Eh­ren­amt­li­che brau­chen Un­ter­stüt­zung

Grü­nen-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ste­fa­nie See­mann be­sucht Flücht­lings­hel­fer in Kel­tern

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Kel­tern (rol). Wie es den Eh­ren­amt­li­chen in der Re­gi­on geht, will Ste­fa­nie See­mann wis­sen. Des­halb be­sucht die Grü­nen-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te auf ih­rer Som­mer­tour in den kom­men­den Ta­gen und Wo­chen Ver­ei­ne, In­sti­tu­tio­nen und Or­ga­ni­sa­tio­nen in Pforz­heim und dem Enz­kreis. Sie wol­le mög­lichst vie­le Eh­ren­amt­li­che ken­nen­ler­nen, sag­te sie, „um zu hö­ren, wo es fehlt, wo es klemmt und wo man po­li­ti­sche Hil­fe­stel­lung bie­ten kann“.

Ers­te Sta­ti­on war am Mon­tag­abend der Ar­beits­kreis Flücht­lin­ge in Kel­tern. Rund 120 Eh­ren­amt­li­che ar­bei­ten dort zu­sam­men, um die Flücht­lin­ge zu un­ter­stüt­zen. Un­ter an­de­rem über­neh­men sie Pa­ten­schaf­ten, be­trei­ben ei­nen Se­con­dHand-La­den, bie­ten Nach­hil­fe und Deutsch­kur­se. Wich­tig sei ih­nen auch die Zu­sam­men­ar­beit mit den Schu­len, er­klär­te Spre­cher Ste­fan Vet­ter. Bei den Kin­der­gär­ten und Grund­schu­len lau­fe das her­vor­ra­gend. Et­was pro­ble­ma­ti­scher sei es da­ge­gen bei den wei­ter­füh­ren­den Schu­len. Hier wer­de es schwie­rig, wenn die Ju­gend­li­chen zu alt für ei­nen Haupt­schul­ab­schluss und gleich­zei­tig noch schul­pflich­tig sind.

Für sie sind so­ge­nann­te VABO-Klas­sen (Vor­qua­li­fi­zie­rungs­jahr Ar­beit und Beruf) vor­ge­se­hen. Al­ler­dings, so Vet­ter, ge­be es im Enz­kreis nur zwei be­ruf­li­che Schu­len, die ein sol­ches An­ge­bot ma­chen – bei­de in Mühl­acker und da­mit für die Kel­ter­ner Flücht­lin­ge nur schwer zu er­rei­chen. Vie­le wür­den des­halb ver­su­chen, an den nä­her ge­le­ge­nen Pforz­hei­mer Schu­len un­ter­zu­kom­men, auch wenn die­se ei­gent­lich nicht zu­stän­dig sei­en. Die Kel­ter­ner Eh­ren­amt­li­chen hof­fen hier auf ei­ne mög­lichst de­zen­tra­le Lö­sung, um die In­te­gra­ti­on zu er­leich­tern. Mit der Si­tua­ti­on kon­fron­tiert, ver­sprach See­mann, bei den zu­stän­di­gen Stel­len nach­zu­fra­gen. Ih­re Hil­fe bot die Ab­ge­ord­ne­te auch bei der Fra­ge an, war­um die Ge­mein­de Kel­tern Flücht­lin­ge nicht als in An­schluss­un­ter­brin­gung be­find­lich an­ge­rech­net be­kommt, wenn sie ih­re Miet­ver­trä­ge selbst ab­schlie­ßen.

The­ma wa­ren au­ßer­dem die In­te­gra­ti­ons­ma­na­ger, die Flücht­lin­gen mit Blei­be­per­spek­ti­ve hel­fen sol­len, sich zu in­te­grie­ren. Beim Kel­ter­ner Ar­beits­kreis Flücht­lin­ge er­hofft man sich da­von Un­ter­stüt­zung bei der So­zi­al­ar­beit. Fast zwei St­un­den lang sprach die Ab­ge­ord­ne­te mit den Eh­ren­amt­li­chen – auch über Ab­schie­bun­gen nach Grie­chen­land, Ita­li­en und Af­gha­nis­tan. Man ha­be sich ernst ge­nom­men ge­fühlt, re­sü­mier­te Vet­ter. Im Ar­beits­kreis sei man gut auf­ge­stellt, sag­te er. Vie­le Mit­glie­der sei­en von An­fang an da­bei, nur sehr we­ni­ge hät­ten ih­re Mit­ar­beit zwi­schen­zeit­lich be­en­det. Ein Um­stand, den er auch auf die gu­te Zu­sam­men­ar­beit mit der Kom­mu­ne zu­rück­führ­te. Auch See­mann be­ton­te, wie wich­tig es sei, gu­te Rah­men­be­din­gun­gen für eh­ren­amt­li­ches En­ga­ge­ment zu schaf­fen. Der Staat kön­ne nicht al­les leis­ten und sei des­halb auf Men­schen an­ge­wie­sen, die sich in das Ge­mein­we­sen ein­brin­gen. In ei­ner De­mo­kra­tie brau­che es Men­schen, die Ver­ant­wor­tung für an­de­re über­neh­men. Bei ih­rer Som­mer­tour be­sucht die Ab­ge­ord­ne­te bis zum Mo­nats­en­de rund 15 eh­ren­amt­lich ar­bei­ten­de Ein­rich­tun­gen. Nächs­te Sta­ti­on ist am Don­ners­tag ei­ne Selbst­hil­fe­grup­pe für Frauen mit Krebs.

In­ter­net

DAS GE­SPRÄCH such­te die gut ge­laun­te Grü­nen-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ste­fa­nie See­mann (Zwei­te von links) mit den Eh­ren­amt­li­chen des Kel­ter­ner Ar­beits­krei­ses Flücht­lin­ge. Fo­to: Rol­ler

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