VCD für Ein­bahn­stra­ßen-Re­ge­lung in Mühl­acker

Mat­thi­as Lieb: Al­ler­dings muss Bus- und Rad­ver­kehr in der Bahn­hof­stra­ße wei­ter in bei­de Rich­tun­gen mög­lich sein

Pforzheimer Kurier - - ENZKREIS -

Mühl­acker (PK). Zu­stim­mung zu ei­ner Ein­bahn­stra­ßen-Re­ge­lung für die Mühl­acker Bahn­hof­stra­ße si­gna­li­siert der Kreis­ver­band Pforz­heim/Enz­kreis des öko­lo­gi­schen Ver­kehrs­clubs VCD. „Al­ler­dings muss der Bus- und Rad­ver­kehr wei­ter­hin in bei­den Rich­tun­gen durch die Bahn­hof­stra­ße ge­führt wer­den“, for­dert VCD-Lan­des­vor­sit­zen­der Mat­thi­as Lieb aus Mühl­acker in ei­ner Mit­tei­lung. Die­se „Kom­bi-Lö­sung“wur­de schon vor 15 Jah­ren vom Pla­nungs­bü­ro Kölz, das im Auf­trag der Stadt ei­ne Un­ter­su­chung zur „Ver­kehrs­be­ru­hi­gung In­nen­stadt“vor­ge­legt hat­te, emp­foh­len.

Kölz schluss­fol­ger­te laut Lieb da­mals: „Soll­te die Ein­bahn­re­ge­lung fa­vo­ri­siert wer­den, ist der Vor­schlag ei­ner kom­bi­nier­ten ‚Rad-/Bus­spur’ ge­gen die Fahrt­rich­tung des Kfz-Ver­kehrs zu prä­fe­rie­ren, da dann sämt­li­che Ver­kehrs­ar­ten (mo­to­ri­sier­ter In­di­vi­du­al­ver­kehr, öf­fent­li­cher Ver­kehr, Fuß, Rad) und die städ­te­bau­li­che ‚Auf­ent­halts­qua­li­tät’ in aus­ge­wo­ge­nem Ma­ße Be­rück­sich­ti­gung fin­den wür­den.“

Lei­der, so Lieb wei­ter, ha­be der Ge­mein­de­rat da­mals be­schlos­sen, die Ent­las­tungs­stra­ße V7 zwar zu bau­en, aber – ent­ge­gen der Emp­feh­lung des Gut­ach­ters – auf ver­kehrs­len­ken­de Maß­nah­men in der Bahn­hof­stra­ße weit­ge­hend zu ver­zich­ten, was der Grund für die seit Jah­ren an­hal­ten­den Ver­kehrs­pro­ble­me in der In­nen­stadt sei, stellt der VCD fest. Dass in Mühl­acker die Be­las­tung durch den mo­to­ri­sier­ten In­di­vi­du­al­ver­kehr zu hoch sei, zei­ge sich nicht nur in der Bahn­hof­stra­ße, son­dern auch bei den seit Jah­ren an­hal­ten­den Über­schrei­tun­gen der Luft­schad­stoff­grenz­wer­te in der Stutt­gar­ter Stra­ße, so der VCD. Des­halb kön­ne nur ein An­satz, der in der Ge­samt­stadt zu ei­ner Stär­kung des Rad­ver­kehrs und ÖPNV füh­re, er­folg­reich sein. Des­halb müs­se die Ver­kehrs­ent­las­tung in der Bahn­hof­stra­ße ein­her­ge­hen mit ei­ner Auf­wer­tung des Rad­ver­kehrs und dür­fe kei­ne Schwä­chung des Bus­ver­kehrs ak­zep­tiert wer­den, lau­tet die For­de­rung des VCDLan­des­vor­sit­zen­den. „Mühl­acker be­nö­tigt ein Ge­samt­kon­zept für nach­hal­ti­ge Mo­bi­li­tät, das zu ei­nem aus­ge­wo­ge­ne­rem Mix der Ver­kehrs­trä­ger führt – statt ei­ner Do­mi­nanz des Pkw-Ver­kehrs mit den ent­spre­chend ne­ga­ti­ven Fol­gen wie Stau und Luft­ver­schmut­zung wür­de mehr Rad­ver­kehr und ei­ne stär­ke­re Nut­zung des Bus­sys­tems der Stadt gut tun“, er­klärt Mat­thi­as Lieb.

Für die Um­set­zung ei­nes sol­chen Kon­zep­tes könn­te die Stadt mög­li­cher­wei­se so­gar auf Mit­tel aus dem neu­en Mo­bi­li­täts­fonds, der beim Die­sel-Gip­fel für von Luft­schad­stof­fen be­trof­fe­ne Städ­te ver­ein­bart wur­de, zu­rück­grei­fen. Da­zu müss­te aber die Stadt ak­tiv wer­den und dies beim Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um be­an­tra­gen, so der VCD.

Ver­kehrs­pro­ble­me in der In­nen­stadt

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