Er­neu­te Ver­haf­tung

Ban­den­dieb­stahl-Pro­zess mit über­ra­schen­der Wen­de

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

Über­ra­schen­de Wen­de im Pro­zess ge­gen vier Män­ner we­gen Ban­den­dieb­stahls in grö­ße­rem Aus­maß: Ges­tern, als ei­gent­lich mit ers­ten Plä­doy­ers ge­rech­net wur­de (die schon für den 31. Ju­li ins Au­ge ge­fasst wa­ren), ließ Staats­an­walt Bern­hard Ebin­ger den äl­tes­ten der An­ge­klag­ten, Ste­vo C. (49) er­neut ver­haf­ten. Wie schon be­rich­tet, sol­len die vier Män­ner zwi­schen 33 und 49 Jah­ren ei­ne gold­ver­ar­bei­ten­de Fir­ma im Enz­kreis in grö­ße­rem Um­fang be­stoh­len ha­ben.

Die Fir­ma geht von mehr als vier Mil­lio­nen aus, die An­ge­klag­ten ge­stan­den et­wa 300 000 Eu­ro, die Staats­an­walt­schaft ging von 670 000 Eu­ro aus. Nach ih­rem Ge­ständ­nis wur­den die An­ge­klag­ten, die seit En­de ver­gan­ge­nen Jah­res in Un­ter­su­chungs­haft ge­ses­sen hat­ten, auf frei­en Fuß ge­setzt. Für Ste­vo C. (Na­men der An­ge­klag­ten ge­än­dert) en­de­te die Frei­heit ges­tern wie­der.

Wie Staats­an­walt Ebin­ger er­läu­ter­te, hat­te er Na­cher­mitt­lun­gen an­stel­len las­sen.

Da­bei wa­ren bei Ste­vo C., der ei­nen ei­ge­nen gold­ver­ar­bei­ten­den Be­trieb be­sitzt, gold­hal­ti­ge Bä­der ent­deckt wor­den, die, laut ei­nes un­ab­hän­gi­gen Sach­ver­stän­di­gen, ein­wand­frei aus der be­stoh­le­nen Fir­ma stamm­ten und et­wa 600 000 Eu­ro wert wa­ren. Eben­falls auf­ge­fun­de­ne St­anz­ab­fäl­le wa­ren da­bei nicht mit be­rech­net wor­den. Der zu­erst von der Staats­an­walt­schaft zu­grun­de ge­leg­te Scha­den er­höht sich da­mit be­trächt­lich. Der Staats­an­walt be­an­trag­te, das Ver­fah­ren ge­gen Ste­vo C. ab­zu­tren­nen.

Der Vor­sit­zen­de Rich­ter der Aus­wär­ti­gen Gro­ßen Straf­kam­mer, Andreas Heid­rich, sah sich au­ßer­stan­de ei­ne Ent­schei­dung an­ge­sichts der neu­en Um­stän­de zu tref­fen. Er ließ noch ei­nen Kri­mi­nal­be­am­ten als Zeu­gen aus­sa­gen, dann ver­tag­te er die Fort­set­zung des Pro­zes­ses.

Der Zeu­ge be­rich­te­te Un­ge­wöhn­li­ches: In den Ho­sen­ta­schen von Ste­vo C. ha­be er bei der Durch­su­chung im Vor­jahr 71 Geld­bün­del zu je 100 Eu­ro ge­fun­den. Un­ter dem Schreib­tisch in Plas­tik­ta­schen ent­deck­te er fünf Geld­bün­del zu je 50 000 Eu­ro. Ins­ge­samt wur­den in der Fir­ma knapp 290 600 Eu­ro Bar­geld si­cher ge­stellt. Da­ne­ben auch gal­va­ni­sche Flüs­sig­kei­ten und Gold­bar­ren, die ei­nen Wert von rund 130 000 Eu­ro hat­ten. Im Tre­sor be­fan­den sich Mün­zen, Schmuck und Uh­ren im Wert von et­wa 25 000 Eu­ro.

Im­mo­bi­li­en gab es nicht, aber meh­re­re teu­re Au­tos, ei­ne Har­ley Da­vid­son, au­ßer­dem wa­ren 13 Fahr­zeu­ge mit Kurz­zeit­num­mern­schil­dern ver­se­hen ge­we­sen, de­ren Ver­bleib un­ge­klärt war. Auch ein Lam­bor­ghi­ni mit ei­nem Wert von et­wa 80 000 Eu­ro war ver­schwun­den. Bank­ver­bin­dun­gen für Ste­vo C. gab es nicht, die Fir­ma ist auf sei­ne Frau ein­ge­tra­gen.

Enim B. (42), der bei der be­stoh­le­nen Fir­ma be­schäf­tigt war, be­sitzt Ei­gen­tums­woh­nun­gen in Pforz­heim, die al­le noch hoch be­las­tet sind.

Die Ver­hand­lung wird am 23. Au­gust um 9 Uhr im Saal I des Amts­ge­rich­tes fort­ge­setzt. Chris­tia­ne Vieh­weg

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