„Ver­sor­gungs­si­cher­heit wei­ter aus­ge­baut“

Bü­scher be­sich­tigt Schalt­an­la­ge der Stadt­wer­ke

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Jür­gen Pe­che

Die Stadt­wer­ke Pforz­heim (SWP) ha­ben be­reits im vo­ri­gen Jahr die Mo­der­ni­sie­rung der 110-kV-In­fra­struk­tur ab­ge­schlos­sen und da­für 8,5 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert. Dass die­ses Geld gut an­ge­legt ist, da­von über­zeug­te sich Ers­ter Bür­ger­meis­ter Dirk Bü­scher bei ei­nem Rund­gang durch die neue Schalt­an­la­ge nebst Groß­trans­for­ma­tor im Um­spann­werk Renn­feld. „Ei­ne hoch­mo­der­ne An­la­ge und ei­ne not­wen­di­ge In­ves­ti­ti­on für die Ver­sor­gungs­si­cher­heit der Be­völ­ke­rung und der Wirtschaft“lau­te­te denn auch das Fa­zit von Bü­scher. Die Vor­gän­ger-An­la­ge aus dem Jahr 1972 hat­te häu­fig Stör­fäl­le und für Re­pa­ra­tu­ren wa­ren kei­ne Er­satz­tei­le mehr er­hält­lich, be­grün­de­te Axel Speer, der Lei­ter der Strom­ver­sor­gung in­ner­halb der Stadt­wer­ke, die Not­wen­dig­keit der Neu­ein­rich­tung. Wie hoch die Ver­sor­gungs­si­cher­heit bei den Stadt­wer­ken in­zwi­schen ist, ver­deut­licht SWP-Ge­schäfts­füh­rer Ro­ger Heidt: „Die Netz­aus­fäl­le ma­chen deutsch­land­weit im Durch­schnitt zwölf Mi­nu­ten aus, bei uns sind es nur 2,5 Mi­nu­ten im Jahr.“

Un­schein­bar grau steht der mäch­ti­ge Ku­bus des Um­spann­werks, ge­gen­über dem Stadt­thea­ter, ver­bor­gen hin­ter Bäu­men. Dass hier­in Hoch­span­nung herrscht, ist von au­ßen nicht zu be­mer­ken. Von hier aus wird die kom­plet­te In­nen­stadt und die süd­li­chen Stadt­tei­le Hu­chen­feld, Ho­hen­wart und Würm mit Strom ver­sorgt. „Die Si­cher­heit ist so groß, dass bei ei­nem Feh­ler nur der eng an­gren­zen­de schad­haf­te Teil des Net­zes ab­ge­schal­tet wird“, er­klärt Axel Speer.

Wie groß das be­trof­fe­ne Netz ist, hän­ge na­tür­lich schon von dem Scha­dens­er­eig­nis ab. Bei ei­nem Blitz­schlag in ei­ne 110-kV-Ober­lei­tung et­wa wird durch den Erd­schluss der Groß­teil der Ener­gie ab­ge­lei­tet, so­dass kei­ne Span­nungs­spit­zen mehr in der 110-kV-An­la­ge im Renn­feld an­kom­men und dort Scha­den an­rich­ten könn­ten.

En­de 2014 be­reits ha­ben die SWP im glei­chen Ge­bäu­de im Renn­feld ein ei­ge­nes Re­chen­zen­trum auf­ge­baut und da­mit die Da­ten­be­stän­de un­ab­hän­gig von der IT der Stadt­ver­wal­tung Pforz­heim ge­macht. Hier wird auch das gan­ze Ver­mark­tungs­ge­schäft der SVP er­le­digt, wie der Lei­ter des Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­Net­zes, Kris­ti­an Kro­nen­wet­ter, der Be­su­cher­grup­pe er­klär­te. Ne­ben der ei­ge­nen IT be­her­ber­gen die Stadt­wer­ke auch die tech­ni­sche Ein­rich­tung von an­de­ren

„Netz­aus­fäl­le weit ge­rin­ger als im Bun­des­schnitt“

Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons-An­bie­tern in den kli­ma­ti­sier­ten Räu­men, in de­nen kon­stant 19 Grad Raum­tem­pe­ra­tur herrscht. Die Mie­ter kön­nen hier mit ih­ren eig­nen Ser­vern die kom­plet­te In­fra­struk­tur nut­zen, ein­schließ­lich der Si­cher­heits­ein­rich­tung. Zu die­ser zählt auch ei­ne hoch­sen­si­ble, mehr­stu­fi­ge Lösch­an­la­ge. „Wir be­nut­zen ein Lösch­gas, das in­ner­halb von Se­kun­den den Raum flu­tet und den Brand er­stickt“, so Kro­nen­wet­ter. Bis­lang ha­be es aber noch nicht ein­ge­setzt wer­den müs­sen. Vom Renn­feld aus kön­nen die­se Netz­an­bie­ter dann auch die „letz­te Mei­le“des SWP-Net­zes nut­zen.

Die­se be­trei­ben ein ei­ge­nes Glas­fa­ser­netz von rund 220 Ki­lo­me­tern Län­ge ne­ben ei­nem 600 Ki­lo­me­ter lan­gen Kup­fer­netz. Der Groß­teil die­ses Net­zes um­fasst das Stadt­ge­biet, reicht aber im Nor­den noch bis Isprin­gen und Kel­tern und im Sü­den bis Tie­fen­bronn und Neu­hau­sen.

VOR DER SCHALT­AN­LA­GE im Um­spann­werk Renn­feld er­klärt (von links) Axel Speer Ers­tem Bür­ger­meis­ter Dirk Bü­scher, was die Stadt­wer­ke in­ves­tiert ha­ben, um Stör­fäl­le zu ver­mei­den. Rechts im Bild ist SWP-Ge­schäfts­füh­rer Ro­ger Heidt. Fo­to: Pe­che

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