Ein Pop­traum in Weiß

„One Night of Abba“bei Volks­schau­spie­len Ötig­heim

Pforzheimer Kurier - - KULTUR -

Um die Büh­ne reg­net es in Strö­men, der Ap­plaus don­nert auf den ge­füll­ten Rän­gen der über­dach­ten Ötig­hei­mer Frei­licht­büh­ne. Der Stim­mung bringt das schlech­te Wet­ter an die­sem Abend kei­nen Ab­bruch, denn die sechs Mu­si­ker von „One Night of Abba“wis­sen, wie sie das Pu­bli­kum in Höchst­lau­ne ver­set­zen. 1972 ge­grün­det, er­leb­ten Abba mit „Wa­ter­loo“zwei Jah­re spä­ter den Durch­bruch beim Eu­ro­vi­si­on Song Con­test und ern­te­ten welt­wei­ten Er­folg, der nie ab­brach. 1982 kün­dig­te die Band ei­ne bis heu­te an­dau­ern­de Pau­se an.

Ob Abba-Mo­no­po­ly oder Dan­cing Queen-T-Shirt, ein Be­such in der Aus­stel­lung Ab­ba­world oder ei­ne Mu­si­cal­k­ar­te für „Mam­ma Mia“– Fans ha­ben vie­le Mög­lich­kei­ten, sich ih­ren Ido­len nah zu füh­len. Doch die schwe­di­sche Pop­grup­pe li­ve zu er­le­ben, bleibt ein Traum. An die­sem Abend sind die Stars zum Grei­fen nah – fast je­den­falls! „One Night of Abba“bringt den Kult der 70er und 80er Jah­re li­ve auf die Büh­ne.

Die Er­folgs­sto­ry der Schwe­den ist der Kern der Re­vue. Sie ist ein Pop­traum in Weiß: Glit­zern­de Schlag­ho­sen, Trom­pe­ten­är­mel, Pla­teau­s­tie­fel und schil­lern­de Pail­let­ten sor­gen mit bun­ten Re­tro­mus­tern auf LED-Lein­wän­den für die op­ti­sche Zei­t­rei­se. Die schmei­chelnd-hel­le Stim­me von Re­bec­ca Glantz als Ag­ne­tha und die aus­drucks­star­ke Röh­re von Da­nie­la Mans­ke als An­ni-Frid über­zeu­gen ge­sang­lich, doch das reicht den Da­men und ih­rer vier­köp­fi­gen Band nicht. Für die Show ha­ben sie die Songs mo­der­ner ar­ran­giert, um ei­ne Hommage an ihr mu­si­ka­li­sches Vor­bild zu er­schaf­fen. Ro­cki­ger und mit schnel­le­rem Rhyth­mus ge­lingt ih­nen das zwei­fels­oh­ne nah am Ori­gi­nal – ob man je­doch den Schla­ger­cha­rak­ter von „The Win­ner Ta­kes It All“der­art zum Schun­kel­lied ver­stär­ken muss, ist Ge­schmacks­sa­che. Gi­tar­rist Ma­rio Fi­scher ali­as Björn schafft es so­gar, den Riff von Deep Pur­ples „Smo­ke On The Wa­ter“in Ab­bas „Mam­ma Mia“ein­zu­bau­en, wäh­rend man bei Drum­mer Ma­rio Kny den po­si­ti­ven Ein­druck hat, er sei ei­ner AC/DC-Co­ver­band ent­sprun­gen. Die Mä­dels rei­ßen das Pu­bli­kum schließ­lich mit ei­nem Mas­h­up zwi­schen „Gim­me! Gim­me! Gim­me! (A Man Af­ter Mid­ni­ght)“und Ma­don­nas „Hung Up“vom Ho­cker. Au­gen­zwin­kernd ver­steht es Pia­nist Jens Kauf­mann ali­as Ben­ny un­ter­halt­sam durch den zwei­ein­halb­stün­di­gen Abend zu füh­ren. Ju­bel­ru­fe zu „Su­per Trou­per“, ein Pu­bli­kum­s­chor zu „Thank You For The Mu­sic“und das In­stru­men­tal­stück „In­ter­mez­zo No.1“mit Bach’scher Ver­spielt­heit ma­chen schlicht­weg Spaß! „Mo­ney, Mo­ney, Mo­ney“avan­ciert dann zum Mit­sing-High­light, und zum Ab­schluss­med­ley wird vor der Büh­ne die Tanz­flä­che er­öff­net. Eli­sa Wal­ker

DAS A-TEAM: Re­bec­ca Glantz (Ag­ne­tha) und Da­nie­la Mans­ke (An­ni-Frid). Fo­to: ew

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