Gün­ter Laumann wird heu­te 90

Kö­nigs­ba­cher Ur­ge­stein der „Blau­en Husa­ren“fei­ert im klei­nen Fa­mi­li­en­kreis

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Kö­nigs­bach-St­ein (ufa). Von den Unan­nehm­lich­kei­ten des ho­hen Al­ters nicht ver­schont, doch geis­tig fit und jung ge­blie­ben, fei­ert Gün­ter Laumann heu­te in Kö­nigs­bach sei­nen 90. Geburtstag. Am 9. August 1927 in Kö­nigs­bach ge­bo­ren und als Ältester mit zwei Schwes­tern und ei­nem Bru­der auf­ge­wach­sen, trat der jun­ge Gün­ter 1942 nach der Volks­schu­le ei­ne kauf­män­ni­sche Lehre in Pforz­heim an. De­ren En­de er­folg­te durch die Tur­bu­len­zen des Krie­ges deut­lich spä­ter als vor­ge­se­hen. Er wur­de „ein­ge­zo­gen“und er­litt im Fe­bru­ar 1945 ei­ne Kriegs­ver­let­zung an der rech­ten Hand und war da­mit nicht mehr ein­satz­fä­hig. En­de April ge­riet Laumann in ame­ri­ka­ni­sche Kriegs­ge­fan­gen­schaft, wur­de durch halb Deutsch­land ver­frach­tet und mach­te sich nach der Ent­las­sung von Thü­rin­gen aus per pe­des auf den Heim­weg.

Zu­nächst ar­beits­los, ab­sol­vier­te der jun­ge Heim­keh­rer sei­ne Prü­fun­gen zum Kauf­manns­ge­hil­fen­brief und war an­schlie­ßend in ver­schie­de­nen Pforz­hei­mer Fir­men an­ge­stellt. Zu­letzt ar­bei­te­te Gün­ther Laumann 25 Jah­re lang beim Rei­se­bü­ro Kunz­mann, be­vor er mit 60 Jah­ren in den Ru­he­stand ging.

Doch nicht nur im Be­rufs­le­ben war der Ju­bi­lar ak­tiv: Beim 1958 ge­grün­de­ten Fan­fa­ren­zug über­nahm er von An­fang an die mu­si­ka­li­sche Lei­tung und die Aus­bil­dung der Mu­si­ker. Bei Auf­trit­ten in der Ge­mein­de und weit dar­über hin­aus ern­te­te der Fan­fa­ren­zug, her­vor­ge­gan­gen aus der ört­li­chen Feu­er­wehr, Be­geis­te­rung. „Wir füll­ten gro­ße Hal­len in ganz Deutsch­land, Hol­land, Frank­reich und der Schweiz“, schwärmt Laumann. Bei Wer­tungs­spie­len im In- und Aus­land des nun fir­mie­ren­den „Trom­pe­ter-Korps Blaue Husa­ren der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Kö­nigs­bach“ka­men die Mu­si­ker zu ho­hen Sie­ger­eh­ren und Laumann selbst wur­de un­ter an­de­rem als bes­ter Ma­jor Tam­bour vom da­ma­li­gen Lan­des­in­nen­mi­nis­ter Wal­ter Krau­se aus­ge­zeich­net. Im Mai 1972 er­rang das Trom­pe­ter-Korps in der an­spruchs­vol­len Klas­se „Mo­dern“den Titel Deut­scher Meis­ter. Doch da­mit nicht ge­nug: An­fang der 1970er und 1986 flo­gen die Husa­ren mit ei­ner Rei­se­grup­pe von je­weils gut 100 Fans über den gro­ßen Teich und nah­men mit gro­ßem Er­folg an der Steu­ben­pa­ra­de teil.

Ein Jahr spä­ter, nach 29 Jah­ren, gab Laumann den Stab an ei­nen jün­ge­ren Kol­le­gen wei­ter. Wenn auch die „Blau­en Husa­ren“Jahr­zehn­te sei­ner Freizeit in An­spruch nah­men, so pfleg­te der Hob­by­mu­si­ker auch an­de­re Ste­cken­pfer­de. Zum Bei­spiel als Schütze beim KKS Kö­nigs­bach und der SG Pforz­heim.

Dem Ski­fah­rer wa­ren frei­lich Ski­ur­lau­be eben­so wich­tig wie an­de­re Fe­ri­en­rei­sen, und auch die Rad­tou­ren, die ihn durch ganz Deutsch­land führ­ten. Und das bis et­wa zum Al­ter von 75 Jah­ren. Stets da­bei: Ehe­frau Ma­ri­an­ne, die im­mer noch in er­staun­li­cher Fit­ness mit dem Se­ni­or seit na­he­zu 50 Jah­ren durch dick und dünn geht.

Zum ho­hen Geburtstag, der im klei­nen Fa­mi­li­en­kreis ge­fei­ert wird, gra­tu­lie­ren auch ein Sohn, ei­ne Toch­ter und zwei En­kel­kin­der.

JU­BI­LAR Gün­ter Laumann war auch als Schütze ak­tiv. Fo­to: ufa

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