Beim Ze­bra­strei­fen muss ge­hal­ten wer­den

Po­li­zei klärt beim Fuß­gän­ger­über­weg in der Ma­xi über rich­ti­ges Ver­hal­ten im Stra­ßen­ver­kehr auf

Pforzheimer Kurier - - PFORZHEIM -

don. Mitt­woch­vor­mit­tag, am Ze­bra­strei­fen vor Ver­sand­haus Ba­der an der Ma­xi­mi­li­an­stra­ße: Ei­ne schwar­ze A-Klas­se fährt her­an: Brem­sen oder nicht? Der Fah­rer ent­schei­det sich fürs Gas­ge­ben. Po­li­zei­haupt­meis­ter Bernd Be­cker kann gera­de noch recht­zei­tig zur Seite sprin­gen. Das ist ziem­lich frech, denn beim gest­ri­gen Tag der Ver­kehrsprä­ven­ti­on wur­de die Fahr­bahn durch die Po­li­zei schon vor dem Ze­bra­über­gang ver­engt und Au­tos ge­zwun­gen lang­sa­mer zu fah­ren – ei­gent­lich. Für den Mer­ce­des­fah­rer wä­re nun ei­ne Stra­fe fäl­lig, aber der Wa­gen ist schon wie­der ver­schwun­den. Au­ßer­dem ging es ges­tern nicht ums Stra­fen, son­dern um Auf­klä­rung: Wie ver­hal­te ich mich rich­tig, als Au­to­fah­rer am Ze­bra­strei­fen. Tat­säch­lich ist es häu­fig so, dass Au­to­fah­rer den Ze­bra­strei­fen als frei­wil­li­ge Auf­for­de­rung auf­fas­sen, hier zu hal­ten, um Fuß­gän­ger über die Stra­ße zu las­sen. Das ist falsch. „Wenn Pas­san­ten am Ze­bra­strei­fen ste­hen, muss ge­hal­ten wer­den. An­sons­ten dro­hen 80 Eu­ro Buß­geld und ein Punkt in Flens­burg“, er­klärt Be­ckers Kol­le­ge Rai­mund Bau­er die Rechts­la­ge. Ein Fehl­ver­hal­ten am Ze­bra­strei­fen ist nicht nur är­ger­lich, es ist ge­fähr­lich, be­son­ders dann, wenn es Kin­der be­trifft.

Gleich ne­ben dem Ver­sand­haus Ba­der sind zwei Kin­der­gär­ten an­ge­sie­delt und im Sep­tem­ber star­tet das neue Schul­jahr und vie­le Erst­kläss­ler wer­den sich erst­mals auf den Weg zur Schu­le ma­chen. Da­bei wer­den sie auch Stra­ßen kreu­zen müs­sen. Was nutzt es, dass die El­tern ei­nen si­che­ren Weg mit den Klei­nen ein­üben, wenn Au­to­fah­rer sich nicht an die Re­geln hal­ten? Bau­er er­zählt von dreis­ten Au­to­fah­rern, die so­gar am Ze­bra­strei­fen über­ho­len, weil sie un­ge­dul­dig sind. Auf dem In­fo­blatt, das Bau­er und Be­cker den Au­to­fah­rern rei­chen, wird noch ein­mal er­klärt, was je­der Fahr­schü­ler in der Fahr­schu­le lernt: lang­sam an den Ze­bra­strei­fen her­an­fah­ren, im­mer brems­be­reit. Die meis­ten Au­to­fah­rer an die­sem Vor­mit­tag sind ein­sich­tig, aber eben nicht al­le. „Ich ha­be es ei­lig“, er­klärt der Fah­rer ei­nes sil­ber­nen Kom­bis sei­ne flot­te Fahr­wei­se und recht­fer­tigt sei­nen Fahr­stil: er sei ein ehe­ma­li­ger Fahr­leh­rer. Be­cker gibt zu, dass es manch­mal ner­vig sein kann, wenn am Ze­bra­strei­fen „al­te Müt­ter­chen sich zum Schwätz­chen tref­fen und man nicht weiß, wol­len die noch über den Ze­bra­strei­fen, oder nicht.“Aber seit 65 Jah­ren gilt in Deutsch­land: Am Ze­bra­strei­fen hat der Fuß­gän­ger Vor­rang – im­mer.

AM FUSSGÄNGERÜBERWEG müs­sen Au­tos grund­sätz­lich für Pas­san­ten an­hal­ten. An­sons­ten dro­hen 80 Eu­ro Buß­geld. Ein Fehl­ver­hal­ten kann für die schwächs­ten Ver­kehrs­teil­neh­mer sehr ge­fähr­lich wer­den. Fo­to: Wa­cker

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