„Stets das Bes­te für Pforz­heim ge­wollt“

Die ehe­ma­li­gen Pforz­hei­mer Stadt­obe­ren wei­sen vor dem Mann­hei­mer Land­ge­richt die Vor­wür­fe zu­rück

Pforzheimer Kurier - - SÜDWESTECHO - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Ca­ro­lin Frey­tag

Mann­heim/Pforz­heim. „Wir woll­ten kein Geld ver­zo­cken, son­dern die Zin­sen op­ti­mie­ren“, er­klär­te die ehe­ma­li­ge Pforz­hei­mer Käm­me­rin bei der Fort­set­zung des De­ri­va­te-Pro­zes­ses vor dem Mann­hei­mer Land­ge­richt. Am zwei­ten Ter­min des Ver­fah­rens war es nun an den An­ge­klag­ten, ih­re Sicht der Din­ge dar­zu­le­gen. ,,Ich war kei­ne Spie­le­rin“, be­ton­te sie. Die frü­he­re Käm­me­rin wies – wie auch die üb­ri­gen An­ge­klag­ten – die Un­treue-Vor­wür­fe von sich. Die ehe­ma­li­ge Ober­bür­ger­meis­te­rin Chris­tel Au­gen­stein (FDP) be­ton­te, sie ha­be stets das Bes­te für Pforz­heim ge­wollt. Der Pro­zess be­las­te al­le Be­tei­lig­ten sehr, sag­te der frü­he­re stell­ver­tre­ten­de Käm­me­rei­lei­ter. Ihm tue das al­les au­ßer­or­dent­lich Leid.

Um den ma­ro­den Stadt­haus­halt zu ent­las­ten und Pforz­heims ho­he Zins­zah­lun­gen zu sen­ken, ha­be sie mit Hil­fe von De­ri­va­ten der Deut­schen Bank fes­te ge­gen fle­xi­ble Zins­sät­ze ge­tauscht, sag­te die ehe­ma­li­ge Käm­me­rin aus. Das sei kom­mu­nal­recht­lich zu­läs­sig und so­gar ge­bo­ten ge­we­sen. Die Deut­sche Bank ha­be ihr er­klärt, es ge­be prak­tisch kein Ri­si­ko. Mit ei­nem so ho­hen Wert­ver­lust der De­ri­va­te ha­be sie nicht ge­rech­net. Das Ver­trau­en in die Deut­schen Bank sei schließ­lich völ­lig zer­stört ge­we­sen.

Da­für ver­trau­ten die Stadt­obe­ren an­schlie­ßend J.P. Mor­gan und kauf­ten wei­te­re De­ri­va­te, um ,,das Ri­si­ko der be­reits vor­han­de­nen zu neu­tra­li­sie­ren“. Die er­neu­ten ho­hen Mil­lio­nen­ver­lus­te sei­en durch die Fi­nanz­kri­se ver­ur­sacht wor­den. „Der Ge­mein­de­rat wur­de re­gel­mä­ßig in­for­miert“, ver­si­cher­te die frü­he­re Käm­me­rin. Sie ha­be we­der die Stadt­rä­te ge­täuscht, noch ih­nen In­for­ma­tio­nen vor­ent­hal­ten. Au­gen­stein er­klär­te, sie ha­be sich im­mer dar­auf ver­las­sen kön­nen und müs­sen, dass al­les rechts­si­cher sei. „Ich selbst hat­te nicht das fi­nanz­tech­ni­sche Fach­wis­sen.“Der Käm­me­rei ha­be sie volls­tens ver­traut. „Ich bin au­ßer­dem da­von aus­ge­gan­gen, bei J.P. Mor­gan bes­tens be­ra­ten wor­den zu sein“, so Au­gen­stein wei­ter. An­lass zum Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit der De­ri­va­te ha­be sie zu kei­ner Zeit ge­habt.

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