Men­tal­mons­ter als Vor­bild

Frei­muth will auf­rü­cken in Zehn­kampf-Hier­ar­chie

Pforzheimer Kurier - - LEICHTATHLETIK-WM IN LONDON -

Was vor ei­nem Zehn­kampf im Kopf von Ri­co Frei­muth vor sich geht, möch­te man nicht wirk­lich wis­sen. „Da den­ke ich auch ganz aso­zia­le Sa­chen, um den Kör­per in ei­nen ex­tre­men Ad­re­na­lin-Zu­stand zu brin­gen“, be­kann­te sich der Zehn­kämp­fer vor sei­nem WMStart heu­te in Lon­don zu sei­nen „sehr nar­ziss­ti­schen Zü­gen“.

Ein Vor­bild für die op­ti­ma­le Selbst­mo­ti­vie­rung war der Olym­pia­sie­ger, Welt­meis­ter und Welt­re­kord­ler Ash­ton Ea­ton. „Er war ein men­ta­les Mons­ter. Ihm war kei­ner ge­wach­sen“, sag­te der WM-Drit­te aus Hal­le mit Re­spekt. Nach dem Rück­tritt des Do­mi­na­tors aus den USA hofft auch Frei­muth, in der Zehn­kampf-Hier­ar­chie auf­zu­rü­cken: „Die Grund­stim­mung im Zehn­kampfla­ger ist so, dass je­der, der schon mal ei­ne Me­dail­le ge­holt hat, jetzt sagt: Ich will oben ste­hen.“Im­mer­hin ist der 29 Jah­re al­te Sport­sol­dat als Num­mer eins der Welt­bes­ten­lis­te an die Them­se ge­reist. Top-Fa­vo­rit dürf­te je­doch der Fran­zo­se Ke­vin Mey­er sein, der bei den Rio-Spie­len hin­ter Ea­ton Zwei­ter wur­de. Auch sein deut­scher Ri­va­le Kai Kaz­mi­rek könn­te ein Wort bei der Ver­ga­be der ers­ten Plät­ze mit­re­den. „Ei­ne Me­dail­le ist drin“, mein­te der 26-jäh­ri­ge Po­li­zei­kom­mis­sar von der LG Rhein-Wied. Drit­ter deut­scher Star­ter ist der ge­lern­te Bank­kauf­mann Ma­thi­as Brug­ger aus Ulm. „Wer weiß, al­les ist mög­lich. War­um nicht ich“, ant­wor­te­te Frei­muth.

Rat­schlä­ge von sei­nem Va­ter, dem ehe­ma­li­gen DDR-Mehr­kämp­fer Uwe Frei­muth, der 1983 WM-Vier­ter war und einst 8 792 Punk­te er­kämpf­te, hört er nicht mehr so gern. „Was soll ich mit ihm re­den, ich ge­he mei­nen Weg“, sag­te Frei­muth Ju­ni­or. Sein Va­ter ha­be ihm zu lan­ge Druck ge­macht. „Ir­gend­wann hat es dann kurz ge­knallt, bis ich die WM-Me­dail­le ge­holt ha­be – seit­dem ist al­les gut.“dpa

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