Traum vom Triple

Speer­wer­fer fa­vo­ri­siert

Pforzheimer Kurier - - LEICHTATHLETIK-WM IN LONDON - Tho­mas Röh­ler

Eins, zwei, drei. Wenn die Spee­re von Jo­han­nes Vet­ter, Tho­mas Röh­ler (Fo­to: dpa) und Andreas Hof­mann wie­der so weit flie­gen wie vor der Leicht­ath­le­ti­kWM, wä­re ein Me­dail­len-Triple in Lon­don kei­ne Uto­pie. „Wir drei sind al­le ver­rückt ge­nug, um da­von zu träu­men“, sag­te Olym­pia­sie­ger Röh­ler vor der heu­ti­gen Qua­li­fi­ka­ti­on, „an­de­rer­seits sind wir Rea­lis­ten ge­nug, um das Sta­di­on nicht in Trä­nen zu ver­las­sen, wenn wir es nicht pa­cken“. Mit 94,44, 93,90 und 88,79 Me­tern lie­gen Vet­ter, Röh­ler und Hof­mann in der Welt­jah­res­bes­ten­lis­te vorn. Ein wei­te­rer Be­leg ih­rer Do­mi­nanz: Sie­ben wei­te­re Wür­fe wa­ren zu­dem wei­ter als die ih­rer Kon­kur­renz. „Die Geg­ner wur­den durch un­se­re sport­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten et­was ins Nichts ge­drückt“, sag­te Röh­ler. „Sie wer­den uns das Le­ben aber schon schwer ma­chen.“Der Fin­ne Te­ro Pit­kä­mä­ki ist mit 88,27 Me­tern am dich­tes­ten dran.

Die Eu­pho­rie ver­sucht Boris Obergföll et­was zu dämp­fen. „Da drei Deut­sche in der Welt­bes­ten­lis­te vor­ne lie­gen, ist für vie­le klar: Wir ma­chen drei Me­dail­len“, sag­te der Bun­des­trai­ner: „Da­von kann man sich ver­ab­schie­den, auch wenn das der Traum und Wunsch wä­re.“

Ex­zel­len­te bio­me­cha­ni­sche und wis­sen­schaft­li­che Be­glei­tung so­wie der Aus­tausch des Wis­sens un­ter ih­ren Trai­nern ist ein Teil des Speer-Wun­ders „Ma­de in Ger­ma­ny“. Fakt ist aber auch: Die Jungs mit der gro­ßen Wucht im Arm ver­ste­hen sich pri­ma. „Der Ge­mein­schafts­ge­dan­ke treibt ei­nen auch nach vor­ne“, er­klär­te der Kirr­la­cher Hof­mann. „Wir sind wirk­lich ein Team, wir kön­nen uns auf­ein­an­der ver­las­sen“, er­gänz­te Röh­ler.

Schon 2016 in Rio schaff­ten es drei Deut­sche ins Speer­wurf-Fi­na­le – ne­ben Röh­ler und Vet­ter (4. Platz) auch Ju­li­an We­ber (9.). Röh­ler glaubt, dass ihn sein Olym­pia­sieg be­flü­geln wird. „Mehr als die­sen Rü­cken­wind kann ich nicht mit rein­neh­men ins Fi­na­le“, mein­te er. Des­halb pfle­ge er auch kein Ri­tu­al. „Nein. Ich brau­che kei­ne un­ge­wa­sche­ne So­cke im Ge­päck“, sag­te Röh­ler. „Mein Mot­to lau­tet: Al­les so leicht und ein­fach hal­ten wie mög­lich!“dpa

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