treu­ung ste­he oben auf der Agen­da. „Wir wun­dern uns al­ler­dings schon, war­um Frau Roos ei­nen sol­chen Brief nicht schon an ih­ren Par­tei­freund Gert Ha­ger ge­schickt hat, als die­ser noch in Amt und Wür­den war“, meint Dörf­lin­ger. Pforz­heims neu­en OB Pe­ter Boch auf die Dring­lich­keit die­se Pro­ble­ma­tik hin­zu­wei­sen, sei aus Sicht der CDU völ­lig un­nö­tig. „Of­fen­bar hat Frau Roos den OBWahl­kampf nicht sehr auf­merk­sam ver­folgt, sonst wüss­te sie na­tür­lich, dass Pe­ter Boch das The­ma Kin­der­be­treu­ung von Be­ginn an zu ei­nen zen­tra­len Be­stand­teil sei­ner Agen­da ge­macht hat“fügt Krich­baum an.

Bei­de Uni­ons­po­li­ti­ker ver­wei­sen auf „Ver­säum­nis­se der Ver­gan­gen­heit“. Un­ter dem SPD-OB Ha­ger sei viel ver­schleppt wor­den, ge­ra­de im Hin­blick auf den bau­li­chen Zu­stand von Ki­tas, Schul­ge­bäu­den und an­de­ren öf­fent­li­chen Ein­rich­tun­gen. Das Haus der Ju­gend und das Reuch­lin-Gym­na­si­um sei­en nur zwei ekla­tan­te Bei­spie­le für die sträf­li­che Ver­nach­läs­si­gung des Er­halts von städ­ti­schem Ei­gen­tum der letz­ten acht Jah­re.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.