„Der Sta­di­on­bau ist von der Li­ga un­ab­hän­gig“

KSC geht in die Of­fen­si­ve: Pro­jekt ab­spe­cken oder stop­pen sei kei­ne Op­ti­on / OB geht von Ver­ga­be im Win­ter aus

Pforzheimer Kurier - - KARLSRUHE - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ti­na Kampf

Vier Punk­te aus vier Spie­len und da­mit ak­tu­ell – punkt­gleich mit dem Chem­nit­zer FC – Ta­bel­len­platz elf in Li­ga drei: Der Wie­der­auf­stieg des KSC in die Zwei­te Bun­des­li­ga ist nicht zwangs­läu­fig ein Selbst­läu­fer. Un­ab­hän­gig von der sport­li­chen Si­tua­ti­on wird der Sta­di­on­neu­bau wei­ter vor­an­ge­trie­ben von der Stadt wie auch vom Ver­ein, der jetzt auf sei­ner Home­page noch­mals um­fas­send zu dem Pro­jekt in­for­miert. Die zen­tra­le Aus­sa­ge lau­tet: „Für das Bau­vor­ha­ben spielt es kei­ne Rol­le, ob der KSC in der Bun­des­li­ga, der Zwei­ten Bun­des­li­ga, der Drit­ten Li­ga oder gar der Re­gio­nal­li­ga spielt.“Die im No­vem­ber 2016 mit der Stadt ge­schlos­se­nen Ver­trä­ge sei­en für je­de die­ser Spiel­klas­sen gül­tig.

Be­züg­lich der Pacht wur­de bei der Wirt­schaft­lich­keits­be­trach­tung durch die Stadt ein Durch­schnitts­wert der Li­ga­zu­ge­hö­rig­keit be­rech­net. Der ging in zehn Jah­ren von ein­mal Li­ga drei, sie­ben­mal Zwei­te Bun­des­li­ga und zwei­mal Ers­te Bun­des­li­ga aus – wo­bei das erst greift, wenn das Sta­di­on vor­aus­sicht­lich zur Sai­son 2020/2021 fer­tig ist. Die Li­ga­zu­ge­hö­rig­keit bis 2020 spielt für das Re­fi­nan­zie­rungs­mo­dell al­so kei­ne Rol­le. Zu­sätz­lich ist bei der Wirt­schaft­lich­keits­be­trach­tung der Stadt­käm­me­re­rei für den Pacht­zeit­raum von 20 Jah­ren eben­so die zwei­ma­li­ge Teil­nah­me an der Drit­ten Li­ga vor­ge­se­hen, so der KSC. Er macht klar: Das Bau­pro­jekt jetzt zu ver­ta­gen oder ab­zu­spe­cken, sei nicht nur kei­ne Op­ti­on, son­dern gar ge­fähr­lich. „Soll­te der Um­fang des Pro­jekts re­du­ziert wer­den, wür­de der Karls­ru­her SC bei ei­nem Auf­stieg in die Zwei­te Bun­des­li­ga wo­mög­lich kei­ne Li­zenz er­hal­ten“, er­klärt der Ver­ein. Eben weil es die Bau­plä­ne gibt, er­hal­te der Club ei­ne zeit­lich be­grenz­te Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung des Ver­ban­des. Rü­cke man nun von dem Pro­jekt ab, wür­de der KSC im­mer noch nicht al­le in­fra­struk­tu­rel­len An­for­de­run­gen er­fül­len. Und wenn nur die Ge­gen­ge­ra­de neu er­rich­tet wür­de, ver­bes­ser­ten sich auch die Ver­mark­tungs­chan­cen für den Ver­ein nicht. Hö­he­re Miet­zah­lun­gen sei­en al­so nicht mög­lich. „Die Stadt wür­de so­mit kei­ne Re­fi­nan­zie­rung der Bau­kos­ten der Ge­gen­ge­ra­de so­wie der bis­her in die Pro­jekt­ent­wick­lung in­ves­tier­ten Kos­ten – et­wa für die Ver­la­ge­rung von MTV, Um­bau­maß­nah­men im Wild­park, Um­sied­lun­gen ge­schütz­ter Tier­ar­ten, Kauf von Grund­stü­cken des Lan­des Ba­den-Würt­tem­berg und so wei­ter – er­hal­ten und wei­ter­hin jähr­lich et­wa ei­ne Mil­li­on Eu­ro in den Er­halt des Wild­park­sta­di­ons in­ves­tie­ren müs­sen.

Grund­sätz­lich sei das Ver­fah­ren so kom­plex und lang­jäh­rig, dass es bei­na­he un­mög­lich sei, auf kurz­fris­ti­ge Ent­wick­lun­gen wie ei­nen Ab­stieg in Li­ga drei re­agie­ren zu kön­nen. Soll­te das be­reits lau­fen­de eu­ro­pa­wei­te Ver­ga­be­ver­fah­ren jetzt zum Still­stand ge­bracht wer­den und zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt er­neut an­ge­sto­ßen wer­den, so­bald der KSC wie­der in der Zwei­ten Bun­des­li­ga spielt, wür­de sich der Ab­schluss des Bau­pro­jekts noch ein­mal um meh­re­re Jah­re ver­län­gern.

Tat­säch­lich stel­len ak­tu­ell we­der die Ver­wal­tung noch ei­ne Mehr­heit des Ge­mein­de­rats das Pro­jekt in Fra­ge. Ober­bür­ger­meis­ter Frank Men­trup er­klär­te jüngst, dass er mit No­vem­ber oder De­zem­ber den Ab­schluss des Bie­ter­ver­fah­rens und dann auch den Ver­trags­ab­schluss er­war­tet. Erst dann ist klar, in wel­cher Rei­hen­fol­ge die Tri­bü­nen ab­ge­ris­sen und auf­ge­baut wer­den und wie die Are­na künf­tig aussieht. Bau­be­ginn ist dem Plan zu­fol­ge im Früh­jahr 2018.

Auch wäh­rend des Baus wird im Wild­park ge­spielt. Der To­tal­un­ter­neh­mer soll dem KSC zu je­dem Heim­spiel min­des­tens 15 000 Plät­ze – da­von 3 000 Sitz­plät­ze – zur Ver­fü­gung stel­len. Die Plät­ze der Fans blei­ben je nach Bau­ab­schnitts­pla­nung zu­nächst er­hal­ten, heißt es. Die Dau­er­kar­ten­in­ha­ber wür­den früh­zei­tig in­for­miert, wenn sie wei­chen müs­sen. Man wer­de ih­nen dann ei­nen ad­äqua­ten Er­satz­platz an­bie­ten und mög­li­che Preis­un­ter­schie­de er­stat­ten.

Min­des­tens 15 000 Plät­ze bei Spie­len im Wild­park

DAS WILD­PARK­STA­DI­ON soll Schritt für Schritt durch ei­ne neue Are­na er­setzt wer­den. Der KSC un­ter­streicht jetzt noch­mals, wie wich­tig das Pro­jekt sei. Luft­bild: Ar­tis

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.