Meis­ter forscht und ent­wi­ckelt für Bay­er

KSC schießt sich blick­dicht auf Po­kal­a­bend ein

Pforzheimer Kurier - - SPORT - Von un­se­rem Re­dak­ti­ons­mit­glied Re­né Dan­kert

Karls­ru­he. Grün ist, so der Volks­mund, die Hoff­nung. Doch das war nicht der Grund, war­um der Fuß­ball­leh­rer Mar­cPatrick Meis­ter und sein er­fah­re­ner Lehr­ling Mar­tin Stoll ges­tern vor ei­ner aus­nahms­wei­se gift­grün ge­färb­ten Wer­be­wand Platz nah­men, um über das an­ste­hen­de Groß­er­eig­nis zu plau­dern, für das laut Ver­ein knapp 15 000 Ti­ckets ab­ge­setzt wa­ren: DFB-Po­kal, ers­te Haupt­run­de, der nur noch dritt­klas­si­ge Karls­ru­her SC emp­fängt heu­te (20.45 Uhr) das erst­klas­si­ge Bay­er Le­ver­ku­sen im Wild­park­sta­di­on.

Wer mit der Far­ben­leh­re des Fuß­balls ver­traut ist, der weiß, dass sich der Deut­sche Fuß­ball-Bund mit grü­nem An­strich prä­sen­tiert. Auch und ge­ra­de die 75. Aus­ga­be sei­nes Pre­mi­um-Pro­duk­tes, des­sen ewi­ger Reiz dar­in liegt, dass ein Da­vid ei­nen Go­li­ath schlägt. Nun geht der KSC als rich­tig Klei­ner bei Fuß­ball­freun­den hier­zu­lan­de nicht durch. Und in den Rei­hen des DFB-Po­kal­sie­gers von 1955 und 1956 selbst ist das Selbst­ver­ständ­nis oh­ne­hin ein an­de­res. Des­sen Trai­ner Meis­ter gab zu, den „Rol­len­tausch“aber nun ganz nett zu fin­den: Nicht der aus der DFL in die höchs­te DFB-Li­ga ab­ge­rutsch­te KSC ist es, von dem am Abend je­der ei­nen Sieg er­war­tet. Nur Bay­er Le­ver­ku­sen kann ver­lie­ren. Meis­ter wünscht sich „ei­nen schö­nen Po­kal­a­bend“, an dem die Mil­lio­nä­re auf dem Platz nach ei­ner Vier­tel­stun­de sich den­ken sol­len: „Jetzt ist der KSC der Geg­ner, den wir als Al­ler­letz­tes ge­wollt ha­ben.“

Meis­ters Wunsch­den­ken ist das ei­ne. Wie sich dies an­stel­len lässt, das an­de­re. Zum Er­fah­rungs­schatz des In­nen­ver­tei­di­gers Stoll (34), der für den ge­sperr­ten Da­ni­el Gor­don ins Team rückt, zählt ei­ne ge­lun­ge­ne Mis­si­on der nun wie­der­vor­ge­nom­me­nen Art. Am 19. Au­gust 2012 er­ziel­te der Ab­wehr­spie­ler ei­nen Tref­fer, als der KSC als Dritt­li­gist den Ham­bur­ger SV mit 4:2 aus dem Wett­be­werb ke­gel­te. „Die Mann­schaft brennt“, über­brach­te Stoll aus der Ka­bi­ne. Ne­ben sei­ner Her­ein­nah­me ist bei der Heim­elf kei­ne wei­te­re per­so­nel­le Ab­wei­chung vom Vor­ge­hen beim 2:1 ge­gen Wies­ba­den zu er­war­ten.

Die ech­ten Über­ra­schun­gen sol­len sich nach Meis­ters Vor­stel­lun­gen auf dem Ra­sen voll­zie­hen. Des­halb hat­te man sich ges­tern für das Ab­schluss­trai­ning „weg­ge­schlos­sen“, wie Meis­ter sag­te. Er sah dies un­ter dem Ge­sichts­punkt „For­schung und Ent­wick­lung“, wie das in Be­trie­ben nun mal so üb­lich ist, sol­len Zu­ta­ten zum Pro­dukt nicht an die gro­ße Glo­cke ge­hängt wer­den. Al­ler­dings er­wies sich der Dau­er­re­gen dann als eher kon­tra­pro­duk­tiv für den ei­gent­li­chen Sinn der nicht-öf­fent­li­chen Ein­heit, in­klu­si­ve Frei­stoß-, ex­klu­si­ve Straf­stoß­trai­ning. „Wir woll­ten die Jungs nicht so lan­ge im Re­gen ste­hen las­sen“, sag­te Meis­ter, dem ne­ben Gor­don auch Mat­thi­as Ba­der (Scham­bein­rei­zung) und Do­mi­nik Stroh-En­gel (Ober­schen­kel­zer­rung) feh­len. Gänz­lich grün in Sa­chen DFBPo­kal sind ei­ni­ge beim KSC: Für Ben­ja­min Uphoff, Bu­rak Ca­mog­lu und Flo­rent Mus­li­ja steht da­hin­ge­hend genau­so ei­ne Pre­mie­re an wie für ih­ren Trai­ner Meis­ter selbst.

GRÜN hin­ter den Oh­ren sind Bu­rak Ca­mog­lu (links) und Flo­rent Mus­li­ja in Sa­chen DFBPo­kal. Am Abend tref­fen die Dritt­li­ga-Fuß­bal­ler des KSC auf die Bay­er-Stars. Fo­to: GES

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